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Random Sunday #5: Monkey Island

12. Februar 2017

Ein kleiner Ausflug in meine die Kindheit: Wir hatten erst sehr, sehr spät überhaupt einen Computer im Haus. Mein Vater kaufte meinem älteren Bruder und mir wirklich erst so Anfang der 90er so ein riesiges Monster, wobei es ihm vor allem darum ging, das wir mit dem Ding was lernen. Haben wir auch gemacht… zocken lieben gelernt habe ich damit vor allem 😉 Und meine erste große Liebe hieß „Monkey Island“.

Es gab damals so eine Zeitschrift, der eine Komplett-Version eines Spieles beilag. Die Zeitschrift selbst bestand dann zum größten Teil auch nur aus der Komplettlösung zu dem Spiel. Ich habe leider vergessen, wie das Ding hieß, aber das war meine erste Quelle für Spiele. Hauptsächlich halt alte Spiele wie „Indiana Jones and the Fate of Atlantis“ oder „Day of the Tentacle“ (das ich immer noch für eines der besten Spiele überhaupt halte) oder eben „Monkey Island“ und „Monkey Island 2: LeChuck’s Revenge“.

Wir spielen den jungen Piraten Guybrush Threepwood, der im ersten Teil Pirat werden möchte und dafür drei Aufgaben erledigen muss: er muss ein guter Schatzsucher werden, den Schwertmeister besiegen und etwas aus dem Haus des Gouverneurs stehlen. Dabei verliebt er sich aber unsterblich in den Gouverneur, der eine bezaubernde Dame namens Elaine ist. Doch kaum ist Guybrush ein vollfertiger Pirat, entführt der fiese Geister-Pirat LeChuck Elaine. Guybrush braucht also eine Crew und ein Schiff, um LeChuck bis nach Monkey Island zu verfolgen.

Das beste Kampfsystem aller Zeiten

Oh mein Gott, was habe ich „Monkey Island“ geliebt. Man bedenke, ich war zu dem Zeitpunkt, als ich „Monkey Island“ das erste Mal gespielt habe, eine komplette Gaming-Jungfrau. Ich wusste gar nichts. Ich war aufgeregt, wie nichts gutes, weswegen ich richtig aufgeregt war, als es plötzlich hieß, ich müsste Schwertmeister werden.

Ich hatte wirklich Angst, ich würde das nicht hinbekommen. Hatte Angst, ständig sterben zu müssen, nur um dann wieder von vorne anzufangen. Und dann habe ich meine erste Stunde bei meinem Lehrer und der erzählt mir, dass die große Kunst des Schwertkampfes in der Beleidigung liegt. Ich soll also möglichst viele Beleidigungen lernen, um später den Schwertmeister zu bekämpfen. Erst wollte ich das gar nicht so recht glauben, das war doch total absurd. Aber absurd ist nun mal ein großer Teil von „Monkey Island“ und das ist auch gut so… und so lernte ich, Piraten so richtig ordentlich zu beleidigen und es machte einfach nur Spaß. Die Schwertkämpfe sind immer noch ein großes Highlight der gesamten „Monkey Island“-Reihe… auch wenn es im zweiten Teil komplett fehlt, was echt verdammt, verdammt schade ist. Das wurde dann ja erst im dritten Teil „The Curse of Monkey Island“ wieder gut gemacht, wo sich die Antworten auf die Beleidigungen auch noch reimen mussten. Oh Mann, wie gerne hätte ich mal wieder ein Spiel mit solchen Kampfeinlagen 😉

„Monkey Island“ bestand ja nicht nur aus den Schwertkämpfen, „Monkey Island“ ist so vieles, was einfach nur verdammt viel Spaß gemacht hat: das waren natürlich die Charaktere, das war natürlich das Setting, das war die Musik. Das waren aber auch die verrückten, herrlich absurden Dialoge und die abgefahrenen Rätsel (für die ich dann – ich gestehe es – manchmal doch in die beiliegende Komplett-Lösung schielen musste). Aber ganz ehrlich, ich weiß nicht, wann Lachen und Frustration so perfekt in einem Spiel zusammengewirkt haben. Ich meine, wer kommt schon auf die Idee, dass er in „Monkey Island 2“ den Affen aus einer Bar klauen muss, um ihn dann als Hebel zu verwenden, um eine Pumpe zu bedienen? Oder in welchem Spiel wird die Geduld des Spielers mit tausend blöden Antworten so auf die Probe gestellt? Wenn ich allein daran denke, wie lange man den Gebrauchtwaren-Händler im ersten Monkey Island überreden muss, um an ein Schiff zu kommen.

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Eine wichtige Sache, die mich die komplette „Monkey Island“-Reihe gelehrt hat, ist: „Nimm alles mit, was nicht niet- und nagelfest ist. Probiere alles aus und denke so abstrakt und verrückt wie nur möglich!“ Was ja allein schon damit entlohnt wurde, dass Guybrush einige Kombinationsmethoden auf frech-ironische Weise kommentierte.

Ich kann bei dieser Reihe tatsächlich gar nicht sagen, welcher Teil mir am besten gefallen hat. Ich weiß, es gibt mehr als drei, aber ich habe nur die ersten drei gespielt. Die tatsächliche Trilogie verrückter Piraten-Abenteuer, die ich um Nichts in der Welt missen möchte. Die ich jedes Jahr wieder spiele (auch wenn ich mittlerweile blind weiß, wie ich welche Rätsel zu lösen habe). „Monkey Island“ ist perfekte Unterhaltung, ein Spiel, bei dem man den Tod nicht fürchten muss, bei dem man frech sein darf und einfach alles mal ausprobieren kann. Und wenn man mal jemanden kurz ablenken will, reicht ein einfaches: „Hinter dir! Ein dreiköpfiger Affe!“. Was will man eigentlich mehr?

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9 Kommentare leave one →
  1. 12. Februar 2017 12:11

    Das kann ich so gut nachvollziehen. Auch für mich ein großer Teil meiner Spielevergangenheit. Und ich hatte mir das Spiel damals auch erstmals in einer Zeitschrift gekauft. Das war die „Bestseller Games“, oder?

    • donpozuelo permalink*
      12. Februar 2017 12:17

      Bestseller Games… das könnte es tatsächlich sein. Ich glaube, du hast Recht. Das waren auf jeden Fall tolle Zeiten. Und heute spiele ich die Sachen zwischendurch mal wieder. Sie haben nichts an ihrem Reiz verloren.

  2. 12. Februar 2017 15:49

    Du kämpfst wie eine Kuh!

  3. 28. Februar 2017 18:40

    Yay Random Sunday ^^b
    Schon viel von Monkey Island gehört, aber leider nie selber gespielt. Wirkt jedenfalls viel cooler und einfallsreicher als so einiges, was einem heute präsentiert wird. Man könnte fast meinen, dass 80% der Spiele sich nur noch um die Grafik drehen, das GamePlay aber hinkt.

    • donpozuelo permalink*
      28. Februar 2017 19:10

      Es ist sooo cool… und ja, die Grafik stört hier Null. Die Story und die Ideen sind einfach so toll, die Charaktere einfach super. Solltest du echt mal nachholen. Dank ScummVM Emulator und der Tatsache, dass du mit einer Google-Suche diese alten Spiele auch kostenlos findest, gibt es keine Ausrede mehr 😉

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