Skip to content

Who you gonna call?

10. Februar 2017

Ich war letztens echt ein wenig erschrocken. Da saß ich nun mit einem guten Freund zusammen und wollte den guten, alten „Ghostbusters“ mal wieder schauen. Doch dieses „mal wieder“ brachte dann erstaunliches und für mich auch absurdes zutage: Denn als mich besagter Freund fragte, wann ich denn das letzte Mal „Ghostbusters“ gesehen hätte, lautete meine Antwort: „So vor ungefähr 20 Jahren! Oh mein Gott, bin ich wirklich schon so alt, dass ich sagen kann, etwas vor 20 Jahren gesehen zu haben! Oh mein Gott, ich werde alt, ich werde alt, ich werde alt!“ Gut, für den dramatischen Effekt habe ich dieses Zitat jetzt unnötig aufgebauscht, denn ich habe wirklich kein Problem mit dem Älter-Werden. Trotzdem ist „vor 20 Jahren“ schon eine krasse Zahl. Es ist nicht „letztes Jahr“ oder „vor kurzem“, sondern schon ganze zwei Dekaden her. 20 Jahre, alter Schwede. Aber gut, wollen wir jetzt nicht länger über mein Alter sprechen, sondern lieber über die „Ghostbusters“.

Die da wären Peter Venkman (Bill Murray), Ray Stantz (Dan Akroyd), Egon Spengler (Harold Ramis) und Winston Zeddemore (Ernie Hudson): Erst verlacht gelangen die Ghosbusters schnell zu Ruhm, als sich die Vorfälle mit Geistern und anderen „untoten“ Kreaturen in New York häufen. Was die Herrschaften dabei nicht bedenken, ist, dass dies das Vorzeichen für ein viel größeres Übel ist… und dabei hat die junge Dana (Sigourney Weaver) das Kommen von Zuul schon lange vorausgesehen.

ghostbusters-1

Die „Ghostbusters“ waren früher großer Kult für mich, wobei das eigentlich fast mehr an der Trickfilm-Serie lag, die ich wirklich wahnsinnig gerne geguckt habe. An den „Ghostbusters“-Film hatte ich kaum noch wirklich Erinnerungen – außer natürlich an den Marshmallow-Mann, der ja von den Ghosbusters nicht mehr wegzudenken ist. Von daher war dieses erneute Erlebnis mit den Geisterjägern auch ein wenig die Frage, ob die „Ghostbusters“ die Zeit gut überdauert haben – immerhin ist der Film ja auch schon stolze 33 Jahre alt.

Und was soll ich sagen: Die „Ghostbusters“ haben bestanden. Es ist nach wie vor ein toller Film, ein Film, der mich nach wie vor zum Lachen bringen kann, ein Film, der einfach so viele Sachen zu bieten hat. Zuallererst muss man die Darsteller erwähnen. „Ghostbusters“ wäre nichts ohne diese großartigen Darsteller. Bill Murray ist einfach nur großartig. Ein sympathisch-charmantes Arschloch, ein Schürzenjäger, der nichts unversucht lässt, um bei den Damen anzukommen. Murray hat so eine nonchalante Art an sich, er ist halt einfach Bill Murray. Und in Venkman kann er das gut ausleben. Es macht Spaß, ihm zu zu sehen. Er ist ein kleiner Zyniker, der gut zum stets begeisterten Dan Akroyd passt. Ein ungleiches Paar, aber sie passen wie Arsch auf Eimer. Akroyd strahlt von sich aus einfach so eine Gemütlichkeit aus, der perfekte Kumpel. Wenn der mir sagt, ich soll die Strahlen nicht kreuzen, dann mache ich das ihm zuliebe auch.

Harold Ramis liefert als Egon die nötige Seriosität für das Geisterjagen, hier haben wir den Mann der Fakten, der sich selbst im größten Chaos von nichts ablenken lässt. Einzig und allein Ernie Hudson als Neuanwärter bei den Ghostbusters kam mir ein wenig zu kurz. „Alien“-Lady Sigourney Weaver darf hier mal aus ihrer Action-Rolle austreten, ein bisschen heiße Damsel-in-distress spielen und scheint trotzdem ihren Spaß zu haben. Der ganze Cast von „Ghostbusters“ reicht schon als Grund aus, um sich diesen Film noch einmal anzuschauen. Mit so einer Besetzung kann man eigentlich nicht viel falsch machen.

Dazu stimmt dann einfach das von Ramis und Akroyd geschriebene Skript: im Schnelldurchlauf wird hier der amerikanische Traum gelebt. Vom geächteten Pseudo-Wissenschaftler zum geachteten Experten. Mit der nötigen Prise Humor, mit einer witzigen 80er Jahre „Trainingsmontage“, die hier den Aufstieg der Jäger zeigt und mit immer noch vorzeigbaren Effekten überzeugt dann auch der Rest des Films. Na klar sieht man den Effekten an, dass sie alt sind – gerade Zuuls kleine Monster-Kätzchen sehen nicht wirklich gut aus, wenn sie sich bewegen, aber das verbucht man unter „Nostalgie“ und kann immer noch gut damit leben. Der Marshmallow-Mann macht am Ende eh alles wieder wett.

Die zweite Sichtung nach gut zwanzig Jahren ist also ein voller Erfolg gewesen. Die „Ghostbusters“ machen immer noch Spaß: was gute Darsteller doch alles ausmachen können. Und das ist es dann wahrscheinlich auch: Der Film ruht sich nicht darauf aus, einfach nur Spektakel zu sein, sondern liefert vor allem gute, starke, nachvollziehbare Charaktere, die den Humor nicht nur in kleinen Sketchen servieren, sondern den guten Ton den gesamten Film über halten können.

Wertung: 10 von 10 Punkten (ein Klassiker, auf den ich definitiv nicht noch einmal 20 Jahre warten will)

P.S.: Wie ist die allgemeine Meinung zum „Reboot“? Habe ich aus Angst vor Enttäuschung bislang noch nicht gesehen. Kann man den gucken? Würde mich echt mal interessieren.

Advertisements
14 Kommentare leave one →
  1. 10. Februar 2017 08:04

    Jaaa, ein toller Film. Sollte ich auch unbedingt einmal wieder schauen. Ich mag ja tatsächlich auch den 2. Teil sehr gerne. Zum Reboot kann ich noch nichts sagen, er befindet sich aber seit gestern in meiner Sammlung.

    • donpozuelo permalink*
      10. Februar 2017 15:23

      Den zweiten Teil muss ich auch unbedingt noch gucken. Corm Reboot habe ich ja echt ein wenig Angst. Ich warte mal, was du dazu sagst 😉

  2. 10. Februar 2017 10:24

    Das Reboot ist Müll. Genau so belanglos und lieblos zusammengeschustert wie 99% der Reboots/Remakes nun mal sind. Die Darstellerinnen haben Bock, aber sie haben halt nix, womit sie arbeiten können. Grauenhaft langweiliges Skript, nicht vorhandene Regie von Paul Feig, der mit Abstand das größte Problem an allem was mit diesem Film zu tun hat ist und der wohl lustloseseste Cameo aller Zeiten geben dem ganzen halt den Rest. Ich hab das auch mal komplett inklusive der Entstehung des Films mehr oder weniger spoilerfrei auseinandergedröselt hier: https://filmschrott.wordpress.com/2016/08/07/mal-aktuell-ghostbusters/

    • donpozuelo permalink*
      10. Februar 2017 15:25

      Danke dafür. Deine Review werde ich mir nochmal in Ruhe durchlesen… aber ja, was du sagst, stimmt so zu 200 Prozent mit dem überein, was ich bisher über das Reboot gehört habe. Sehr schade eigentlich…

      • 10. Februar 2017 16:24

        Man hatte hier alle Möglichkeiten und hat es komplett in den Sand gesetzt. Ein Vorzeigeexemplar des grauenhaft eintönigen Filmmakings Marke Hollywood.

  3. 10. Februar 2017 18:09

    Natürlich bestehen die Ghostbusters auch noch nach 100 Jahren. Ganz sicher :))
    Kann gar nicht aufzählen wie oft ich ihn gesehen habe und dank des 2. Teils ist Mann großer Verfechter der Venkman-Skala, wenn Du verstehst.…ein Kampf um jede Socke…aber das nur am Rand.

    • donpozuelo permalink*
      10. Februar 2017 18:40

      Das denke ich auch. Tatsächlich ist das mit Teil 2 soooo lange her, dass ich mich an die Venkman-Skala gar nicht mehr erinnern kann. Aber Teil 2 kommt ja eh auch nochmal dran.

  4. 13. Februar 2017 03:02

    Egon❤️

    Beim Reboot ist der Cast super, aber Murray hat sowas von keinen Bock auf seinen Pflichtauftritt, dass es echt wehtut. Und dem Drehbuch merkt man die ganzen Schwierigkeiten an. Das gehate und dieses ganze Hin und Her der Produktion. Aber es ist immer noch Galaxien von „Suicide Squad“ entfernt. 😂

    • donpozuelo permalink*
      13. Februar 2017 16:34

      Ich mochte „Suicide Squad“. Vielleicht gefällt mir ja dann auch das Reboot 😀

      Ich werd’s mir auf jeden Fall irgendwann mal anschauen. Erstmal noch Teil 2…

Trackbacks

  1. Achtung, emotionaler Schleim! | Going To The Movies
  2. I ain’t afraid of no ghosts! | Going To The Movies
  3. Ewiger Murmeltiertag | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: