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Rebellen und Tyrannen

20. Januar 2017

Es wird mal wieder Zeit über Vin Diesel zu reden, Hollywoods sympathischen Glatzkopf mit der rauen Stimme, die so unglaublich ist, dass sie sowohl einem Roboter als auch einem Baum wahnsinnig gut Leben einhauchen kann. Aber bleiben wir doch vorerst bei Vin Diesel, dem Mann mit den Muskeln, dem Mann, der es ja tatsächlich Steven Spielberg zu verdanken hat, dass er in Hollywood auf sich aufmerksam machen konnte (denn wir dürfen niemals Diesel in „Saving Private Ryan“ vergessen – was ich tatsächlich dann und wann mal tue). Von da wurde Diesel dann erst zu Riddick, dann zu Dominic Toretto und dann zu Xander Cage – und schwupps, war ein neuer Action-Star geboren, der es fertig gebracht hat, aus einem Franchise auszusteigen, nur um dann wieder einzusteigen und es zu etwas richtig Gigantischem werden zu lassen – ja, ich schaue in deine Richtung „Fast & Furious“. Und den gleichen Trick scheint Diesel jetzt mit einem alten Bekannten noch einmal zu wiederholen: Willkommen in der Xander Zone! Willkommen bei der Rückkehr von Xander Cage in „xXx 3“.

Vor genau 15 Jahren wurde Extremsportler Xander Cage (Diesel) von NSA-Agent Gibbons (Samuel L. Jackson) rekrutiert, um die Welt zu retten. Was der Mann auch tat und dann verschwand. Angeblich war er tot, weswegen sich Gibbons kurzfristig für den zweiten Teil einen anderen aussuchen musste. Doch wie heißt es so schön: „Totgeglaubte leben länger!“ und deswegen ist Xander Cage pünktlich zum Jubiläum auf einmal wieder da… die Welt muss schließlich ein weiteres Mal gerettet werden. Dieses Mal von dem Schurken Xiang (Donnie Yen), der ein Gerät namens „Pandoras Büchse“ gestohlen hat. Mit dem Ding kann man Satelliten ferngesteuert abstürzen lassen, wo man nur möchte. CIA-Eiskönigin Marke (Toni Collette) will das Ding wieder haben. Xander stellt sich also ein Team zusammen, um gegen Xiangs Team anzutreten. Dabei wird dann in bester Xander-Manier in ordentlich viele Ärsche getreten, während man auf mindestens genauso viele knackige Ärsche glotzen darf.

Xander-Pause

Es ist also eigentlich alles beim Alten? Naja, nicht so ganz. Denn während der erste Triple-X-Film ja durchaus auch negativ betrachtet werden könnte, ist der dritte Triple-X-Film 100 Minuten purer Spaß. Ich weiß, das hat jetzt niemand kommen gesehen, aber glaubt mir, ich auch nicht. Ich hatte gehofft, dass mich dieser Aufguß eines längst totgeglaubten „Franchises“ ein wenig amüsieren wird. Mehr hatte ich aus der Erfahrung vom ersten Teil nicht erwarten: ein paar dumme Sprüche, ein paar coole Stunts, ein bisschen Erotik, ein bisschen Gewalt und halt Vin Diesel. Aber Pustekuchen! Oder was ein Vin Diesel männliches dazu sagen würde.

„xXx 3 – Die Rückkehr des Xander Cage“ ist, ich wiederhole mich, 100 Minuten purer Spaß. Ich gehe sogar noch eins weiter: „xXx 3 – Die Rückkehr des Xander Cage“ ist der Film, den David Ayer unter dem Titel „Suicide Squad“ hätte machen müssen. Während er zwar ein paar nette Ideen zu einem halbgaren Film vereint, schafft Regisseur D.J. Caruso das Kunststück, die Bösen Gutes tun zu lassen und sie dabei auch noch gut aussehen zu lassen. Caruso fackelt auch einfach nicht lange. „xXx 3“ soll Action sein, also geht es auch direkt mit der Action los. Und wenn die vorbei ist, geht es mit Action weiter. Und so weiter und so weiter.. Dabei liefert er uns eine coole, vollkommen verrückte Action-Sequenz nach der anderen. Physik ade, Logik auf Wiedersehen nach der Vorstellung, aber drauf geschissen: Was wir hier zu sehen bekommen, macht einfach nur Spaß. Die Stunts sind aberwitzig, komplett over-the-top, aber das ist halt Xander Cage. Zwischendurch mal eine Orgie und weiter geht’s… YOLO, wie die jungen Leute von heute wahrscheinlich nicht mehr sagen würden, weil es zu uncool ist.

Ganz ehrlich, dieser Film fetzt… und nicht nur wegen der übertriebenen Action, die sich nie zu ernst nimmt und trotzdem reinhaut. Der ganze Film nimmt sich nicht zu ernst, kann sich auch mal ohne Probleme über sich und die Vorgänger lustig machen und verfolgt dabei trotzdem einen roten Faden, der für einen Action-Film äußerst unterhaltsam ist. Und dann wäre da ja noch dieser „Suicide Squad“-Vergleich. Der passt wie Cages Faust aufs Auge seines Gegners.

D.J. Caruso präsentiert uns mit einer Vielzahl von Charakteren: Xander hat seine Gang, Xiang hat seine Gang und die CIA hat ihre Gang. Und trotzdem hat man das Gefühl, jeden einzelnen gut zu kennen. Diesel ist ohne Frage King, aber „Rogue One“-Star Donnie Yen steht ihm in Nichts nach, sondern steckt ihn mit noch cooleren Moves fast in die Tasche. Jedes Team-Mitglied von den beiden ist cool, ob nun Kampfmaschine Tony Jaa, Nerd Nina Dobrev – jeder von ihnen ist einzigartig, schräg, skurril, faszinierend und faszinierend merkwürdig. Und jeder bekommt seinen Platz, seine Zeit. Sie sind nicht nur schmückendes Beiwerk, sondern wirklich ein Team. Plus: Toni Collette ist einfach nur großartig als gebieterische Eiskönigin (selbst da könnte sich Viola Davis für „Suicide Squad 2“ noch was abgucken).

Ich könnte noch ein wenig mehr überschwänglicher über „xXx 3“ reden: Es ist wie eine dreckigere Variante von James Bond mit mehr Action und mehr Sex. Es ist wie eine durchgedrehtere Variante von „Mission: Impossible“. Es ist einfach ein verdammt launiger Action-Film, der unterhalten möchte – nicht mehr und nicht weniger. Und das klappt. Perfekt!

Wertung: 9 von 10 Punkten (der Sommerblockbuster für den Winter)

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7 Kommentare leave one →
  1. 21. Januar 2017 20:01

    Sorry, aber nachdem du Charisma-Vakuum Diesel als „sympathisch“ tituliertest, habe ich aufgehört zu lesen. 😉

    • donpozuelo permalink*
      22. Januar 2017 10:15

      Hahaha… doch. Irgendwie mag ich ihn. Wenn ich Vin Diesel höre, weiß ich sofort, was mich erwartet, kann mich drauf einstellen und mich an dem Quatsch köstlich erfreuen.

  2. 23. Januar 2017 01:09

    Also Donnie Yen als „Rogue One“-Star zu titulieren…finde ich nicht gut.
    Aber 9 Punkte! Jetzt gucke ich ihn ganz bestimmt, das will ich genauer wissen :))

    • donpozuelo permalink*
      23. Januar 2017 10:52

      Ich weiß natürlich, dass Donnie Yen mehr ist als nur ROGUE ONE. Das war mir nur noch so präsent im Kopf, weil ich ihn da auch sehr mochte.

      Und ja, Triple X 3 ist schon unterhaltsam. Kann man gucken 😉

  3. 24. Januar 2017 15:59

    Selbst mit dieser Kritik hier habe keine Lust auf den Film. Hirnlose Action gibt es im Augenblick zuviel. Und auf keine davon hab ich Lust. Viel eher muss ich noch La La Land sehen. Eher etwas Anspruch, bzw. etwas schönes.

    Trotzdem: Nett zu lesen. Ein bisschen viel Wiederholungen im Text, aber das ist bei dem Ausgangsmaterial in Ordnung. 😀

    • donpozuelo permalink*
      24. Januar 2017 16:10

      Hahaha… und du musst auch unbedingt „Manchester by the Sea“ gucken. Auch ein Super-Film!

Trackbacks

  1. Hinter der Mauer | Going To The Movies

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