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Mütter und Töchter

2. Dezember 2016

Ja, ich bin ein Gilmore-Junge, sprich: Ich habe früher tatsächlich mit reger Begeisterung „Gilmore Girls“ geguckt (bevor jemand fragt: Team Jess!)… doch als auch hier die Gerüchte um ein Revival lauter wurden, war ich skeptisch. Als die Gerüchte zu Wahrheiten wurden, veränderte sich nicht viel an meinen Gefühlen. Ich glaube, das „Akte X“-Revival hat mich immer noch schwer gezeichnet und jede „geliebte“ Serie der Vergangenheit, die erneut aufgewärmt wird, muss gegen meine Skepsis ankämpfen. Aber die Neugier gewinnt am Ende ja meistens doch… zumal die neue Staffel „Gilmore Girls“ ja auch nur aus vier Folgen besteht (die dafür alle Spielfilmlänge haben)… und was kann man bei den „Gilmore Girls“ schon groß falsch machen? Hauptsache, es wird schnell und noch schneller geredet, es wird viel Kaffee getrunken, es wird herzlich und skurril in dem kleinen, beschaulichen Stars Hollow und es geht ein bisschen um Liebe, Herzschmerz und alles, was dazu gehört.

All das bekommen wir dann auch in „Gilmore Girls: A Year in the Life“. Anhand vier Folgen, die nach Winter, Frühling, Sommer und Herbst benannt sind, kehren wir zu unseren Lieblingsschnattertanten zurück: Lorelai (Lauren Graham) genießt das Leben in Stars Hollow an der Seite von Luke (Scott Patterson), ärgert sich in jeder Folge mit neuen Köchen rum, weil ihre Sookie (Melissa McCarthy) ja nicht mehr bei ihr arbeitet. Irgendwann stößt Rory (Alexis Bledel) dazu, die zwischen London, New York und Stars Hollow hin und her pendelt, keinen richtigen Job hat (außer einem tollen Artikel im New Yorker hat das kleine Genie es nicht zu viel gebracht), sich als Mätresse von Logan (Matt Czuchry) verdingt und nach dem Sinn in ihrem Leben sucht. Dazu kommt Oma Emily (Kelly Bishop), die den Tod von Ehemann Richard (Edward Hermann) verarbeiten muss.

Sie trinken wieder To-Go

Die vier Jahreszeiten der „Gilmore Girls“… und was soll ich sagen? Die vier Folgen hatten letztendlich alles zu bieten, was man von diesen Damen erwartet. Die neue Staffel ist dabei wirklich reiner Fan-Service, der aber wirklich gut in Szene gesetzt worden ist. Und mit Fan-Service meine ich jetzt, dass wirklich JEDER mehr oder weniger wichtige Charakter einen mehr oder weniger großen Auftritt hat. Gut, die beiden Darsteller, die nach „Gilmore Girls“ tatsächlich noch ein wenig Erfolg hatten, tauchen nur recht kurz auf – also Melissa McCarthy und Jared Padalecki. Aber egal, wie lang der jeweilige Auftritt nun ist, die Macher um Amy Sherman-Palladino und Daniel Palladino treffen genau den Punkt. Sie haben diese Charaktere halt erschaffen und wissen ganz genau, wie sie ticken. Und das ist dann auch das, was an der neuen Staffel von „Gilmore Girls“ wirklich richtig viel Spaß macht.

In dieser Stadt scheint sich einfach mal nichts sonderlich groß verändert zu haben. Keiner scheint hier wirklich groß gealtert zu sein. Vielleicht ein paar graue Haare hier und da, ein paar Falten, aber das war’s… die Macken sind die gleichen. Die Stadt-Meetings sind die gleichen. Es macht Spaß, wieder nach Stars Hollow zurückzukehren. Vielleicht ist diese Stadt irgendwo unter einer Glaskuppel und wartet darauf, uns zu unterhalten.

Dass es am Ende nur vier Folgen geworden sind, ist auch recht angenehm… zumal ich selbst bei diesen vier langen Folgen schon das Gefühl hatte, dass hier teilweise arg gestreckt wurde. So nervt uns die Sommer-Folge mit einem Stars-Hollow-Musical und das für gefühlte Ewigkeiten (nur um uns zu zeigen, dass Lorelai die einzige Anwesende ist, die es nicht mag). Aber hey, was soll’s? Der Rest ist das, was die Gilmore Girls ausmacht: das was man halt schon kennt. Da hat Rory ihre Liebeskrisen – inklusive Wookie-One-Night-Stand (und ein Alkohol-Problem), Lorelai eine kleine Midlife-Crisis und Emily eine Findungskrise. Aber wie sich das für die „Gilmore Girls“ gehört, gibt es für alles irgendwie eine Lösung.

„Gilmore Girls: A Year in the Life“ ist leichte, unterhaltsame Kost. Lauren Graham und Alexis Bledel finden ohne Probleme wieder in ihre Rollen und es macht einfach Spaß, ihnen zu zusehen. Die vier Folgen frühstücken sich mit einer angenehmen Schnelligkeit weg. Starke Charaktere helfen halt manchmal doch, wenn die Story nicht soooo gut ausgearbeitet ist. „Gilmore Girls: A Year in the Life“ ist wirklich gelungener Fan-Service… und wer weiß, so wie die neue Staffel endet, ist ja noch Platz für eine zweite neue Staffel. Ich habe absolut kein Problem, dabei zu zusehen, wie die Gilmore Girls alt und grau werden 😉

Wertung: 8 von 10 Punkten (so funktioniert Nostalgie 😉 )

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8 Kommentare leave one →
  1. 2. Dezember 2016 15:22

    Heeey, Team Jess! 😀

    Ich schließe mich dem zu 100% an.

  2. 7. Dezember 2016 19:53

    Hätte es nicht besser formulieren können! Die Folgen hatten viele Schwächen aber das ist gar nicht so wichtig weil sie das wichtigste drin hatten: Das Feeling und die Atmosphäre dieser Serie – wenn auch nur aus Nostalgiegründen. Ich hoffe sehr, dass sie diesen neuen Weg der beiden in weiteren Folgen zeigen.

    • donpozuelo permalink*
      8. Dezember 2016 09:26

      Ja, das hoffe ich auch. Nur wünsch ich mir dann schon ein wenig mehr Substanz. Jetzt so als Nostalgie-Ding war’s echt super, aber wenn das weiter fortgeführt wird, sollte es irgendwann auch ein bisschen mehr sein.

      • 8. Dezember 2016 13:25

        Ja das gleiche hab ich auch gedacht. Wäre aber auf jeden Fall Potenzial da… Wird eben schwierig wenn man es gleichzeitig auch noch den Fans recht machen will

        • donpozuelo permalink*
          8. Dezember 2016 14:13

          Aber so fand ich es okay. Was sie da mit dem Akte X Revival gemacht haben, war ja richtig merkwürdig. Das haben die Gilmore Girls auf jeden Fall besser gemacht

  3. 18. Dezember 2016 21:40

    Yessss Team Jess! *Internet – High – Five*
    Da ging es uns wirklich ziemlich ähnlich was die Fortsetzung der Serie betrifft.

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