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Viva el rey!

18. November 2016

Lang lebe der König! Aber wenn der König, ein gesuchter Drogenlieferant ist, wird das mit dem langen Leben etwas schwierig. Wenn wir jedoch eins aus der ersten Staffel „Narcos“ gelernt haben (neben den ganzen Schimpfwörtern und den Anfängen des äußerst erfolgreichen Kokainschmuggels), ist Pablo Escobar ein König gewesen, der gut auf sich aufpassen konnte. Der selbst im Gefängnis noch besser lebte als jeder König. Das war schon alles verrückt, was uns Staffel 1 da offenbarte: Der Typ geht freiwillig in ein selbstgebautes Gefängnis… ich sag’s ja, wenn es nicht wahr wäre, würde man es alles nicht glauben. Denn in Staffel 2 spaziert dieser Pablo Escobar aus dem Gefängnis, das von der Armee umstellt ist. Und der König wandert einfach durch die Massen und geht in Ruhe nach Hause.

Nur wirklich Ruhe gibt es in Staffel 2 für Pablo Escobar (Wagner Moura) nicht. Denn jetzt wird er gejagt wie noch nie zuvor. Nicht nur hängen ihm die DEA-Agenten Pena (Pedro Pascal) und Steve Murphy (Boyd Holbrook) an den Backen, auch ein feindliches Kartell, angestachelt von der Witwe eines Opfers von Pablo, Judy Moncada (Christina Umana), wollen den lästigen Pablo loswerden.

Der König der schicken Pullis

„Narcos“ bleibt sich auch in Staffel 2 treu und beeindruckt durch die gekonnte Mischung von Dokumentation und Fiktion. Aber wie schon anfangs erwähnt, fand ich die zweite Staffel einfach nochmal so viel spannender als die erste. Was vor allem an dieser Hetzjagd auf Pablo liegt. Und den Folgen, die sie hat. Staffel 2 macht nämlich alles noch ein wenig krasser. Die Regierung ist verzweifelt, die Polizei und das Militär ist wütend – so wütend, dass sie nicht einmal vor dem Mord an Kindern zurückschrecken (ja, ein Altbekannter aus Staffel 1 sorgt so dafür, dass seine Botschaft auch wirklich Pablo erreicht und der sich auch in die Hose machen sollte). Alle in dieser Staffel wollen Pablo Escobar… die Staffel lebt von dieser Hektik, von der Verzweiflung, der Anspannung: Ist Informant X zuverlässig? Können sie Escobar dieses Mal schnappen? Entkommt er doch? Und wenn ja, wie? Jede Folge ist ein Rennen gegen die Zeit, jede Folge ist auch damit verbunden, dass sich die drei unterschiedlichen Parteien – Escobar, seine Feinde und die Regierung – wirklich nichts schenken. Ermordet die eine Seite jemanden, schlägt die andere knallhart zurück.

Spannend fand ich aber auch die Entwicklungen der einzelnen Charaktere, vor allem aber die von Agent Javier Pena. Ich mochte ihn und auch Pedro Pascal schon in der ersten Staffel, nur sticht er jetzt noch sehr viel mehr hervor. Denn Pena geht einen Deal mit dem Teufel ein, um einen schlimmeren Teufel zu jagen. Pena wird durch seine Taten zu interessantem Diskussionsstoff: sollen wir gutheißen, dass er auf illegale Weise versucht, etwas Gutes zu tun? Oder tauscht er letztendlich nur das eine Übel durch ein neues aus? Aber hier sehen wir einfach einen Mann am Rande der Verzweiflung, der von seinen eigenen Taten gequält wird, aber keinen anderen Ausweg sieht. Javier Pena wird in Staffel 2 von „Narcos“ zur interessantesten Figur.

Was natürlich nicht heißen soll, dass ein Wagner Moura plötzlich aus dem Rampenlicht der Serie verschwindet. Auch wenn er am Ende stirbt, zieht Pablo Escobar sein Ding bis zum letzten Atemzug durch. Dieser Mann kam aus dem Nichts und wurde zum König. Und als solcher wehrt er sich mit allen Mitteln.

Mit Madame Moncada und dem Cali Kartell kommen ein paar neue Spieler aufs Feld, die der zweiten Staffel dann noch einmal zusätzlich Zündstoff geben – da sich vor allem die Männer des Kartells ungern was von der taffen Moncada sagen lassen. Hier spielt sich eigentlich schon eine zweite Geschichte ab, die darauf hindeutet, was uns in einer dritten Staffel erwarten könnte.

Die zweite Staffel „Narcos“ ist eine packend erzählte Hetzjagd, die nicht nur von der grandiosen Inszenierung lebt, sondern dieses Mal noch viel mehr durch die Charaktere. Jetzt geht es weniger um Escobar, sondern um seine Jäger – was eine gute Abwechslung liefert. Staffel 3 kann gerne kommen.

Wertung: 9 von 10 Punkten (die Seiten zwischen Gut und Böse verwischen, zum Wohle aller, wie es scheint)

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