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Aquaman und seine Jungs

4. November 2016

Wenn ich so darüber nachdenke, wie viel Zeit bei mir mittlerweile fürs Serien gucken drauf geht, ist das fast schon ein bisschen gruselig. Früher habe ich mal nen Film unter der Woche geguckt. Mittlerweile denke ich mir: „Oh, jetzt noch nen Film gucken, dann wird’s aber spät. Ich schau lieber noch eine Folge von XY!“ Problem dabei ist, dass es nur zu selten wirklich bei einer Folge bleibt und ich dann länger gucke, als wenn ich einfach einen Film reingeworfen hätte. Und das ist ja noch nicht einmal das Schlimmste daran: wenn ich so alles zusammenrechne, gucke ich so etwa fünf bis sechs Serien gleichzeitig. Von alten Sachen wie „Buffy“ (was ich gerade nachhole) oder „Sopranos“ (was ich zum ersten Mal gucke) bis hin zu „American Horror Story“, „The Walking Dead“ und was nicht sonst noch gerade interessant ist. Ich weiß, diese schlimmen Erste-Welt-Probleme sind wirklich zum Verzweifeln.

Aber das sind ja jetzt nur die Serien, die ich nach der Arbeit gucke. Zum Frühstück gucke ich ja auch noch. Dann meistens aber tatsächlich nur eine Folge. Am besten was Leichtes, wo eine Folge nach 20 Minuten vorbei ist. Tja, und so bin ich dann irgendwann durch einen guten Freund (der Gleiche, der mich so lange genervt hat, „The Walking Dead“ wieder anzufangen) zu einer neuen Dramedy gekommen: „Entourage“.

„Entourage“ wurde mir ein bisschen verkauft als „Sex and the City“ für Männer (und dabei dachte ich, das wäre schon durch „Californication“ abgedeckt worden – aber gut…). In „Entourage“ dreht sich alles um den aufstrebenden Darsteller Vincent „Vinnie“ Chase (Adrian Grenier) und seine Entourage – bestehend aus seinem Jugendfreund Eric „E“ Murphy (Kevin Connolly), seinem Bruder Johnny „Drama“ Chase (Kevin Dillon) und Turtle (Jerry Ferrara).

The boys…

Ich habe jetzt die ersten vier Staffeln der Serie durch, vier und ein Film folgen noch, aber ich dachte, ich ziehe mal eine kurze Zwischenbilanz. Basierend auf den Erfahrungen und Erlebnissen von Mark Wahlberg (der auch Produzent der Serie ist) geht es in „Entourage“ um erfrischend wenig (also erfrischend weltbewegend wenig – aber gut, das trifft ja auch auf so fast jedes Comedy-Format zu): zu welcher Party gehen die Jungs als nächstes? Wer macht mit wem rum? Und natürlich geht es auch um Filme. Anfangs geht es darum, dass Vinnie den neuen „Aquaman“ unter der Regie von James Cameron spielen soll, dann erfüllt er sich sein Wunschprojekt und spielt Pablo Escobar (und die Ausschnitte, die man von dem Film dann in der Serie zu sehen bekommt, haben mich dann so angefixt, dass ich mir unbedingt „Narcos“ angucken musste 😉 ).

Mehr kann man zur Handlung der Serie nicht wirklich sagen. So eine Serie ist gut und schnell weggeguckt, die Comedy funktioniert gut, das Drama auch (obwohl die Comedy schon immer noch überwiegt). „Entourage“ ist Sitcom ohne Sitcom zu sein, keine Lacher, kein Studio-Publikum und dennoch sind die gröbsten Probleme auch hier auf sympathische und humorvolle Art und Weise in knapp 20 Minuten geklärt. Allerdings merke ich jetzt nach vier Staffeln schon erste Ermüdungserscheinungen, ist es doch wirklich schwer, in jeder Staffel noch was Neues in die Serie zu bringen. Am stärksten fand ich da bisher wirklich die zweite Staffel…

Vor allem natürlich deshalb, weil man hier Jeremy Piven eine sehr viel größere Rolle gegeben hat: Er spielte schon in der ersten Staffel Vinnies launischen Agenten Ari Gold. Und der war so bissig, so schlagfertig, so ironisch, so unterhaltsam, so bitter-böse und gleichzeitig doch sausympathisch, dass Pivens Rolle ab der zweiten Staffel extrem ausgebaut wurde.

The King of Entourage

Ganz ehrlich, ohne Piven hätte ich die Serie wahrscheinlich auch nicht so lange durchgehalten… denn außer Piven ist höchstens noch Kevin Dillon als Johnny Drama interessant. Der war mal kurzzeitig durch eine Serie recht erfolgreich und versucht nun – im Schatten seines kleinen Bruders – seine Karriere noch einmal anzukurbeln. Dillon spielt Johnny einfach nur umwerfend – ein bisschen naiv, ein bisschen die Mama der Gruppe, ein bisschen eine Diva. Johnny Drama kann in dieser Serie sagen, was er will, er liefert immer das ab, was man von ihm erwartet.

Neben Piven und Dillon ist dann noch Rex Lee als Aris Assistent Floyd ein echtes Highlight (das ebenfalls in der zweiten Staffel eingeführt wird). Alle anderen würde ich mal salopp als solide bezeichnen. Wenn ich ganz ehrlich sein muss, muss ich aber gestehen, dass mir Adrian Grenier und Kevin Connolly und auch Jerry Ferraras Turtle ein bisschen egal sind. Grenier ist ein guter Schönling, der den aufstrebenden Star glaubhaft, aber auch ein bisschen langweilig verkörpert. Der Typ fickt und schauspielert – das war’s. Ist wohl so 😉 Letztendlich werden diese drei zur Entourage von Piven und Dillon, aber hey… die Balance stimmt irgendwie. Diese Gruppe funktioniert gut und unterhält. Von daher… werde ich es sicherlich nicht so schwer haben, auch noch die letzten vier Staffeln zu gucken.

Wertungen:

Staffel 1 – 7 von 10 Punkten

Staffel 2 – 9 von 10 Punkten

Staffel 3 – 8 von 10 Punkten

Staffel 4 – 7 von 10 Punkten

(alles in allem eine Serie, die dank guter Darsteller viele Schwachstellen überwinden kann)

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10 Kommentare leave one →
  1. 4. November 2016 07:54

    Ich muss ja zugeben, ich bin mit der Serie nicht warm geworden und habe sie nach Staffel 1 abgebrochen. Die Gründe hast du auch schon genannt: Der Hauptcast, insbesondere die Hauptfigur und der nervige Turtle, waren einfach nicht interessant.

    • donpozuelo permalink*
      4. November 2016 08:37

      Ja… kann ich vollkommen verstehen. Ich glaube, das haben sogar die Macher verstanden… und dementsprechend Jeremy Pivens Rolle in Staffel 2 sehr stark ausgebaut.

  2. 4. November 2016 14:39

    Ich mag die Serie auch sehr, wobei ich bei deiner Einschätzung der einzelnen Staffeln und auch der Charaktere bin. Piven ist schon großartig und Staffel 2 und 3 waren die Highlights. Wird gegen Ende leider immer schwächer…

    • donpozuelo permalink*
      4. November 2016 14:43

      Ja… ich bin jetzt im Moment gerade in Staffel 5 und merke es schon… das Konzept ist aber einfach auch nicht so stark, um es auf acht Staffeln UND einen Film zu strecken. Aber dennoch ist es unterhaltend. Hast du den Film gesehen?

      • 4. November 2016 14:47

        Ja, den habe ich gesehen. Es wär schön nach ein paar Jahren einmal wieder die Charaktere zu sehen und fand ich insgesamt auch besser als die letzte (oder auch vorletzte) Staffel.

        • donpozuelo permalink*
          4. November 2016 15:04

          Okay. Gut zu wissen. Der wird dann nach der achten Staffel auf jeden Fall auch noch geguckt. Mal sehen, wie der wirkt, wenn man ihn direkt nach dem Serienfinale schaut.

  3. 9. November 2016 05:08

    Ich fand dass irgendwie bedenklich, dass ich nach dem Konsum der ersten Folge im Kino beim Kinofilm kein einziges Mal das Gefühl hatte, dass ich irgendwas nicht verstehe oder irgendwas in den Staffeln passiert wäre. *lach*

    • donpozuelo permalink*
      9. November 2016 07:15

      Ach, du hast den Film gesehen? Okay… aber hey, was anderes hätte ich von dem Film auch nicht erwartet. Letztendlich könnte man auch eine komplette Staffel auslassen und hätte nichts verpasst. Es geht halt immer um das Gleiche.

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