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Schreie an Halloween

28. Oktober 2016

Halloween steht vor der Tür und ich muss meinen treuen Lesern ja nicht noch einmal erzählen, dass ich mit dem Überschwappen von Halloween zu uns nicht wirklich was anfangen kann. Ich feiere es nicht, ich verkleide mich nicht und ich gehe auch nicht an die Tür, wenn zu Halloween bei mir geklingelt wird (was zum Glück eh erstaunlich selten passiert). Die einzige Tradition (wenn ich das denn so nennen kann), die ich wirklich mag, ist das Gucken von Horror-Filmen. Aber gut, dafür braucht man jetzt auch kein Halloween. Ein verregneter Oktober, der uns sowieso mehr Dunkelheit als Licht schenkt, ist doch ohnehin wie geschaffen, um sich im Dunkeln mit guten Horror-Filmen abzugeben. Oder halt Serien… oder, wie in diesem Fall, einem Horror-Serien-Special… nämlich dem Halloween-Special von „Scream“.

Nachdem Emma (Willa Fitzgerald) nun schon zum zweiten Mal einem verrückten Killer mit Maske gekommen ist, braucht sie dringend eine Pause. Da passt es dann auch hervorragend, dass Noah (John Karna) nach der Veröffentlichung seines Comics „The Lakewood Six“ – den er natürlich zusammen mit Gustavo (Santiago Segura) veröffentlich hat – dringend Stoff für ein neues Buch braucht. Da kommt die Legende von Anna Hobbs genau richtig… die soll auf der kleinen, beschaulichen Insel Shallow Grove drei Menschen brutal ermordet haben. Natürlich verschweigt Noah das seinen Freunden, die zu einem Kurzurlaub auf einer kleiner Insel natürlich nicht Nein sagen. Doch kaum auf der Insel angekommen, passieren die ersten Morde… und schnell wird deutlich, dass irgendjemand versucht, die Legende von Anna Hobbs mit den Lakewood Six zu erneuern.

Noah goes old school

Serien-Specials dieser Art bin ich überhaupt nicht gewohnt. Alle Serien, die ich bisher geguckt habe oder gerade noch gucke, haben auf sowas verzichtet. Da wird einfach brav Staffel für Staffel eine Geschichte erzählt und fertig. Deswegen war das „Scream“-Halloween-Special schon ein bisschen was besonderes… zumal ich nach der zweiten Staffel dachte, dieses Special wäre das Ende für „Scream“. Doch es geht 2017 doch noch weiter. Eine dritte Staffel kommt und erzählt uns dann hoffentlich die wahre Geschichte von Brandon James, die in der ersten Staffel mal kurz angerissen wurde und die in der zweiten fast komplett ignoriert wurde, obwohl man da zumindest andeutete, dass die Eltern von Emma irgendwas mit James zu tun haben könnten.

Wie ihr an dieser Ausführung vielleicht bemerkt habt, sind das alles Fragen, die das Halloween-Special gekonnt unbeantwortet lässt. Stattdessen ist das Special wirklich ein Special… und eigentlich bis auf den Anfang und das Ende (mit einem herrlich fiesen Cliffhanger) komplett von der Handlung der ersten beiden Staffeln losgelöst. Es ist wirklich eine längere Sonder-Episode, die einen neuen Mörder einführt – losgelöst von Lakewood, losgelöst von Brandon James. Ein Special eben.

Und dieses Special macht tatsächlich ziemlich viel Spaß. Vor allem, weil es sich wirklich nicht wie „Scream“ anfühlt. Sondern viel mehr wie ein klassischer Old-School-Horror-Film. In einer Serie wie „Scream“ die ja vor Andeutungen und Verweisen auf anderen Horror-Filme nur so strotzt, wird das Ganze noch einmal auf die Spitze getrieben, indem das Special selbst sich anfühlt wie eine Mischung aus „Halloween“ und „Freitag, der 13.“. Das kompakte Format scheint den Machern zudem gerade gut in den Kram zu passen, so wird die Spannungsschraube von Anfang an recht ordentlich angezogen und das Mysterium, wer hier wen warum umbringt, lässt das Horror-Fan-Herz höher schlagen. Die Atmosphäre stimmt, die Location stimmt, der Kill-Count stimmt und ein unheimlicher Killer mit komischer Kartoffel-Sack-Maske stimmt auch.

So geht es von einem Tod zum nächsten, und irgendwie hatte ich das Gefühl, dass „Scream“ in seinem Special wieder mehr zu dem gefunden hatte, was es in der ersten Staffel war: gute Slasher-Unterhaltung, die vor allem nicht durch nervige Füller-Episoden gestört wurde. Dazu die beliebten Serien-Charaktere, die man ja nach zwei Staffeln gerne sieht… und die hier stark an „Scooby Doo“ erinnern, wenn sie mit Kerzen und Taschenlampen durch das Mörderhaus streifen, geheime Türen entdecken und durch düstere Tunnel laufen, um der Wahrheit auf den Grund zu gehen. Audrey ((Bex Taylor Klaus) fand ich in diesem Special etwas schwach, während Noah natürlich wieder gekonnt überzeugt. Worüber ich mich aber tatsächlich etwas gefreut habe, war die Tatsache, dass die gute Emma ein bisschen mehr hervorsticht. Sie findet in diesem Special mehr zu sich selbst, hat erstaunlicherweise ein paar echt coole Moves drauf und verwandelt sich langsam von der Schüchternen in die Mutige. Wer weiß, was das für die dritte Staffel bedeuten mag.

Ein Problem habe ich dann aber doch mit diesem kleinen Special – ein Problem, das ich leider nicht ignorieren kann. Die Auflösung der ganzen Geschichte hat mich wirklich nicht umgehauen. Ich fand sie sehr konstruiert und ehrlich gesagt, ein wenig einfallslos. Irgendwie hatte ich mir nach dem guten Auftakt dann doch etwas Besseres erhofft, als das, was man mir da anbot.

Aber alles in allem ein unterhaltsames Special… schauen wir mal, was die weitere Zukunft „Scream“ noch bringen wird.

Wertung: 7 von 10 Punkten (eine bessere Auflösung und dieses Special wäre so richtig großartig gewesen)

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