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Das Dämonen-Haus

26. Oktober 2016

Der Horror-Film… wo soll es mit ihm eigentlich noch hingehen? Letztendlich ist doch echt schon alles da gewesen und es fällt schwer, den geneigten Fan noch wirklich mit irgendwas zu begeistern. Der Horror-Markt ist aber trotzdem einer, der immer wieder „Neues“ hervorbringt, immer wieder Monster, immer wieder Geister, immer wieder irgendwas, das uns an den Kragen will. Zwischen diesen ganzen Filmen gibt’s immer mal wieder interessante Ausnahmen, wo das Drehbuch stimmt, wo die Effekte stimmen, wo die Darsteller stimmen… und es vielleicht trotz einiger Klischees funktioniert… und wir uns ein bisschen ins Hemd machen. Der gute James Wan gehörte mal zu denen, die uns auf eine interessante neu-alte Art und Weise das Blut in den Adern gefrieren ließ. Na gut, vielleicht nicht das Blut, aber gruselig und gut war sein „Saw“ damals schon. Selbst „Insidious“ war noch spannend und „The Conjuring“ war gerade wegen dem guten Einsatz altbekannter Effekte so wirkungsvoll. Doch für „Demonic“ stand Wan selbst nur als Produzent zur Verfügung und überließ Will Canon die Regie.

Detective Mark Lewis (Frank Grillo) findet in einem verlassenen Haus die Leichen dreier Studenten… und den verletzten John (Dustin Milligan), den scheinbar einzigen Überlebenden. Im Verhör offenbart sich dann die wahre Geschichte: John und seine Freunde kamen in dieses verlassene Haus, weil John von Visionen geplagt wird… die durchaus etwas damit zu tun haben könnten, dass seine Mutter die einzige Überlebende eines Massakers war, das in genau diesem Haus stattfand. Mit Hilfe einer Seance und zahlreichen Kameras wollen Johns Freunde mit den Geistern Kontakt aufnehmen. Was natürlich gründlich in die Hose geht.

So hatte er sich sein Date nicht vorgestellt

Ich muss gestehen, dass mir „Demonic“ anfangs recht gut gefiel… und das allein schon wegen der Tatsache, dass der Film sich durch seine Rückblenden zu erklären versucht und dadurch zusätzlich ein bisschen mehr Spannung aufbaut. Frank Grillo als Detective und Maria Bello als Psychologen versuchen durch das Verhör von John und die Video-Aufnahmen herauszufinden, was vorgefallen ist. Jetzt ist diese Rückblenden-Herangehensweise auch nichts besonderes, aber es passt zum Film und Canon setzt es immer wieder gut getimt ein, sodass man am Ball bleibt.

Durch diese Methode kann Canon zusätzlich auch noch das Found-Footage-Element in den Film einbringen, ohne das es zu sehr nervt. Es gibt ein paar Wackelbilder, die wirkungsvoll eingesetzt werden. Und die Mischung aus Found-Footage und „realem“ Bild verbindet Canon teilweise so gut, dass einige der Jump Scares schön reinhauen. Denn in dem dunklen Horror-Haus entsteht auch eine schöne Atmosphäre. Canon übertreibt es nicht mit zu viel Schabernack, aber wenn mal was um die Ecke kommt, dann zuckt man manchmal schon zusammen. Nicht sehr oft, denn vieles ist man halt einfach schon gewohnt, aber doch so einige Male.

Und trotz der guten Aufmachung wollte der Funke bei „Demonic“ nicht so richtig überspringen. Und das lag für mich größtenteils an den Darstellern. Nicht an den alten Hasen. Frank „The Purge 2+3“ Grillo funktioniert super als hektischer Cop, der alles daran setzen will, diesen Fall zu lösen. Und Maria Bello macht aus ihrer kleinen, aber feinen Nebenrolle auch das meiste. Es sind vielmehr Dustin Milligan und seine Konsorten, die mich nie so wirklich überzeugen konnten. Ähnlich wie schon Shane Abbess in „Infini“  kriegt es auch Canon nicht hin, uns diese kleine Gruppe interessant zu machen. Man lernt keinen von ihnen wirklich kennen, sie bleiben oberflächliches Kanonen-Futter (Canon-Futter, wenn man den Witz mal bringen darf) für den Dämonen. Hier haben wir die typische Horror-Teenie-Gruppe mit all den typischen und langweiligen Problemchen, von denen man ganz genau weiß, wer wann wie draufgehen wird. Gäähn… was noch erschweren dazu kommt, dass keiner von denen wirklich Angst zeigt. Wenn sich die ersten Türen schließen, wenn die ersten Erscheinungen auftauchen, bleiben die alle so verdammt cool, viel zu cool. Tatsächlich hätte ich mir einfach ein bisschen mehr Panik, ein bisschen mehr Kreischen, ein bisschen mehr Emotionen gewünscht… damit ich vielleicht auch ein bisschen mitfühlen kann.

So kann man wohl letztendlich nur sagen, dass „Demonic“ ein netter Horror-Streifen ist, der einen guten und spannenden Ansatz hat, es aber nicht richtig zu beenden weiß. Dazu kommt so ein typisch-doofes Ende, bei dem die Macher sich alle Möglichkeiten für den Start eines Franchise offengehalten haben… was auch blöd ist, denn richtig zufriedenstellend ist das Ende einfach nicht.

Wertung: 6 von 10 Punkten (tolle Ideen, viel Bekanntes und eine Riege Darsteller, die nicht wirklich überzeugt… schade eigentlich)

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