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Elis Menschenfresser

5. Oktober 2016

Mittlerweile frage ich mich schon, warum ich mir nach wie vor Filme von Eli Roth anschaue? Habe ich denn wirklich nichts aus dem letzten Fiasko mit dem Klopf-Klopf-Witz wirklich nichts gelernt? Habe ich aus allen anderen Filmen nichts gelernt??? Ich meine, wenn wir mal kurz überlegen, was der gute Mr. Roth so filmisch vollbracht hat, dann ist das doch wirklich nur Müll. „Cabin Fever“ war furchtbar, „Hostel“ noch viel mehr und das war’s ja eigentlich auch schon. Ansonsten setzt der Mann als Produzent unter jeden Mist seinen Namen und kommt dafür groß aufs Poster. Ich glaube, das einzige Mal, dass ich Eli Roth ertragen konnte, war als Schauspieler in „Inglourious Basterds“… aber ansonsten steht der Name Eli Roth doch wirklich für nichts. Und trotzdem kriegt er immer wieder Geld zusammen, um Filme zu drehen… und trotzdem verschwende ich wieder eure und meine Zeit damit, ihm ein paar Zeilen zu widmen. Aber gut, sehen wir es als gemeinnützigen Dienst an: ich verschwendete Zeit mit einem weiteren Roth-Film, verschwende weitere kostbare Minuten, diesen Text zu schreiben, für den ihr kostbare Minuten verschwendet, um ihn zu lesen – aber immerhin werdet ihr danach nicht noch Zeit mit „Green Inferno“ von Eli Roth verschwenden.

Denn in „Green Inferno“ schickt Roth seine neue Muse Lorenza Izzo (sie machte zuletzt Keanu Reeves in „Knock Knock“ für Roth das Leben zur Hölle) mit einer Gruppe von Aktivisten in den Dschungel. Sie wollen sich an Bäume ketten und gegen die Abrottung protestieren. Anschließend werden sie wieder nach Hause geschickt – blöd nur, dass ihr kleines Flugzeug abstürzt und sie von einem Kannibalen-Stamm aufgegriffen werden. Nach und nach werden die kleinen Demonstranten verspeist…

Nix für Vegetarier…

„The Green Inferno“ – so hieß auch der Film, den das Dokumentar-Team aus „Cannibal Holocaust“ drehen wollte und der uns ja so eklige Bilder ablieferte. Nun möchte Eli Roth uns zeigen, wie sehr er diesen Film und das Kannibalen-Genre an sich mag und dreht sein eigenes „Cannibal Holocaust“. Nur halt leider so, dass es nicht einmal ansatzweise an das Original heranreicht und man sich halt einmal mehr fragt, mit welchen Hintergedanken Roth überhaupt Filme dreht.

Nun gut, wenn wir uns die „Hostel“-Reihe angucken, dann gibt es für Roth nur einen Grund: ordentlich schocken. Zum Teil gelingt ihm das sogar jetzt in „Green Inferno“, denn wenn man sich erst einmal durch die furchtbar schlechten Dialoge und die arg gestelzten Szenen zwischen den Demonstranten gequält hat, quält uns Roth mit ekligen Zerstückelungsszenen. Nun war ich durch „Cannibal Holocaust“ vorbereitet, aber schön ist das Ganze trotzdem nicht anzuschauen.

Brutalen Kannibalen-Horror gibt’s in „Green Inferno“ sogar mehr als im Original – natürlich. Mit irgendwas muss Roth ja hervorstechen. Leider ist das dann auch wieder das Einzige. Denn wo er alle Kreativität ins blutige Gemetzel steckt, hat er nichts mehr übrig um den restlichen Film zu füllen. Dazwischen dürfen wir uns dann mit unseren Protagonisten rumprügeln und uns über die merkwürdige Art und Weise wundern, mit der Roth Charaktere schreibt. Da ist vor allem Alejandro (Ariel Levy) zu erwähnen, der die Sache mit dem An-Bäume-Ketten organisiert hat. Tja, der ist der komischste Typ hier überhaupt, hintergeht ständig seine Mitleidenden, holt sich zwischendurch noch einen runter… äh, ja genau. Seine „Freunde“ werden gefressen und er spielt an sich selbst herum. Warum? Sorry, keine Ahnung. Um klar denken zu können? Jupp, genau. Genau das Richtige. Sind wir also mal wieder in einer schwierigen Situation, dann spielen wir kurz an uns selbst rum. Die Glücksgefühle davon machen unser Hirn frei und wir können besser mit der Situation umgehen. Danke, Eli Roth, für solche Glanzleistungen.

Ähnliche Glanzleistungen gibt’s dann, wenn die Gruppe eine Tüte Marihuana in einer Leiche versteckt, worauf natürlich das komplette Dorf der Kannibalen total bekifft ist und nicht checkt, wenn zwei ihrer Gefangenen entfliehen können. Jupp, auch für diese Glanzleistung gratulieren wir Mr. Roth. Aber ich glaube, er hat diese Szene nur geschrieben, um eine etwas andere Version des Fress-Flashs drehen zu können… was in einer weiteren nicht sonderlich leckeren Szene endet.

„Green Inferno“ wurde immer wieder verschoben und verschoben… und nachdem ich ihn jetzt gesehen habe, wünschte ich, man hätte ihn weiterhin immer wieder verschoben und verschoben. Dabei muss man auch sagen, dass es bei weitem nicht Roth‘ schlechtester Film ist. Ich würde den hier „Knock Knock“ immer vorziehen, aber trotzdem bleibt es ein lausiger Film mit schlechtem Skript, dass uns anfangs zu Tode langweilt, uns dann schockt und zwischendurch einfach nur nervt.

Wertung: 3 von 10 Punkten (okay, ich habe jetzt offiziell genug von Kannibalen – außer Mads Mikkelsen kehrt für eine vierte Staffel „Hannibal“ zurück!)

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2 Kommentare leave one →
  1. 6. Oktober 2016 01:16

    Ich frage mich auch immer wieder warum ich dem Kerl eine Chance gebe. Ich glaube ich fand ihn als Bäääääärenjuuuude heiß. Vielleicht sollte man ihm einfach ein Verbot für hinter der Kamera aussprechen und ihn immer zum Schauspielen zwingen.

    • donpozuelo permalink*
      6. Oktober 2016 12:27

      Ja. Absolut. Bei Tarantino war er echt verdammt cool. Und er sollte wirklich lieber einfach nur noch schauspielern. Alles andere ist einfach nicht gut.

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