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A Blade of Grass

9. September 2016

Es gibt in jeder Serie diese eine Folge, die einen einfach nur umhaut… eine Folge, in der die Macher noch tiefer in das Herz ihrer Serie vorzudringen scheinen und etwas erschaffen, das einen einfach nur umhaut. Das ist dann so eine Folge, die hängen bleibt, selbst wenn man alles andere vergisst. „Breaking Bad“s Fliegenfolge ist so ein Beispiel, denn so sehr ich die Folge auch nicht mochte, hatte sie doch etwas absolut faszinierendes, etwas einzigartiges, etwas, das mehr war als diese Serie. Und es ist halt diese eine Folge über die man am Ende wahrscheinlich am meisten redet. Ich habe zu so ziemlich jeder Serie, die ich kenne, so eine Folge… und jetzt endlich auch eine aus „Penny Dreadful“.

In der dritten (und nun leider auch letzten) Staffel gibt es eine Folge namens „A Blade of Grass“, die einfach nur Wahnsinn ist. Wenn ich auch einiges an der dritten Staffel nicht so sehr mochte (dazu kommen wir später), so war „A Blade of Grass“ doch mit das Perfekteste, was Drehbuchautor John Logan mit „Penny Dreadful“ jemals auf den TV-Bildschirm brachte. In einer einzigen Folge stellt sich Vanessa Ives (Eva Green) den Dämonen ihrer Vergangenheit, indem sie sich durch Hypnose in ihre Zeit in der Psychiatrie versetzen lässt. Hier trifft sie dann auch auf Frankensteins Monster (Rory Kinnear), der hier noch ein Mensch ist… und auch ein bisschen mehr.

Er will nur reden… und deine Seele

In nur 45 Minuten entfaltet sich hier der Kampf ums Vanessa Seele auf so herzergreifende und packende Art und Weise, wie es die Serie sonst nie so richtig fertig gebracht hat. Denn „A Blade of Grass“ ist einfach nur ein stark geschriebenes, wunderbar gespieltes Theaterstück für zwei Personen, in dem mal nichts ablenkt und in dem eine Eva Green wirklich noch einmal so viel mehr aus ihrem Charakter herausholen kann. „A Blade of Grass“ offenbart uns letztendlich alles, was wir wirklich über sie wissen müssen, aber nicht auf eine plakative „Hier ist jetzt deine Erklärung, sei zufrieden damit“-Weise, sondern in einem dramatischen Kampf um Vanessas Seelenheil.

„A Blade of Grass“ war wirklich das absolute Highlight der dritten Staffel, die für mich nach der wirklich tollen zweiten ein wenig durchwachsen war. Nach dem Finale in Staffel Zwei zerstreute sich ja die Gruppe um Vanessa: Ethan (Josh Hartnett) wurde zurück in die USA verfrachtet, wo er seinem Vater gegenüber treten muss. Sir Malcolm (Timothy Dalton) beerdigt seinen langjährigen treuen Diener in Afrika und Frankensteins Braut Lily (Billie Piper) verschwört sich endgültig gegen Viktor (Harry Treadaway) und verbündet sich mit Dorian Gray (Reeve Garney).

Das war dann irgendwie doch ganz schön viel, dafür dass sich John Logan dann entschied, mit der dritten Staffel alles zu beenden – so viele Handlungsstränge, die noch einmal zerfasert wurden und die Geschichte eigentlich noch größer machten… und dann soll Schluss sein. Das hat irgendwie nicht so ganz gepasst. Die Vanessa-Story war ja wirklich noch gut, weil sie halt auch nach wie vor im Zentrum der Serie stand.

Aber andere, nicht weniger interessante Geschichten kamen mir jetzt in der dritten Staffel ein wenig zu kurz. Allen voran Lilys Emanzipation und ihr Wunsch eine Armee der Frauen aufzubauen, die sich gegen die Männer wehrt. Das fand ich super, wurde aber dann leider viel zu schnell abgesägt, sodass selbst der Bruch zwischen ihr und Dorian Gray ein bisschen sehr holperig wirkte. Hier war noch einmal so richtig Potenzial, die Geschichte von „Penny Dreadful“ um eine weitere starke Figur auszubauen, das aber leider nicht genutzt wird. Und dabei fand ich Billie Piper in der Rolle immer so umwerfend, zumal sie eine der spannendsten Entwicklungen in der ganzen Serie durchmacht.

Der Schöne und das Biest rekrutieren…

Auch die Ethan-Story fand ich im Vergleich zu dem, was wir sonst so von der Serie gewohnt waren, nicht besonders. Auch da hatte ich mir irgendwie mehr von erhofft, aber letztendlich blieb wohl einfach nicht genug Zeit, um seine Geschichte auch noch ausführlich zu erzählen.

„Penny Dreadful“ war trotz all dieser Dinge immer noch sehr unterhaltsam, spannend und aufregend. Aber es ist halt auch das Ende und das ist immer auch ein bisschen zu schade, vor allem wenn man in dieser letzten Staffel sieht, was vielleicht noch möglich gewesen wäre. Doch vielleicht wäre es dann auch zu viel geworden, zu überfrachtet… von daher ist es vielleicht auch nicht schlecht, dass es jetzt vorbei ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten (für mich ist und bleibt das Eva Greens beste Rolle… und „A Blade of Grass“ große TV-Unterhaltung)

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4 Kommentare leave one →
  1. 14. September 2016 16:43

    Aaaaaach ja … die dritte Staffel. Ich war schwer geschockt, dass es die letzte ist 😦 Da gab es noch soviele Geschichten, die man hätte erzählen können. Tatsächlich hat mich die Ethan-Storyline regelrecht genervt, sein gesamter Wandel und seine Badboy-Attitüde zwischendurch, das war einfach irgendwie zuviel. Aber alles was Vanessa aufarbeitet, insbesondere die von dir erwähnte Folge, das war wirklich echt großartig. Der Moment in dem das ‚Monster‘ durch die Tür schreitet und sich als ihr damaliger Pfleger entpuppt … großartig. Und was die beiden scheinbar da drinnen durchmachen. Chapeau. Das Ende der letzten Folge hat mich dann aber doch ziemlich gerührt, auch wenn es plötzlich kam.

    • donpozuelo permalink*
      14. September 2016 16:48

      Ja… man hätte noch viel erzählen können aus diesem „Universum“. Ethan wurde anstrengend, von Lily hätte ich gern mehr gesehen, aber ja, die Vanessa-Story war wirklich gut.

      Auf jeden Fall schade, dass die Serie so schnell vorbei sein musste…

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