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Die Schöne, die Möwe und der Hai

5. September 2016

Hai-Filme gibt’s ja wirklich wie Sand am Meer (aber mittlerweile wahrscheinlich mehr als tatsächliche Haie im Wasser #lessonoftheday): es gibt die guten und die schlechten Hai-Filme… und seit einiger Zeit, gibt es ja dann auch noch die wirklich schlechten, die aber wieder so unterhaltsam sind, dass die Leute sie einfach nur lieben (ja, ich gucke in deine Richtung, Sharknado!). Aber das sind dann halt auch vermehrt die Hai-Filme, die sich selber nicht ernst nehmen oder die kein normaler Mensch ernst nehmen kann, weil sie einfach so abgehoben sind. Doch ein Mann stellt sich dem jetzt tapfer entgegen und möchte endlich mal wieder einen Hai-Film in die Kinos bringen, der ernsthaft ernsthaft ist: Dieser Mann heißt Jaume Collet-Serra, hat Filme wie „Orphan“ und „Non-Stop“ gedreht und schickt jetzt Deadpools wahre Frau Blake Lively in den Kampf mit einem gefährlichen und vor allem riesigen Hai. Ach ja, und die Möwe aus meinem Titel gibt es in „The Shallows“ auch noch – und sie war großartig.

Doch vor der Möwe gibt es nur die junge Medizinstudentin Nancy (Lively), die einmal an dem Strand Wellen reiten möchte, an dem ihre leider verstorbene Mutter surfen ging – als sie mit Nancy schwanger war. Die geheimnisvolle und zauberhaft Bucht ist dann in Mexiko auch schnell gefunden (auch wenn niemand uns den Namen verraten möchte), die Wellen sind umwerfend und Nancy ist glücklich. Doch dann nähert sie sich einem Walkadaver, der etwas außerhalb der Bucht liegt und gerät so ins Revier eines riesigen Hais, dem sie nur knapp auf eine winzige Felsinsel entkommen kann. Nur etwa 200 Meter vom sicheren Strand entfernt steckt Nancy nun also fest… der Hai zieht seine Kreise, während Frau und Möwe auf die ungewisse Zukunft warten.

Man achte auf die Möwe, nicht auf den Ausschnitt

Ich betone es gleich noch mal, die Möwe war echt super. Im Ernst, ich fand das irgendwie unheimlich witzig. Die kleine Möwe, die hier passenderweise Steven Seagull genannt wird, wird zu Nancys Wilson – nur halt mit dem Unterschied, dass sie sich nicht mit einem blutigen Handball unterhalten muss, sondern halt mit einer kleinen Möwe mit angeknackstem Flügel. Ich mochte das sehr, ich kann nicht mal sagen, wieso… aber es war ein witziger Touch und ich habe sowohl mit Nancy als auch mit Steven Seagull mitgefiebert.

Ich schweife ab, schließlich ist „The Shallows“ kein Film nur über Möwen. Sondern mal ein halbwegs ernstzunehmender Hai-Film (zu der Sache mit dem „halbwegs“ komme ich gleich noch). Der ganze Film fängt erst einmal an, wie ein Werbespot für Bacardi Rum. Blake Lively darf im knappen Bikini zeigen, was Gott ihr gegeben hat, danach lässt uns Regisseur Collet-Serra in der Schönheit der Natur baden. In wunderschönen Aufnahmen sehen wir die tollen Wellen, Nancys Wellenreiten – Zeitlupen lassen uns wünschen, wir könnten genau dort sein und ebenfalls durch die Fluten surfen. Die Aufnahmen der Bucht, des klaren Wassers und des schönen Strands lassen uns innerlich schon den nächsten Urlaub planen (wenn uns denn im Film mal jemand sagen würde, wie die Bucht heißt, aber das tut niemand!!!!). Zu Beginn ist in „The Shallows“ alles einfach nur toll, ein wunderschöner Traum, in den uns Collet-Serra gekonnt einlullt… letztendlich hätte ich auch ohne Probleme dabei zusehen können, wie Blake Lively 90 Minuten durchs und übers Wasser gleitet.

Allerdings wissen wir ja, dass alles Schöne irgendwann mal vorbei ist… und irgendwann taucht dann halt dieser Hai auf, will an Nancy knappern und macht die ganze schöne Szenerie einfach so kaputt. Nun ist „The Shallows“ keineswegs so subtil wie beispielsweise „Der Weiße Hai“, aber auch wenn wir den Hai schon früh in seiner ganzen brutalen Schönheit zu Gesicht bekommen, ist „The Shallows“ dadurch nicht weniger spannend. Im Gegenteil… ich muss gestehen, ich saß schon des öfteren in diesem Film an Rand meines Sitzes und habe gebangt (auch wegen Steven Seagull, der zu diesem Zeitpunkt wichtiger Bestandteil der Geschichte geworden ist). Collet-Serra liefert uns hier einen spannenden Überlebenskampf ab, bei dem man dringend darauf achten sollte, nicht zu sehr nach Logik zu fragen. Man muss das Ganze einfach „genießen“… dann ist Nancys verzweifelter Kampf gegen den Hai wirklich spannend. Wenn sie sich dann und wann mal ins Wasser traut, im unteren Bildrand irgendwo ihre Stoppuhr läuft, weil sie die Kreise des Hais berechnet hat, dann wartet man schon gespannt darauf, wer nun siegen wird: Mensch oder Hai (oder Möwe). Blake Lively trägt diesen Film wirklich ungemein gut auf ihren schönen Schultern und verleiht dem Film dann letztendlich auch die nötige „Ernsthaftigkeit“ / „Glaubwürdigkeit“.

Wenn man auch angebissen, noch verdammt gut aussieht…

Ich habe mein „halbwegs ernstzunehmender Hai-Film“ aber noch nicht vergessen… denn das Finale von „The Shallows“ ist dann wirklich ein bisschen sehr absurd. Spannend, aber wirklich absurd. Aber gut, Collet-Serra war da wahrscheinlich einfach ein bisschen verzweifelt. Letztendlich hätte sein Film glaubhaft nur auf zwei Weisen enden können: Hai frisst Nancy oder Nancy wird von irgendeiner dritten Partei gerettet. Aber gut… ich will nicht mehr verraten. Das Finale ist, wie gesagt, etwas sehr übertrieben, aber man kann es verschmerzen…

Alles in allem ist „The Shallows“ ein sehr unterhaltsamer und auch spannender Film gewesen, der dank Möwe und einer guten Blake Lively echt sehenswert ist.

Wertung: 8 von 10 Punkten (Steven Seagull verdient ein Spin-Off 😉 )

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7 Kommentare leave one →
  1. 5. September 2016 13:03

    :)) Blake im Bikini hat Dich zu sehr geblendet :))
    Ich fand ihn okay, aber das CGI hat mich etwas genervt. Warum kann man das Bodydouble nicht wie früher einfach das Gesicht wegdrehen lassen? Nein, da muss schlecht Blake Gesicht hineinkopiert werden. War mein erster Abtörner in den ersten 10 Minuten.
    Und dann der Schluss… o.O Da kann sich aber niemand über den formschönen Papphai auf der Orca beschweren.
    Die Möve würde ich aber adoptieren. Ein putziges Tier.

    • donpozuelo permalink*
      6. September 2016 07:18

      Hahaha… ja, das mit dem Bodydouble ist mir auch aufgefallen, das hätte man wirklich besser machen können. Gerade heutzutage… aber gut, wahrscheinlich war Steven Seagull so teuer, dass es für den Rest nicht mehr gereicht hat 😉

      Und ja, der Schluss – das gebe ich ja auch selber zu – der Schluss war „interessant“, um es mal vorsichtig auszudrücken.

  2. 5. September 2016 18:40

    Na, da hat sich der Kinobesuch aber dann doch gelohnt 🙂
    Um deine Urlaubsplanungen zu erleichtern. Die Bucht liegt meines Wissens in Wirklichkeit in Ostaustralien 😉

    • donpozuelo permalink*
      6. September 2016 07:17

      Hahaha… perfekt. Danke. Da nehm ich halt Ostaustralien 😀

  3. 12. September 2016 21:53

    Hab ihn am Samstag gesehen und fand ihn auch gut – endlich mal wieder ein seriöser Hai-Film. Durch deinen Text war ich schon ein wenig angespoilert und habe mich dann die ganze Zeit gefragt, wie sie das mit der Möwe gemacht haben. War die wirklich so zahm?

    • donpozuelo permalink*
      12. September 2016 22:14

      Nicht wahr, war doch wirklich sehr unterhaltsam. Und ich schätze mal, die Möwe war echt…

Trackbacks

  1. Filmkritik: The Shallows – Gefahr aus der Tiefe | Ma-Go Filmtipps

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