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Lupus Dei

2. September 2016

Bevor jetzt Verwirrungen aufkommen: Ich werde nicht das zweite Album der deutschen Metal-Band Powerwolf besprechen, sondern eher die zweite Staffel von „Penny Dreadful“. Denn die haben sich, ähnliche wie die Herrschaften von Powerwolf, jetzt den Begriff „Lupus Dei“ angeeignet… eine etwas formvollere Umschreibung für den Werwolf, der in der Serie nun scheinbar eine Art Geschenk Gottes zu sein scheint. So ganz genau weiß man das nicht, denn wenn es um den Werwolf in der Serie geht, lassen die Macher rund um John Logan die Katze immer noch nicht so ganz aus dem Sack (und wieder einmal gehen fünf Euro in die Wortspiel-Kasse – wenn ich das auch wirklich machen würde, statt nur metaphorisch, wäre da jetzt schon echt viel Geld drin 😉 ). Denn auch wenn der Begriff des Lupus Dei immer wieder fällt, dreht sich in der zweiten Staffel nicht alles um ihn.

Vielmehr steht dieses Mal die bezaubernde Vanessa Ives (Eva Green) im Vordergrund. Die ist nämlich ins Visier von einem Hexenring geraten, der von Evelyn Poole (Helen McCroy) geleitet wird, die man in der ersten Staffel noch unter dem Namen Madame Kali kennengelernt hat. Nachdem bereits Mina, die Tochter von Sir Malcolm, Vanessa ihrem Herrn und Meister zur Frau geben wollte, versucht Evelyn Poole nun das Gleiche. Nur das ihr Meister Luzifer höchstpersönlich ist. Zum Glück für Ms. Ives hat sie ja noch unseren tapferne Ethan Chandler (Josh Hartnett) an ihrer Seite – jener Mann, von dem wir nun endlich mit Gewissheit wissen, dass er ein Werwolf ist.

Monsterjäger-Gruppentherapie

Ich finde es äußerst bemerkenswert, dass John Logan wirklich jede einzelne Folge seit der ersten Staffel selbst geschrieben hat. Die Regisseure wechseln sie wie gewohnt immer wieder ab, aber der Schreiber bleibt stets der Gleiche. Ich finde das bemerkenswert, vor allem wenn ich mir jetzt die zweite Staffel so anschaue. Denn „Penny Dreadful“ hält sein hohes Niveau bestens und bleibt auch in Staffel 2 äußerst spannend. Ganz ehrlich, mir hat dieser erneute Ausflug in das unheimliche London sogar noch ein kleines bisschen besser gefallen als der erste.

Die erste Staffel beschäftigte sich ja noch hauptsächlich damit, alle Charaktere aufzubauen… immerhin laufen in diesem unheimlichen London von „Penny Dreadful“ auch noch Viktor Frankenstein (Harry Treadaway), sein „Monster“ (Rory Kinnear) und Dorian Gray (Reeve Carney) herum. Diese Charaktere wurden uns in der ersten Staffel schön brav vorgestellt und dank der tollen Darsteller war das auch ein echtes Fest… zumal Logan mit seiner Serie kein zweites „Van Helsing“ in Serien-Form macht, in dem man einfach alle wichtigen Roman-Figuren des Grusel-Genres vereint. Das sind hier schillernde Persönlichkeiten, die uns faszinieren, weil sie voller Geheimnisse stecken, die sie gekonnt vor der Öffentlichkeit versteckt halten – manchmal mehr und manchmal weniger gut.

Staffel 2 kann darauf nun aufbauen, konzentriert sich aber hauptsächlich auf die Geschichte von Vanessa. Dazu gibt es dann auch ein bisschen mehr Hintergrund-Informationen zu ihr – in Form einer Rückblenden-Folge, die verdeutlicht, dass die Frau eigentlich schon seit Ewigkeiten im Visier des Luzifers steht. Die gute Eva Green bekommt also einmal mehr die Chance, zu strahlen… und ich habe es schon zur ersten Staffel gesagt und ich sage es jetzt noch einmal: sie passt wirklich perfekt in diese Rolle. Sie hat diese mysteriöse, faszinierende Ausstrahlung, die so perfekt zu dieser Rolle passt. Sie wirkt auf der einen Seite so zart und zerbrechlich, kann einem dann aber mit dem bösen Blick auch unheimliche Angst einjagen. Ich würde echt sagen, dass Vanessa Ives von keiner anderen besser hätte gespielt werden können als von Eva Green.

Aber ich tue der zweiten Staffel unrecht, wenn ich sie jetzt nur auf Green reduziere. Denn immerhin zeigt sich hier, wie wunderbar John Logan die verschiedenen Geschichten zusammenhält. Vanessa ist zwar das Ziel der Hexen, aber der Weg zu ihr führt über andere… so wird Sir Malcolm gar ganz verhext und uns wird die wahre Macht von Ethan Chandler offenbart. Und ja, Josh Hartnett gibt es immer noch und ja, diese Serie tut ihm echt gut. Er passt in dieses Sammelsurium an Figuren, er ist der Held, den diese Serie braucht und ist es doch auch wieder nicht… er ist der Lupus Dei, aber so wirklich was gewonnen, hat er dadurch auch nicht, schließlich kann er seine Kräfte nicht wirklich kontrollieren. Und dass sich die zarten Bande der Liebe zwischen ihm und Vanessa anbahnen, macht das Ganze nicht leichter.

Neben der Hauptstory um Vanessa und die Hexen fand ich aber auch den Nebenstrang wahnsinnig gut, in dem Logan einfach mal die Geschichte von Frankensteins Braut neuerfindet… und damit gleich ganz still und heimlich eine neue Bedrohung aufbaut, die uns dann sicherlich in Staffel 3 noch mehr beschäftigen wird.

Alles in allem also wieder einmal eine tolle, sehr unterhaltsame und vor allem spannende Staffel, die wieder durch ihre Darsteller und die anhaltende unheimliche Atmosphäre punktet. Ich hoffe, Logan kann das Niveau halten.

Wertung: 9 von 10 Punkten (Eva Green in ihrer Paraderolle)

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5 Kommentare leave one →
  1. 2. September 2016 10:02

    Sag ich doch :))
    Ich muss mich langsam an die finale 3. Staffel machen und hoffe sehr, dass sie einen guten Abschluss findet. Wird mir schwer fallen, mich von der Serie zu trennen.

    • donpozuelo permalink*
      2. September 2016 10:08

      Hahaha… hast du gesagt! 😀
      Die dritte Staffel ist gut, hat aber auch ein paar Fehler… dazu dann aber nächste Woche mehr 😉

  2. 8. September 2016 11:53

    Vielleicht solltest du die Wortspiel-Kasse doch real machen – dann ist jedenfalls immer Kleingeld da, wenn man sich ne Pizza kommen lassen will und man mal wieder nicht mit Karte bezahlen kann 😉 Oder so

    Die Frankensteins-Braut Geschichte hat mich fast mehr überzeugt und gefesselt als die Madame-Kali-Storyline, weil ich es ganz ganz blöd fand wie sich bspw. Sir Malcolm von ihr um den Finger wickeln ließ. Aber insgesamt fand ich die Staffel trotzdem auch sehr sehr gut. Penny Dreadful habe ich insgesamt sehr gern geschaut, tolle Serie.

    • donpozuelo permalink*
      8. September 2016 22:18

      HAhaha… ja, die Kasse wäre wahrscheinlich wirklich schon gut voll.

      Ich mochte beide Geschichten. Frankensteins Braut und Madame Kali. Das hatte was. Ich fand das mit Sir Malcolm eigentlich ganz gut, gerade wie er dann am Ende auch seiner Familie gegenüber gestellt wird.

      Aber ja, „Penny Dreadful“ ist eine tolle Serie.

Trackbacks

  1. A Blade of Grass | Going To The Movies

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