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Turtle-Power

15. August 2016

Der letzte Turtles-Film kam nicht wirklich gut an… und das ist wahrscheinlich noch eine absolute Untertreibung. Lag es an Michael Bay, lag es an diesen merkwürdig aussehenden Turtles, lag es daran, dass der Film einfach die Geschichte von „The Amazing Spider-Man“ kopierte? Wahrscheinlich irgendwie an allem ein bisschen… zumal auch die Frage im Raum stand, warum das überhaupt noch sein musste? Hatten wir nicht schon genug Superhelden? Musste wirklich noch ein weiteres Kinder-Franchise aus dem Regal geholt und entstaubt werden? Die Antworten in Bay’scher Form: „Nein“ zur ersten Frage, „Ja“ zur zweiten. Also kam 2014 „Teenage Mutant Ninja Turtles“ und jetzt kommt „Teenage Mutant Ninja Turtles 2: Out of the Shadows“.

Darin entkommt Shredder (Brian Tee) aus dem Knast, verbündet sich mit Krang (Brad Garrett), der ihn wiederum auf die Jagd nach drei Teilen einer Maschine schickt, die es Krang ermöglicht, seinen Technodrom auf der Erde aufzubauen und sie zu unterjochen. Um Shredder zu helfen, gibt er ihm geheimnisvolles Ooze, woraus der sich zwei neue Mutanten basteln kann: nämlich Rocksteady (Sheamus) und Bebop (Gary Anthony Williams). Der Ooze entlockt der DNA nämlich die jedem Menschen innewohnende Tier-DNA und lässt die beiden so mutieren. Um das alles zu stoppen, brauchen wir natürlich die Turtles Leonardo (Pete Ploszek), Donatello (Jeremy Howard), Michaelangelo (Noel Fisher) und Raphael (Alan Ritchson). Gemeinsam mit der taffen Reporterin April, dem Cop und Wüterich Casey Jones (Stephen Amell) und Sidekick-Komiker Vern (Will Arnett) wird fleißig die Welt gerettet.

Schildkröten-Hackfressen…

Das Wichtigste gleich vorweg… trotz gewissem Fan-Service ist „TMNT 2“ jetzt nicht wirklich besser geworden. Ich würde sagen, die Filme halten sich beide so ein wenig die Waage, wobei diese Waage wahrscheinlich ein winzig, winzig kleines bisschen mehr zu Gunsten vom zweiten Teil steht. Story-technisch ist alles beim Alten… und damit meine ich wirklich: es ist alles beim Alten. Letztendlich haben Autor Josh Appelbaum sein altes Skript zum ersten Teil genommen und einfach nur ein paar neue Charaktere dazwischen gequetscht, die auch nicht großartig intensiv eingeführt werden. Nicht einmal Krang, was zumindest für wahre Neueinsteiger ein bisschen kompliziert sein könnte.

Aber bevor ich jetzt ernsthaft einen Turtles-Film und das Wort „kompliziert“ in Verbindung zueinander bringe, mache ich schnell weiter. Denn so wirklich tragisch ist das ja in „Out of the Shadows“ alles gar nicht. Wen kümmern schon diese neuen Charaktere, wenn sie eh kaum von großer Bedeutung sind? Krang taucht ein paar Mal auf und bekommt am Ende das exakt gleiche, alberne Finale wie einst Shredder im ersten Teil: ein bisschen Transformers-Overkill und dann ist es alles schneller vorbei, als man „Cowabunga“ rufen kann. Selbst Shredder birgt jetzt keine große Gefahr… wozu auch, wenn er doch seine Schergen hat. Und immerhin schafft der Film es mit Rocksteady und Bebop nicht nur Fan-Lieblinge halbwegs würdig auf die Leinwand zu bringen… nein, sie machen tatsächlich auch noch irgendwie Spaß. Auch wenn sie komplett dämlich sind, Furzwitze reißen und Blödsinn reden… aber hey, mein jüngeres Ich hätte daran seinen Spaß gehabt. Mehr noch als beim ersten Teil…

Noch mehr Hackfressen…

„Spaß“ ist dabei ein gutes Stichwort… denn auch wenn die neuen Charaktere zu kurz kommen (und man sich Casey Jones leider komplett hätte sparen können), so haben Produzent Bay, Regisseur Dave Green und Drehbuchautor Appelbaum wenigstens eine Sache im zweiten Teil besser hinbekommen – und das ist tatsächlich der Spaß. „TMNT: Out of the Shadows“ hat sehr viel mehr Humor als sein Vorgänger. Dummen Humor, aber mehr davon… und wenn man sich darauf einlassen kann, ist es sogar möglich mit diesem Film Spaß zu haben. Und letztendlich ist es doch genau das, worum es bei den Turtles geht.

Wenn man jetzt noch eine halbwegs vernünftige Story, eine etwas „tiefgründigere“ Charakterzeichnung und etwas coolere Action-Sequenzen hätte, dann könnte irgendwann mal einer dieser Filme tatsächlich wirklich gut sein. So ist „TMNT 2“ keine große Verbesserung zum ersten Teil, aber jetzt auch keine Verschlechterung. Es ist halt nett… nicht mehr und nicht weniger.

Wertung: 5 von 10 Punkten (mal gucken, wie lange das mit den Turtles noch anhält…)

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6 Kommentare leave one →
  1. 15. August 2016 12:28

    Die Worte „tiefgründig“ und „Teenage Mutant Ninja Turtles“ auf einer Seite zu verwenden halte ich für ambitioniert :))
    Das sind doch nun mal ziemlich doll alberne Kindercomix und so gesehen war der Streifen in Ordnung, wobei ich den ersten etwas besser fand, aber die alten Verfilmungen auch mochte.

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2016 11:22

      😀 manchmal muss man seinen Ambitionen einfach freien Lauf lassen. Und die Comics sind tatsächlich sehr viel härter, als ich gedacht hätte. Ich habe mal in nem Laden in einen reingeschaut… die sind doch ein bisschen anders als die Filme oder die Serien (ähnlich eigentlich wie mit „Die Maske“).

      Aber ja, der Streifen war okay. Nix besonderes…

      • 16. August 2016 12:21

        Ja klar, aber das ist ja nicht selten, dass man in den Heften oder im Zeichentrick etwas mehr zur Sache geht als eine Realverfilmung. Ich sage immer: Papier ist geduldig, aber letztendlich ist die Zielgruppe: Kinder und da kann man im Film nicht ganz so draufhauen.

        • donpozuelo permalink*
          16. August 2016 12:32

          Ja. Das stimmt. Aber gut… letztendlich war Turtles immer mehr für Kinder gedacht. Die alte Zeichentrickserie habe ich immer gerne geguckt 🙂

  2. 15. August 2016 19:48

    Freu mich drauf, die Trailer sahen cowabunga aus!

    • donpozuelo permalink*
      16. August 2016 11:22

      Echt? Okay… dann bin ich mal gespannt, wie du ihn findest…

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