Zum Inhalt springen

Flucht nach Azra

12. August 2016

Früher ist es mir echt schwer gefallen, mich für eine bestimmte Serie zu entscheiden. Denn früher hatte ich immer das Gefühl, ich würde es einer Serie schuldig sein, mehr als nur ein oder zwei Folgen zu schauen. Schließlich könnte sich da ja noch richtig was entwickeln und am Ende verpasse ich eine total tolle Serie, von der dann alle reden und ich nicht mitreden kann. Ich weiß, irgendwie ein alberner Grund, aber so war das… mittlerweile jedoch bin auch ich da etwas härter mit mir und Serien geworden. Immerhin gibt es eine unglaubliche Fülle an Serien, die alle von irgend jemandem gesehen werden wollen und meine Zeit ist mir mittlerweile zu kostbar, als sie mit langweiligen Serien zu verbringen („Wayward Pines“ ist da jetzt mal eine kleine Ausnahme). Für gewöhnlich schaue ich jetzt wirklich nur noch Folge 1 einer Serie und entweder da ist was, das mich in seinen Bann zieht, mich neugierig macht oder mich begeistert, oder ich gehe über zur nächsten.

Bei „Into the Badlands“ hatte ich schon nur wegen des Trailers eigentlich arge Bedenken. Der konnte mich nicht so recht überzeugen, zumal mir der Trailer irgendwie zu glatt und sauber dafür aussah, dass es sich hierbei um eine weitere Postapokalypse in Serienformat handelte. Als wenn wir davon nicht schon genug hätten… aber aus lauter Langweile und auch, weil die Serie – sollte sie mir gefallen – in der ersten Staffel nur sechs schnell schaubare Folgen hatte, wagte ich mich dann doch an „Into the Badlands“.

Darin ist mal wieder die Menschheit den Bach heruntergegangen. Kriege, die schon lange vergessen sind, haben das Land zerstört, bis sich sieben Menschen zusammenfanden, sieben Zonen gründeten und als Barone für Ordnung in den sogenannten Badlands sorgten. So ein Baron braucht aber auch immer gut funktionierende Kämpfer, die ihm treu ergeben sind. Sunny (Daniel Wu) ist so ein Kämpfer, auch Clipper genannt. Und er ist der Beste… auf einer Streife für seinen Baron stößt er auf den Jungen M.K. (Aramis Knight). Den will die Witwe (Emily Beecham) für sich haben… denn M.K. besitzt eine dunkle Gabe, die ihn zu einer gefährlichen Waffe macht. Sunny nimmt sich des Jungen an, gerät dabei aber in einen Gewissenskonflikt und will am Ende nur raus aus den Badlands, um dem Krieg der Barone zu entgehen und ins geheimnisvolle Azra zu gelangen.

Bitte einer nach dem anderen…

Tja, die Tatsache, dass ich jetzt so viele Worte zu dieser Serie verliere, sollte wohl klar machen, dass ich die sechs Folgen durchgehalten habe… denn wider Erwarten hat mich die erste Folge dann doch sehr fasziniert. Da wäre zum einen die Story, die mich doch irgendwie gepackt hat… zwar ist die in Sektoren aufgeteilte postapokalyptische Welt schon seit „Tribute von Panem“ nichts Neues mehr, aber diese Badlands gefielen mir trotzdem. Vielleicht weil es so eine Art Western-Welt mit Autos ist… oder weil einfach durch M.K. Und seine merkwürdige Begabung ein für mich sehr interessanter Fantasy-Aspekt dazu kam, den ich so nicht erwartet hätte. Möglicherweise (und ich lehne mich da jetzt mal aus dem Fenster) waren es auch die herrlichen Intrigen, die mich in einer Zeit ohne „Game of Thrones“ fasziniert haben. Wenn Baron gegen Baron kämpft, Bündnisse hinter den Rücken derjenigen gemacht werden, zu denen man eigentlich loyal sein sollte und schockierende „Beziehungen“ das Leben in den Badlands nur noch komplizierter machen. Es ist eine Mischung aus all dem, was mich dann doch an „Into the Badlands“ gefesselt hat.

Die Geschichte verspricht, gerade auch mit dem Cliffhanger im Finale der ersten Staffel, noch durchaus gutes Potenzial und könnte tatsächlich in der zweiten Staffel noch stärker ausgebaut werden. Für die ersten sechs Folgen hat mir das Setting und die Handlung aber schon einmal extrem gut gefallen.

Echte Schwertarbeit wird in Zukunft wieder gefragt sein

Dazu kommt eine weitere Sache, mit der ich nicht so gerechnet hätte: „Into the Badlands“ liefert möglicherweise die am schönsten choreografierten Kampfsequenzen, die ich seit langem gesehen habe. Allein schon in der erster Folge gibt es einen umwerfend inszenierten Fight im Regen. Was die Stunt-Choregrafen hier auf die Beine gestellt haben, ist wirklich sehenswert. In einer Mischung aus knallhartem Schwertkampf vermischt mit der Theatralik von „Tiger & Dragon“ schweben, springen, fliegen die Kontrahenten hier grazil durch die Luft, um ihre tödlichen Schwerthiebe oder Schläge auszuführen. Schnelle Schnitte, dann wieder Zeitlupen und eine Kamera, die immer dicht am Geschehen ist, machen aus diesen Kämpfen eine wahre Augenweide. Und wenn man sich mit der Thematik nicht so anfreunden kann, so sollte der geneigte Action-Fan doch für die Kämpfe bleiben. Denn die sind jedes Mal absolut großartig.

Dazu kommt noch eine Riege an wirklich guten, passenden Darstellern – wobei hier vor allem die Barone und ihre Entourage wirklich großartig besetzt sind. Daniel Wu dagegen bleibt als Held der Serie ein bisschen blass und auch von Aramis Knight erwarte ich in der zweiten Staffel durchaus noch mehr. Aber das Potenzial ist da… und „Into the Badlands“ könnte wirklich cool werden.

Wertung: 7 von 10 Punkten (coole Fights und interessante Story… ich bleibe erst einmal dabei)

8 Kommentare leave one →
  1. 12. August 2016 07:51

    Ja, hab ich ganz ähnlich gesehen. Es ist auf jeden Fall noch Potenzial vorhanden… 🙂

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2016 22:44

      Auf jeden Fall… ich bin auch sehr gespannt, was in Staffel 2 noch kommt.

  2. 12. August 2016 18:31

    Tatsächlich habe ich nur eine Folge ausgehalten. Ich fand Teile zwar interessant, aber dieser komische Look und diese dröge Story (also die sich da andeutete) konnten mich nicht überzeugen weiterzugucken. Kampfszenen alleine reichen mir da nicht.
    Aber es gibt ja auch echt viele Serie und die Wahl, was ich als Nächstes ansehe, fällt mir immer schwerer 🙂

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2016 22:42

      Es gibt wirklich viel zu viel zu sehen… manchmal überfordert mich das auch echt ein wenig.

      Aber gut… ich mochte „Into the Badlands“, was mich mehr überrascht hat als ich zugeben mag. Den Trailer fand ich damals nicht so toll, aber naja… mal schauen, ob sie das Ganze in der zweiten Staffel noch ein bisschen besser ausbauen können.

  3. 18. August 2016 22:00

    Echt? Soviel Lob und dann nur 7 von 10 😉 Habe die Serie bisher viel empfohlen und es auch so gemeint. Neben den gut choreografierten Kämpfen hat mich aber v.A. das Setting begeistert. Ein bisschen New Orleans hier, ein bisschen Asien dort, dann noch etwas Steampunkt – und die Bilder! Ich war schwer begeistert. Nur die Effekte waren manchmal etwas zu kitschig.

    • donpozuelo permalink*
      19. August 2016 11:20

      Ja, ich habe ehrlich gesagt auch nur sieben Punkte gegeben, weil ich einfach hoffe, dass sie vor allem an der Story noch ein paar Verbesserungen machen. Das muss noch mehr ziehen. Für die ersten sechs Folgen war das jetzt mit dem Setting und den Kämpfen und der Atmosphäre schon echt cool und hat auch gut funktioniert, aber da muss jetzt einfach noch ein bisschen mehr kommen.

Trackbacks

  1. Krieg in den Badlands | Going To The Movies
  2. Die wahre Macht Azras | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: