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Fallout Farm

1. August 2016

Ich mag Endzeit-Filme… eigentlich alles, was sich so mit dem Ende der Zivilisation, wie wir sie kennen, beschäftigt – Bücher, Filme, Comics und halt auch Filme. Manchmal überlege ich, dass meine Faszination dafür möglicherweise darin liegt, dass das alles so oder anders noch passieren könnte. Vielleicht gucke ich das als unbewusste Vorbereitung, vielleicht einfach nur, weil es gute Unterhaltung ist, weil es spannend ist, den Menschen nach dem Zusammenbruch seiner alten Regeln und Gepflogenheiten zu beobachten. Ehrlich, ich weiß es nicht, aber ich komme wirklich nur selten an diesen Weltuntergangsfilmen herum… die ziehen mich immer in ihren Bann. Ein Psychologe könnte da wahrscheinlich viel reininterpretieren und ihr seid herzlich willkommen, mir zu sagen, dass ich nicht mehr ganz rund laufe… aber ich gucke sowas halt echt gern. Deswegen musste ich mir einfach auch „Z for Zachariah“ anschauen… das und die Tatsache, dass es ein recht unbekannter Film ist, der aber mit Margot Robbie, Chris Pine und Chiwetel Ejiofor einen starken Cast zu bieten hat.

Eine nukleare Katastrophe hat die Menschheit ausgelöscht und die Erde weitestgehend unbewohnbar gemacht. Nur ein kleines Tal, scheinbar geschützt durch seine hohe Lage und die es umgebenden Berge, scheint vom Fallout nicht betroffen. Hier lebt Ann (Margot Robbie) allein mit ihrem Hund Faro und kümmert sich um ihre Farm… bis eines Tages der Wissenschaftler John (Chiwetel Ejiofor) auftaucht, schwer verstrahlt und geschwächt. Ann gelingt es, ihn mit seinen Medikamenten und viel Ruhe wieder aufzupäppeln. Als es John besser geht, hilft er auf der Farm und die beiden kommen sich langsam näher. Bis auf einmal auch noch Caleb (Chris Pine) seinen Weg in das Tal findet und die traute Zweisamkeit durcheinander bringt.

z for zachariah

„Z for Zachariah“ ist tatsächlich ein bisschen so wie es klingt: Soap Opera nach der Apokalypse. Jetzt ist dieser Film mal eine Ausnahme meiner Regel, dass ich immer vorher die Bücher zum Film lese. Deswegen kann ich jetzt nicht sagen, ob Robert C. O’Brien postum erschienenes Buch mit dem gleichen Titel auch dieses „Liebesdreieck“ in den Mittelpunkt stellt. Gleichzeitig muss ich vielleicht auch ein bisschen Abstand von Wörtern wie „Liebesdreieck“ und „Soap Opera“ nehmen. Das lässt „Z for Zachariah“ klingen, als wäre es eine billige Liebesschnulze.

Der Film ist hauptsächlich ein Drama, in dem Regisseur Craig Zobel die Fäden seiner Geschichte sehr langsam und behutsam zusammenführt. Zuerst haben wir nur Ann, dann Ann und John… und erst als die beiden fest etabliert sind, erscheint (wie es sich für ein Drama mit dramatischem Höhe- und Wendepunkt gehört) Caleb. Dabei muss ich gestehen, dass die Geschichte Ann und John noch am besten ist, denn hier kann sich Zobel voll und ganz auf seine starken Darsteller verlassen, die diese Beziehung zwischen Ann und John glaubwürdig langsam angehen. Besonder Margot Robbie ist wirklich umwerfend gut als taffe Farmersfrau, die erst einmal mit diesem Neuankömmling klar kommen muss… und so sehr sie sich auch über Gesellschaft freut, so ist es doch auch schwierig, sich auf diesen neuen Menschen einzulassen. Hier geraten die beiden immer mal wieder ein wenig aneinander, finden aber auch wieder zueinander. Schließlich hatten wir Weltuntergang, da muss man in einigen Dingen vielleicht etwas toleranter sein 😉

Wenn dann aber Chris Pines Caleb auftaucht, wirkt das ein wenig arg konstruiert. Der Geschichte John und Ann allein fehlt irgendwann halt einfach ein bisschen Drama… den beiden dabei zu zusehen, wie sie am Ende der Welt Haus spielen, hat auch nur bedingt seinen Reiz und kann trotz toller Darsteller nicht ewig unterhalten. Also muss Abwechslung her… und was funktioniert immer? Ein weiterer Mann, der ein bisschen Eifersucht mit ins Spiel bringt. Leider handhabt Zobel die Geschichte ab hier nicht mehr so gut und springt von einem Klischee ins nächste und lässt einen starken Film halt wirklich ein bisschen zu einer Soap Opera verkommen. Da sagt John dann, dass es für Ann okay sei, wenn sie mit Caleb was anfängt, dann sagt er später, dass er sie liebt… und die kleine Ann ist einfach nur furchtbar verwirrt, war sie doch bisher allein. Es bleibt halt auch nach dem Weltuntergang alles beim Alten: Wenn zwei Männer um eine Frau buhlen, bedeutet das immer ein wenig Stress.

„Z for Zachariah“ ist zwar dank seiner Darsteller ein durchaus sehenswertes Kammerspiel, leider wird es ab der Hälfte auch zu vorhersehbar. Regisseur Zobel kann zwar an vielen Stellen die Spannung aufrecht erhalten und liefert uns immerhin ein interessantes Ende, aber weniger Soap Opera wäre doch besser gewesen.

Wertung: 6 von 10 Punkten (immerhin lernen wir, wie man ein Wasserrad baut… ist doch auch was wert)

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