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Der wahre Batman

29. Juli 2016

Die Frage nach dem wahren Batman ist für mich eigentlich schnell beantwortet. Das ist ganz klar Michael Keaton. Val Kilmer und George Clooney kommen wegen diverser Bat-Nippel und Joel Schumacher einfach gar nicht erst in Frage. Christian Bale war cool… und obwohl Ben Affleck mit das Beste an „Batman v Superman“ war, ist Batfleck bei mir noch nicht so wirklich im Rennen um den Posten „Bester (oder wahrer) Batman“. Das wird sich dann erst noch zeigen, was DC uns mit „Justice League“ und dem Batman-Solofilm noch so liefert. Und von Adam West, der ja den Bewegt-Bild-Batman erst so richtig berühmt gemacht hat, kenne ich halt nur diesen herrlich verrückten Film, die Serie leider gar nicht, weswegen West den Ehrenplatz erhält, aber für mich persönlich halt nie so richtig Batman war.

Aber wenn ich so wirklich drüber nachdenke, gibt es da noch jemanden, der viel, viel mehr der wahre Batman für mich ist… denn der erste Batman, den ich kenne, war nicht Tim Burtons Keaton. Das erste Mal begegnete mir der Fledermaus-Mann im Samstagvormittag-Programm im Fernsehen in Zeichentrick-Form in „Batman: The Animated Series“. Dementsprechend muss meine Antwort jetzt eigentlich lauten Kevin Conroy bzw. Eberhard Haar, die Synchronstimme von Conroy. Und einfach der Nostalgie wegen habe ich mir letztens noch einmal „Batman: The Animated Series“ angeschaut… und was soll ich sagen? Sie hat nichts von ihrem Charme verloren.

Ganz ohne Bat-Nippel… so, wie wir ihn mögen!

Die Macher um Bruce Timm haben sich wunderbar an den Comics und an den Burton-Filmen orientiert und liefern eine Batman-Serie ab, die sowohl den kleinen Jungen als auch jetzt den „erwachsenen“ Mann begeistert. Das liegt halt vor allem daran, dass hier wirklich ein ikonischer Held perfekt zum Leben erweckt wurde. Wir durchleben all die Schattenseiten des Bruce Wayne und ich gebe zu, dass es mich damals schon schwer schockiert hat, mit dem Tod in so einer Kinderserie konfrontiert zu werden. Natürlich nicht so hart wie es in den Filmen rüberkommt, aber es wird thematisiert… und das finde ich wunderbar. Die Serie schreckt auch nicht vor etwas ernsteren Themen zurück, findet doch aber immer den perfekten Ton, um das Ganze nicht zu düster werden zu lassen. Dieser Bruce Wayne war hier absolut nachvollziehbar und sein Batman einfach nur toll.

Dazu liefert die Serie den einzigen vernünftigen Batman-Sidekick überhaupt ab. Nirgends sonst hat mir ein Robin so gut gefallen wie in „Batman: The Animated Series“… und es ist ja irgendwie auch nicht verwunderlich, dass seit Chris O’Donnell niemand mehr versucht hat, Batman einen „Partner“ zu geben. Aber wer weiß, vielleicht wäre es auch dafür langsam mal an der Zeit… immerhin könnte man damit noch so viele spannende Geschichten erzählen.

Die gibt es ja dann auch in der Serie. Jede Folge ist ein neues, aufregendes Abenteuer, in dem Batman zeigen kann, was er so alles drauf hat. Und wie habe ich es geliebt – damals wie heute! Das Batmobil, die Bat-Motorräder, die Flugdrachen, der Jet, der Utility-Belt, die Bat-Höhle… es war alles da… ohne das es merkwürdige Bat-Namen dafür brauchte oder man sie groß einführen musste. Diese Welt von Batman war bestens bestückt, um dem Dunklen Ritter im Kampf gegen das Böse bestens vorzubereiten. Dazu gab es dann ein bisschen Detektiv-Arbeit und einen großen Showdown und die beste Batman-Unterhaltung war geboren! Davon hat die Serie auch heute nichts verloren.

Zumal ja das Wichtigste an Batman selbst auch großartig umgesetzt wurde: seine Feinde. Man hat die ambivalenten Schurken wie Poison Ivy und Catwoman, die sogar noch mit dem Fledermaus-Mann zu flirten scheinen. Es gibt unglaublich bewegende und tolle Geschichten zu Clayface und Mr. Freeze (den Arnie ja dann mit schlechten Wortwitzen ein bisschen runtergemacht hat) und natürlich gab es den Joker. Gesprochen vom guten Luke Skywalker, Mark Hamill höchstpersönlich. Ich glaube, allein das macht diesen Joker so faszinierend, aber die Figur selbst ist auch einfach nur extrem gut interpretiert worden. Auch wenn alle Schurken der Serie gut waren, so ist und bleibt auch in „Batman: The Animated Series“ der Joker das absolute Highlight… in allem, was er tut.

JokerMHBTAS

„Batman: The Animated Series“ hat für mich immer auf allen Ebenen bestens funktioniert und mich auch jetzt noch extrem gut unterhalten. Die Macher haben einfach diesen Charakter Batman / Bruce Wayne in all seinen Nuancen getroffen und liefern mit fast jeder Folge (natürlich gibt es auch ein paar, die etwas weniger gut sind) ein spannendes Abenteuer ab. Somit muss ich dann einfach der Ehre halber ab jetzt bei meinem wahren Batman Kevin Conroy bzw. Eberhard Haar angeben… und dann erst Michael Keaton 😉

Wertung: 9 von 10 Punkten (jetzt muss ich nur mal schauen, ob mir „Batman of the Future“ auch immer noch so gut gefällt wie damals)

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13 Kommentare leave one →
  1. 29. Juli 2016 21:32

    Eine der wenigen Zeichentrickserien, die ich immer gerne gesehen habe. Ich liebe die Poison Ivy hier 😀

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2016 21:33

      Poison Ivy ist wirklich sehr cool. Ich mochte aber immer Harley Quinn… und dann auch die Folge, in der Harley und Ivy zusammenarbeiten. Sollte der „Suicide Squad“ ein Erfolg werden, könnte man die Folge in einen Harley-Quinn-Solofilm einfließen lassen 😉

  2. 30. Juli 2016 10:43

    Für mich ist Christian Bale der wahre Batman 😉 Liebe Grüße …

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2016 21:34

      😀 Ich bin mit Keaton groß geworden, von daher hat der Mann einfach einen eindeutigen Vorsprung.

  3. 30. Juli 2016 12:39

    Ich habe zwar nach Folge 35 aufgehört bei meinem Rewatch, es aber wirklch immer noch eine sehr gute Serie. Titelthema und Batmobil sind zeitlos.

    Davon abgesehen gibt es natürlich nicht den „wahren Batman“.

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2016 21:35

      Klar gibt’s den „wahren Batman“ – nur hat jeder seinen! Du wirst doch sicher auch einen Favoriten unter all den Darstellern haben, oder nicht?

      • 31. Juli 2016 22:46

        Ich mag den Batman von Scott Snyder genauso wie den von Frank Miller. Und ich würde einen guten Comic in diesem Fall immer einer Filmadaption vorziehen. Jeder Autor kann seine eigene Interpretation von Batman erschaffen, was die eine nicht unbedingt wahrer als die andere macht.

        In Bezug auf die Schauspieler, die Batman im Kino verkörpert haben, ist mein Favorit natürlich Michael Keaton.

        • donpozuelo permalink*
          1. August 2016 08:47

          Die neue Scott-Snyder-Reihe muss ich unbedingt noch lesen. Ich finde Snyder ja im Allgemeinen ziemlich genial, aber seinen Batman kenn ich noch nicht.

  4. 31. Juli 2016 16:11

    Wow, die Serie habe ich so geliebt! Daher kann ich dir nur recht geben, das ist der wahre Batman! Und auch der erste Batman den ich kennengelernt habe, ich glaube das hinterlässt sowieso immer den stärksten Eindruck. Und Clayface war glaube ich der erste Gegenspieler, den ich gesehen habe, wenn ich jetzt so darüber nachdenke …
    danach kommt für mich Christian Bale und dann Ben Affleck. Mit allen Batman einschließlich Kilmer, Keaton und Clooney konnte ich irgendwie nichts anfangen. Aber ich denke, dass das v.A. am albernen Stil der Filme mit bspw. Clooney liegt. Das war ja gar nix …

    • donpozuelo permalink*
      31. Juli 2016 21:36

      Clooney war wirklich nix… obwohl ich die als Junge irgendwie auch mochte. Ich muss die vielleicht doch irgendwann noch mal gucken… 😀

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