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The Real Scary Movie

13. Juli 2016

So… es ist endlich vollbracht. Wieder eine Wissenslücke in meinem Filmwissen geschlossen. Wieder einen Klassiker mehr gesehen, damit ich endlich mitreden kann. Und ja, es ist mir auch ein bisschen peinlich, dass ich diesen Klassiker erst jetzt wirklich geguckt habe. Aber hey, ich habe ja auch letztens erst zum ersten Mal „Jurassic Park“ gesehen. Und immerhin war ich damals für Wes Cravens „Scream“ auch noch viel zu jung. Und vielleicht hat mir mein Unwissen auch einen Vorteil gegenüber „Scream“ als Serie verschafft, denn da fand ich die erste Staffel ja durchaus sehr unterhaltsam (und freue mich auch schon auf die zweite). Und… und… und… alles keine Entschuldigung, weswegen ich mein Scream-Defizit endlich bei Seite geschafft habe.

Ich muss wahrscheinlich nicht mehr groß was zum Plot sagen, oder? Drew Barrymore wird in einer absolut großartigen Eröffnungsszene vom unbekannten Ghostface-Killer ermordet, der sich dann daran macht, Sidney Prescott (Neve Campbell) und ihre Freunde zu jagen… Das zieht auch Klatschspalten-Reporterin Gale Weathers (Courtney Cox) ins beschauliche kleine Woodsboro, schließlich ereignete sich vor fast genau einem Jahr etwas ähnlich Schreckliches, in das Sidney auch schon involviert war.

Edward Munch würde sich auch gruseln.

Nun habe ich „Scream“ also endlich gesehen… und ja, ich kann absolut verstehen, warum dieser Film damals sofort ein Hit wurde und eine ganze Reihe von Slasher-Klonen (von denen ich auch kaum welche gesehen habe) nach sich zog. Denn „Scream“ ist schon ein bisschen was anderes. Das ist nicht der übliche Horror-Slasher, in dem hübsche Teenies einfach umgenietet werden und das war’s. Denn letztendlich ist „Scream“ mehr ein Whodunit. Anders als sonst ist hier anfangs nicht klar, wer dieser Mörder ist – wir erfahren, dass diese Ghostface-Masken überall zu kaufen sind und somit könnte jeder der Mörder sein. Somit greift hier halt auch der Punkt, der mir schon an der Serie extrem gut gefallen hat: man wird selber mehr in den Film involviert, man rätselt selber viel mehr mit, wer den dieser Killer sein könnte. Jetzt muss ich zwar zugeben, dass mir das Raten in der Serie etwas mehr Spaß gemacht hat (einfach weil da mehr Zeit und ein paar mehr Charaktere waren, mit denen man „spielen“ konnte), aber auch „Scream“, der Film, macht das super. Ist ja schließlich auch die Vorlage dafür.

Natürlich punktet „Scream“ auch durch seinen Metahumor… das ständige Zitieren aus Horror-Filmen ist super. Besonders genial fand ich auch immer die Szenen, in denen jemand die Regeln des Horror-Films auseinanderpflückt und wir parallel dazu sehen, wie sie eingesetzt werden. Es hat schon etwas verdammt Cleveres, wenn man jemanden die typischen Horror-Klischees aufsagen lässt und sie dann einem vorspielt… und Wes Craven wäre nicht Wes Craven, wenn er es dann nicht trotzdem noch so hinbekommt, dass diese Szenen nichts an ihrer Spannung verlieren.

Womit ich tatsächlich nicht gerechnet hätte, war, wie extrem, extrem komisch „Scream“ ist… und hier würde ich dann vielleicht auch ein bisschen (unangebrachte) Kritik am Film äußern: Ghostface an sich fand ich leider zu keinem Zeitpunkt wirklich gruselig. Wenn der selbst unbemerkt durch den Supermarkt geistert oder umständlich irgendwo durchs Gebüsch streunert, war das schon ein bisschen absurd. Was diesen Killer dann aber für mich zum Buster Keaton aller Serienkiller machte, war die Tatsache, dass der Typ ja so oft in fast schon slapstickartigen Einlagen auf die Fresse fliegt. Immer und immer wieder… der wird getreten, gehauen und umgeschubst wie nichts gutes. Aber vielleicht (mit Sicherheit?) ist auch das Cravens Dekonstruktion des üblichen Serienkillers, aber irgendwann fand ich das einfach ein bisschen sehr albern. Aber gut, lacht man halt ein bisschen mehr über einen Film, von dem man erwartet hätte, er wäre weniger zum Lachen.

Mit wem ich auch so meine Probleme hatte, war der etwas sehr albern gespielte Deputy Dewie (David Arquette), bei dem ich zumindest jetzt endlich verstanden habe, wie sein Pendant in „Scary Movie“ entstanden ist. Aber gut… ansonsten waren die Darsteller schon gut. Eine Neve Campbell wirkte manchmal ein wenig steif, aber sie war eine gute Protagonistin, mit der man gut mitfiebern konnte.

Alles in allem habe ich aber so ein bisschen das Gefühl, dass „Scream“ nicht so gut gealtert ist…. Oder jetzt ist einfach die falsche Zeit, um ihn das erste Mal zu sehen. Vielleicht ist es das, denn immerhin haben wir mittlerweile hervorragende Horror-Filme. In den 90er Jahren war das möglicherweise nicht so der Fall oder sie waren alle zu einseitig und deswegen konnte ein Film wie „Scream“ die Herzen der Menschen erobern. Weil er ein bisschen anders war, weil er gekonnt mit den Regeln des Genres jongliert hat… ich fand ich zwar jetzt auch noch sehr unterhaltsam und ich kann seinen Erfolg nachvollziehen, so richtig umgehauen hat er mich jedoch nicht…

Wertung: 8 von 10 Punkten (schauen wir mal, wie sich die Fortsetzungen so machen)

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24 Kommentare leave one →
  1. 13. Juli 2016 09:03

    „Now Sid, don’t you blame the movies. Movies don’t create psychos. Movies make psychos more creative!“ ^^

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2016 12:25

      Das ist wirklich ein sehr gutes Zitat aus dem Film 😀

  2. 13. Juli 2016 09:21

    Ich muss mir den auch unbedingt mal wieder angucken. Wie du schon sagst, war das damals ein echter Knaller. Der Humor ist natürlich absolut gewollt. Es ist eben eine Parodie. Nebenbei macht der Slapstick ja schon Sinn, wenn man bedenkt wer am Ende der Täter ist. Eben irgendwelche Honks, die Psycho spielen wollen. Das sind ja keine übernatürlichen Schnetzler, die man nicht aufhalten kann und eine Killerausbildung gibts ja auch nicht.

    Ich frage mich übrigens, wie du auch nur 10 Sekunden von Scary Movie ausgehalten hast, wenn du doch die Vorlage nicht kanntest.

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2016 12:26

      Keine Ahnung, wie ich „Scary Movie“ ausgehalten habe, aber ich fand den damals sehr witzig…

      Und ja, das mit dem Serienkiller stimmt schon… aber letztendlich weiß man ja wirklich erst mit dem Finale, warum er so ist. Woher wirkt es einfach nur sehr skurril.

      • 13. Juli 2016 12:35

        Wie gesagt, dadruch, dass es eben eine Parodie sein soll, hat mich das nie gestört. Es geht ja auch darum, dass in vrherigen Horrorfilmen die Killer immer diese unaufhaltsamen Typen waren. Hier hat man eben das genaue Gegenteil. Dadurch funktioniert das eben so gut.

        • donpozuelo permalink*
          13. Juli 2016 15:41

          Ja… und ja, wenn ich gewusst hätte, dass es wirklich eine reine, reine Parodie ist, hätte es mich auch nicht so gestört. Da mir aber immer wieder jeder erzählt hat, wie gruselig dieser Film ist, hatte ich etwas anderes erwartet. Aber er war ja trotzdem (oder gerade deswegen) noch sehr unterhaltsam…

        • 13. Juli 2016 17:44

          Okay, da wurden dann wohl wirklich falsche Erwartungen geweckt. Gruselig fand ich den eigentlich nie so richtig.

        • donpozuelo permalink*
          14. Juli 2016 08:58

          Gruselig an sich war der wirklich nicht… das stimmt.

  3. 13. Juli 2016 10:54

    Ah, du hast den großen Klassiker nachgeholt. Schön! Krass, dass er nun schon so alt bzw. auch sichtbar gealtert ist. In meiner Erinnerung ist der Film so unglaublich frisch und am Puls der Zeit. Aber man wird halt nicht jünger und inzwischen hat „Scream“ 20 Jahre auf dem Buckel. 20 Jahre!!! Ich erinnere mich noch, als wäre es gestern gewesen, dass ich unbedarft ins Kino gestolpert bin… unfassbar…

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2016 12:28

      Zwanzig Jahre sind eine Menge Zeit… und, wie gesagt, ich glaube, dass mit dem Altern liegt eher daran, dass ich den Film jetzt mit 20 Jahren Verspätung sehe… da wirkt vieles natürlich nicht mehr so frisch, weil es so oft woanders gut kopiert wurde…

      Seinen Status als Klassiker, Kult, was auch immer hat der Film auch nach 20 Jahren noch.

  4. 13. Juli 2016 13:37

    Ha! Jetzt fühl ich mich alt. Ich hab den im Kino gesehen, da war ich 18.

    Danach bin ich noch zu einer Freundin gefahren und musste spätabends vor ihrem wirklich einsam gelegenen Haus auf sie warten. Ich hatte SOLCHE Angst. Doch ja, hatte ich wirklich.

    Mittlerweile fände ich den Film sicher auch lustig, irgendwie. Aber damals hat er mich ziemlich gepackt.

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2016 15:39

      Das glaube ich gern… nachts vor einem einsam gelegenen Haus hätte ich nach egal was für einem Horror-Film auch ein bisschen Angst…

      Und es tut mir Leid, dass du dich jetzt wegen mir alt fühlst. Bist du nicht, solltest du nicht fühlen.

      • 13. Juli 2016 16:15

        Ach wo, nicht wegen Dir ❤
        Weißt ja, ich bemühe mich nach Kräften um eine jugendliche Ausstrahlung. Gnihihi.

        • donpozuelo permalink*
          13. Juli 2016 17:41

          Sehr gut!!! 😉

  5. 13. Juli 2016 15:40

    Echt jetzt? Schon 20 Jahre?
    Wie auch immer, ich höre heraus dass sich die Serie lohnt. Werde ich dann mal vorsichtig antesten.

    • donpozuelo permalink*
      13. Juli 2016 15:46

      Also ich fand die Serie wirklich sehr unterhaltsam… und da kannte ich noch nicht einmal den Film.

  6. 13. Juli 2016 19:50

    Ich muss mir die Teile auch noch mal anschauen. In meiner eingestaubten Erinnerung wurde die Auflösung in den Fortsetzungen aber leider immer schräger und unglaubwürdiger. Irgendwann wusst ich nicht mehr, ob auch das Teil der Parodie war oder einfach nur die guten Ideen ausgegangen sind man aber noch einen drauf setzen wollte.

    • 13. Juli 2016 19:51

      Das Mirätseln hat dann irgendwann jedenfalls keinen Spaß mehr gemacht, weil man wusste, dass es am Ende jemand ist, auf den man beim besten Willen nicht kommen konnte.

      • donpozuelo permalink*
        14. Juli 2016 08:58

        Haha… das mit dem Miträtseln und den Auflösungen werde ich ja dann sehen. Ich hab ja jetzt die Vierer-Box von „Scream“ da. Die werden alle noch geguckt..

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