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Random Sunday #2: Ready Player One

10. Juli 2016

Ich gehöre ja zu der Sorte Kinogänger, die bei einem Film mit Roman- oder Comic-Vorlage gerne eben jene Vorlage lesen. Ich kann es nicht abstellen… und vor allem fällt es mir irgendwie schwer, nach dem Gesehenen noch das Buch zu lesen. Bislang gab es dafür bei mir nur zwei Vorfälle, wo ich das tatsächlich gemacht habe: Nach der ersten Staffel „Game of Thrones“ habe ich angefangen, alle Bücher zu lesen (aber das gilt ja nicht so richtig, war ja schließlich nur die erste Staffel und das erste Buch, der Rest war ja damals noch unangetastet). Und zuletzt habe ich das mit „Jonathan Strange & Mr. Norrell“ gemacht, was irgendwie auch ganz gut funktioniert hat, obwohl die Spannung trotz allem schon ein bisschen raus war. Grundsätzlich will ich die Vorlage dann doch lieber vorher „sehen“, bevor ich ins Kino gehe.

Für die zweite Ausgabe von meine Random-Sunday-Gelabere habe ich mir mal ein Buch geschnappt, dass ich vor ein paar Jahren entdeckt habe und ziemlich begeistert davon war: Ernest Clines „Ready Player One“, das ja jetzt demnächst auch von Steven Spielberg verfilmt in die Kinos kommt.

Darin entführt uns Cline in eine Zukunft, in der es auf der Erde ziemlich miserabel zugeht und sich die meisten Menschen deswegen in einer virtuellen Welt namens OASIS verstecken. Das ist ein bisschen wie „World of Warcraft“ – nur halt viel weiter, viel größer, viel zeitraubender. Unser Protagonist Wade Watts ist ein junger Bursche, der in dieser virtuellen Realität zuhause ist und sich extrem von der unschönen Außenwelt entfernt hat. Als eines Tages der Erfinder der OASIS, James Halliday, stirbt, ruft er in seinem letzten Video zu einer unglaublichen Schnitzeljagd auf: Wer drei Schlüssel und drei Tore innerhalb von OASIS findet und die Aufgaben, die damit verbunden sind, löst, der erbt Hallidays gesamtes Vermögen und somit auch die Kontrolle über OASIS. Für Wade natürlich das Abenteuer, in das es sich zu stürzen lohnt…

Spieler Zwei darf nicht mitspielen

„Ready Player One“ ist geschrieben von einem Nerd für einen Nerd. Ernest Cline ist immerhin im Besitz eines umgebauten DeLorean – wenn das mal keine Referenz ist 😀 Aber mal im Ernst, dass Nerd-Sein für Nerds hat natürlich seine Vor- und Nachteile, wobei trotz allem die Vorteile überwiegen. Cline ist jetzt nicht der beste Autor, der mit großen Bildern um sich schmeißt oder unglaubliche starke Charaktere entwickelt, mit denen man extrem mitfiebert. Da verliert sich Cline manchmal zu sehr in langen und überlangen Beschreibungen, die allesamt eher nüchterner Natur sind und die ganze Geschichte immer mal wieder ein bisschen ins Stocken bringen.

Wiederum sind diese Beschreibungen für einen Roman wie „Ready Player One“ auch unentbehrlich, denn Cline packt sooooo unglaublich viel Nerd-Wissen in dieses Buch. Dazu muss vielleicht noch erklärt werden, dass James Halliday ein Fan der 80er Jahre war und die Jagd durch Oasis darin besteht, bestes Trivia-Wissen zu Filmen, Video-Spielen, Musik, Romanen, etc. an den Tag zu legen. Und da mit Sicherheit nicht jeder Leser Clines Nerdtum ebenbürtig ist, muss halt auch viel erklärt werden. Das ist zwar durchaus spannend, weil man wirklich so das ein oder andere (unnütze) Wissen erlernt, aber es hält halt auch immer ein bisschen auf.

Aber hey… es ist immerhin sein allererstes Buch. Da darf man ihm das vielleicht verzeihen. Da darf man ihm vielleicht auch die arg platten Charaktere verzeihen, die keine sonderlich großen Überraschungen liefern. Sie sind alle cool und nett, aber das war’s auch schon. Charaktere sind für Cline mehr ein Mittel zum Zweck, etwas, um die Geschichte voranzutreiben und den nächsten interessanten 80ies-Trivia-Fakt herunterzuspulen.

Trotzdem all den kleineren Stolpersteinen bleibt „Ready Player One“ durchweg spannend. Die Jagd nach den Schlüsseln, die Suche nach den Toren ist aufregend beschrieben… und immerhin setzt Cline ja mit den gemeinen Sixern noch eine Gruppe mit ins Spiel, die allen Spielern von OASIS so richtig gefährlich werden könnte. „Ready Player One“ liefert eine sehr gradlinige Story ohne größere Ausschweife. Und hier liegt vielleicht dann auch die größte Stärke für die Verfilmung: denn das Buch liest sich schon ein bisschen so, als wäre es mit dem Hintergedanken eines Films geschrieben. Beschreibung, Action, Action, Dialoge, Beschreibung, Action, Action. Zu sehr in die Tiefe geht’s nicht… also perfekt, um als Film umgesetzt zu werden. Und in der Hand von Steven Spielberg könnte da auch durchaus ein richtig unterhaltsamer Film werden – vorausgesetzt, er bekommt die Rechte an all den Filmen, Songs und Spielen, die im Buch erwähnt werden.

„Ready Player One“ ist ein perfektes Sommer-Buch – unterhaltsam und schnell gelesen!

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4 Kommentare leave one →
  1. 10. Juli 2016 21:10

    Hoffe ich im Zuge der Verfilmung auch noch lesen zu können bzw. im Idealfall davor. Klingt super!

    • donpozuelo permalink*
      10. Juli 2016 22:25

      Es ist wirklich ein unterhaltsames Buch und auch schnell zu lesen… ich kann’s nur empfehlen! 😉

  2. 11. Juli 2016 08:13

    Dieses Buch habe ich erst vor kurzem durchgehört – ganz klasse. Ich mochte dieses Retrofeeling innerhalb der totalen Dystopie. Ich bin auch schon sehr auf die Verfilmung gespannt, auch wenn ich Steven Spielberg nicht mehr soviel zutraue wie früher.

    • donpozuelo permalink*
      11. Juli 2016 10:36

      Ja, 80er Jahre in der Zukunft… cooles Konzept 😉

      Ich bin auch mal gespannt auf Spielbergs Version. Ich hoffe, das er da seinen alten Zauber noch einmal wirken lassen kann.

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