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Walking on the Moon

27. Juni 2016

Eine nach wie vor sehr beliebte Verschwörungstheorie geht ja davon aus, dass die erste Mondlandung mit Armstrong und Aldrin einfach nur in einem Hollywood-Studio entstanden ist. Man wollte die erste Nation sein, die auf dem Mond landet und deswegen war es für die USA im Kalten Krieg enorm wichtig, dass das alles funktioniert. Um also auf Nummer Sicher zu gehen, dass wirklich alles bestens klappt, fälscht man das Ganze einfach. Diese Theorie wird ja gerne auch so weit gesponnen, dass niemand Geringeres als Stanley Kubrick diese Aufnahmen inszeniert haben soll. Immerhin hat er mit „2001“ bewiesen, wie unglaublich faszinierend er den Weltraum in Szene setzen kann… und für seinen Film „Barry Lyndon“ hat er ja sogar NASA-Linsen verwenden können, um nur mit natürlicher Beleuchtung arbeiten zu können. Ob man den Kram nun glaubt oder nicht, witzig und interessant ist der Gedanke schon.

Witzig und interessant genug für einen Film auf jeden Fall… da gibt es zum einen die wirklich sehr empfehlenswerte Mockumentary „Kubrick, Nixon und der Mann im Mond“. Die ist wirklich so gut, dass ich sie beim ersten Mal sehen für echt hielt. Aber darum soll es jetzt nicht gehen, sondern um „Moonwalkers“ (und nein, der hat nichts mit Michael Jacksons Film „Moonwalker“ zu tun).

„Moonwalkers“ erzählt die Geschichte von CIA-Agent Tom Kidman (Ron Perlman), der von seinen Vorgesetzten den Auftrag bekommt, nach England zu reisen. Hier soll er sich mit Stanley Kubrick treffen, damit der die Landung auf dem Mond im Studio aufzeichnet – nur für den Fall, dass die eigentliche Mondlandung irgendwie schief gehen könnte. In England trifft Kidman dann aber nicht auf Kubricks Agenten, sondern auf den verschuldeten Jonny (Rupert Grint) trifft. Der sieht nur Kidmans Koffer voller Geld, sieht seine Schulden davonfliegen und gibt so seinen besten Freund als Kubrick aus, um an das Geld zu kommen. Das Ganze fliegt natürlich auf, der Film muss aber trotzdem gedreht werden und zu allem Überfluss lauern auch immer noch Jonnys Gläubiger auf das Geld.

So sehen echte Astronauten aus…

„Moonwalkers“ beginnt als klassische Verwechslungskomödie, garniert das Ganze mit einer Prise Guy-Ritchie-Gangstercharme und einer amüsanten Parodie auf die Film-Produktion. Alles in allem ist das nicht sonderlich viel Neues, was Regisseur Antoine Bardou-Jacquet zu bieten hat, aber er nutzt die Prämisse gekonnt aus und spielt wunderbar damit. Die verschiedenen Etappen, aus denen sich der Film zusammensetzt, bieten in ihren einzelnen Sequenzen jede Menge Abwechslung. Da gibt es dann herrlich absurde Szenen, in denen ein genervter Kidman im Drogenrausch merkwürdige Visionen hat. Da versuchen Jonny und Kidman verzweifelt die schrägen Visionen ihres vollkommen durchgeknallten Regisseurs im Zaum zu halten (ich sage nur Weltraum-Quallen!!!). „Moonwalkers“ ist ein irres Potpourri an irren Ideen, die in wilder Abfolge aneinandergereiht wurden… die sich dann aber leider immer zu sehr von einander abtrennen. Man hat das Gefühl, Bardou-Jacquet und Drehbuchautor Dean Craig wollten so viele irrsinnige Ideen wie nur möglich in einen Film packen.

Was den Film dann aber zum Glück doch sehr zusammenhält ist der großartige Ron Perlman. Denn der kontrolliert gefasste und dennoch unter den Visionen seiner Opfer im Vietnam-Krieg leidende Kidman ist der Fels in der Brandung, die sich da „Moonwalkers“ nennt. Ron Perlman ist einfach super… ob nun als eiskalter Agent, als mit Drogen zugedröhnter Hippie oder als absolute Killermaschine. Dagegen kommen alle anderen – inklusive Ex-„Harry Potter“-Star Rupert Grint nicht so wirklich an. Wenn ich ehrlich sein soll, hätte ich mir von Grint einfach noch ein bisschen mehr gewünscht. Sein Jonny spielt fast nur eine Nebenrolle, sobald Kidman wieder die Kontrolle übernimmt. Mit diesem interessanten Duo hätte Bardou-Jacquet ruhig ein bisschen mehr „spielen“ können.

Der wilde Mix aus verschiedenen Stories finden dann sein Ende in einem Finale, dass selbst einen Quentin Tarantino stolz machen würde. „Moonwalkers“ serviert uns auf einmal ein wildes Mexican-Standoff mit wilden Schießereien und extremen (und vollkommen unerwarteten) Gewaltausbrüchen, dass man im ersten Augenblick gar nicht glauben kann, was man da sieht… und am Ende regelrecht begeistert ist.

Wertung: 7 von 10 Punkten (ein toller Ron Perlman durchschifft gekonnt dieses Meer an zig tausend Ideen)

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7 Kommentare leave one →
  1. 27. Juni 2016 08:34

    Nix von gehört aber klingt unglaublich spaßig. Wird gemerkt.

    • donpozuelo permalink*
      27. Juni 2016 12:18

      Sehr gut… bin gespannt, wie der dir gefällt.

  2. 27. Juni 2016 17:37

    Ach ja, den fand ich total lustig und er hat mich gut durch den Abend gebracht hat. Ich liebe Perlman und auch wenn er viel Schrott gedreht hat, werde ich ihm wohl auf ewig die Treue halten :))
    Was eine krude geniale Geschichte…

    • donpozuelo permalink*
      27. Juni 2016 22:40

      Perlman ist großartig!!! Was mich daran erinnert, das ich mir demnächst mal unbedingt „Sons of Anarchy“ anschauen muss.

      • 27. Juni 2016 23:11

        Die Serie hätte ich geguckt, wenn sie nicht schon zigtrillionen Staffeln hätte und etwas aus dem Ruder gelaufen wäre. Also habe ich angefangen und die Lust verloren.

        • 27. Juni 2016 23:36

          Staffel 4 ist richtig gut. 3 & 5 sind auch noch überdurchschnittlich. Am Ende wird es etwas Banane, aber das ist ja bei den meisten Serien leider so.

        • donpozuelo permalink*
          28. Juni 2016 11:02

          Okay… gut zu wissen. Werd’s mir merken, sollte ich mal über die Serie stolpern.

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