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Aokigahara

22. Juni 2016

Game of Thrones“ ist zwar eine heiß geliebte Serie, die ihren Darstellern viel Ruhm beschert hat. Doch es scheint fast so, als würde sich dieser Ruhm nur auf die TV-Landschaft begrenzen. Denn wann immer auch ein Spieler um den Thron versucht, den Fängen von Eis und Feuer zu entwischen, kommt nicht wirklich was Gutes bei raus. Kit Harrington versauerte in „Silent Hill 2“, Emilia Clarke versichert jetzt schon, dass sie mit dem ganzen Terminator-Kram nach „Genisys“ nichts mehr zu tun haben möchte, Nikolaj Coster-Waldau dürfte jetzt mit Filmen wie „Mama“ auch keine großen Gewinne eingefahren haben… und selbst ein Peter Dinklage hat zuletzt ja nur noch so mäßige Filme auf die Leinwand gebracht. Und die Beispiele ließen sich wahrscheinlich noch beliebige fortführen, aber vielleicht muss man ja auch immer bedenken, dass die Damen und Herren von „Game of Thrones“ nicht so viel Zeit haben, um mal nebenbei noch einen Film zu drehen. Versuchen müssen sie es wahrscheinlich aber trotzdem… zumal sich so ein „Der Star aus Game of Thrones“ auf dem Poster immer gut macht.

Und so versuchte sich Natalie Dormer zuletzt an einem Film namens „The Forest“. Darin spielt sie Sara, die nach Japan reist, um ihre Zwillingsschwester Jess zu finden. Jess ist irgendwo in dem berühmt-berüchtigten Selbstmord-Wald Aokigahara verschwunden. In Japan angekommen macht sie sich mit der Hilfe des Journalisten Aiden (Taylor Kinney) auf den Weg in den Wald – ohne dabei auf die Warnungen der Einheimischen zu achten. Denn der Aokigahara-Wald ist voll von den wütenden Geistern der Toten.

Beim Spiel um den Thron ist sie besser aufgehoben

„The Forest“ ist so ein klassischer Fall von cooler Prämisse und bescheidender Umsetzung. Die Geschichte rund um den Aokigahara-Wald ist schon wirklich ziemlich faszinierend und beängstigend zugleich, gehen hier doch wirklich jährlich Menschen zum Sterben in den Wald. Angeblich wurde hier schon lange, lange Zeit die Tradition des „ubasute“ durchgeführt: sprich, es wurden alte Menschen in den Wald gebracht, um hier allein zu sterben. Seitdem gilt der Wald auch als von Geistern bevölkert, die wütend durch die Bäume streifen. Und was wäre für einen Horror-Film besser als eine Location, die es tatsächlich gibt? Nichts könnte doch gruseliger sein…

Leider braucht „The Forest“ wirklich Ewigkeiten, um überhaupt einmal aus dem Knick zu kommen. Fast eine Stunde lang passiert für einen Horror-Film wirklich so gut wie gar nichts – von ein paar miserablen Jump Scares mal abgesehen. Regisseur Jason Zada scheint kein wirkliches Gespür für sein Drehbuch zu haben und konzentriert sich dabei zu sehr, Natalie Dormer als Sara aufzubauen, ihr Umfeld zu abzuklären – und verliert dabei seinen eigentlich viel wichtigeren Protagonisten aus dem Auge: nämlich den Aokigahara-Wald. Denn in einem Film wie „The Forest“ müsste der Wald ein eigener Charakter werden, eine wirkliche Bedrohung… halt ein bisschen wie „Blair Witch“ oder irgendwas in diese Richtung. Aber letztendlich fühlt sich dieser Wald im Film an wie jeder stinknormale Wald. Er ist groß, er ist voller Bäume und das war’s. Wir spüren leider nie das Bedrohliche im Wald, wir bekommen es nur immer wieder von irgendwelchen Nebencharakteren vorgekaut, wir sehen ab und zu im Dunkeln mal ein paar schemenhafte Gestalten, aber mehr auch nicht. Hier versaut Zada leider wirklich einfach alles… und dabei hätte man aus diesem Film, dieser Prämisse, wirklich was machen können.

Wenn wir jetzt ganz böse wären, könnten wir es einmal mehr auf David S. Goyer schieben… der Mann hinter Filmen wie „Batman v Superman“ oder „Man of Steel“ steckt (zumindest als Produzent) auch hinter „The Forest“. Das aber nur so als kleine Randnotiz… 😉

Was „The Forest“ halt wirklich fehlt, ist Atmosphäre… eine dauerhafte Bedrohung im Wald. Etwas, weswegen man sich bei jedem noch so kleinen Geräusch fast in die Hose macht, sich ständig umdreht und die Suche nach der Schwester dadurch erschwert wird, dass man eigentlich viel lieber sein eigenes Leben retten möchte. Aber daraus wird leider alles nichts… stattdessen ist „The Forest“ so ein 08-15-Langweiler, der mit öden Story-Wendungen punkten möchte und dabei kläglich scheitert. Dazu kommt eine Natalie Dormer, die vollkommen unterfordert und irgendwie auch ziemlich gelangweilt durch diesen Wald rennt. In „The Tudors“ und natürlich auch in „Game of Thrones“ mochte und mag ich sie sehr, aber hier… als Scream Queen so überhaupt nicht. Dormer überzeugt einfach an keiner Stelle… ihre ganze Darstellung wirkt sehr hölzern und trocken. Wahrscheinlich hat sie genau wie wir nie wirklich das Gefühl der Bedrohung in diesem Wald gespürt und sich mühselig durch das Skript gequält.

Naja… was soll’s??? Vielleicht bietet es sich bei so etwas wie dem Aokigahara-Wald eh an, dass ein japanischer Regisseur das Ganze verfilmt. Der kann sich dann auch noch eher in die Geschichte des Waldes einleben… so bleibt „The Forest“ ein Horror-Film, der wirklich keiner ist. Nur ein paar blöde Jump Scares reichen halt einfach nicht aus…

Wertung: 3 von 10 Punkten (langweiliger Trip an einen schaurigen Ort)

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