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27. Mai 2016

Diese Zahlenfolge dürfte wohl mittlerweile berühmter sein als jede mathematische Zahlenfolge. Diese sechs Zahlen sorgten eine ganze Zeit lang dafür, dass wohl so ziemlich jeder Serien-Junkie sich der Numerologie zuwandte, um diesen Ziffern ihr Geheimnis zu entlocken. Damit sind wir dann auch schon bei der zweiten Staffel von „LOST“. Und bei ebenjenen komischen Zahlen, die uns ab der zweiten Staffel nicht mehr in Ruhe lassen werden.

Schließlich standen sie schon auf der mysteriösen Luke, die John Locke (Terry O’Quinn) in der ersten Staffel fand und nachdem er sie mit dem Sprengstoff von dem alten Schiff, das ebenfalls auf mysteriöse Weise mitten im Dschungel lag, geöffnet hat, tauchen wir noch tiefer in das Mysterium der Insel ein. Denn hinter der Luke versteckt sich ein bewohnter Bunker, in der der einsame Desmond (Henry Ian Cusick) alle 108 Minuten eben jene merkwürdigen Zahlen in einen Computer tippte, um einen Countdown wieder von vorne beginnen zu lassen. Angeblich, so Desmond, würde er damit die Welt retten – und übergibt diese Aufgabe nach drei Jahren der Isolation an Locke und haut ab. Während Locke sich nun um diesen Countdown kümmert, geht es auch mit denen weiter, die zum Ende der ersten Staffel versuchten, mit einem Floss die Insel zu verlassen. Dabei wurden ja bekanntlich Sawyer (Josh Holloway), Jin (Daniel Dae Kim) und Michael (Harold Perrineau) von den Anderen überfallen, zerstörten das Floss und entführten Michaels Sohn Walt (Malcolm David Kelley). Mit Mühe und Not schaffen die Drei es zurück zur Insel… und stoßen hier auf eine weitere Gruppe von Überlebenden (die aus dem Flugzeug-Heck).

Immer schön auf „Execute“ drücken…

So, das war mal wieder der verzweifelte Versuch, das Ganze kurz zusammenzufassen. Während sich in der ersten Staffel alles um die Vorstellung der Überlebenden drehte, dreht sich jetzt alles um die Insel, auf der sie gelandet sind. Und jetzt, mit der zweiten Staffel, wird diese Insel noch verrückter, noch geheimnisvoller und noch faszinierender als zuvor. Vergessen sind da der Eisbär oder das komische, knackende Monster… obwohl das nun gerade nicht. Denn jetzt dürfen wir endlich einen Blick auf dieses ungewöhnliche schwarze Rauchmonster werfen, dass den Überlebenden (und auch uns als Zuschauer) so viel Angst einjagte. Was mich an dem Ding nach wie vor fasziniert, ist dieser mechanische Sound, der von dem Wesen ausgeht – und dann ist es doch nur wie eine riesige, lebende Rauchwolke. Ein cooler Kontrast, der aus einem „einfachen“ Rauchmonster ein sehr faszinierendes Rauchmonster macht.

Aber das Rauchmonster ist ja nicht alles. Denn schließlich befinden wir uns endlich hinter der Luke, im Reich der Dharma Initiative. Und hier wird’s dann in meinen Augen wirklich so richtig spannend. Denn jetzt lernen wir, dass diese Insel etwas besonderes ist. Besonders genug, dass eben diese Dharma Initiative mehrere Stationen auf dieser Insel installiert hat, um die besonderen Eigenschaften der Insel zu erforschen. Experimente also… und natürlich wirft das dann auch gleich die Frage auf, ob das ewige Knopfdrücken auch nur ein weiteres Experiment ist oder doch so bedeutend, wie uns Desmond weismachen wollte.

Oh, was habe ich „LOST“ für die Einführung von Dharma geliebt. Wie habe ich jede Folge herbeigesehnt, in der man ein weiteres Orientierungsvideo fand? Wie oft habe ich damals die kryptische Zeichnung von den einzelnen Stationen, die John im Bunker findet, hinterfragt? Wie gerne hätte ich so viel mehr über die Dharma Initiative erfahren? Aber wie es sich für „LOST“ gehört, erfahren wir nur das Nötigste, was aber auch vollkommen ausreicht.

Diese Karte… welche Faszination sie doch hatte…

Aber Staffel 2 ist ja nicht nur die Staffel, in der wir erfahren, dass es merkwürdige Experimentier-Stationen auf der Insel gibt. Nein, wir erfahren zu allererst auch, dass die Passagiere aus dem Heck zum Teil überlebt haben. Auftritt Ana Lucia (Michelle Rodrigeuz), Mr. Eko (Adewale Akinnuoye-Agbaje) und einer kleinen Gruppe anderer. Während ich mit Ana Lucia nie so richtig warm wurde, fand ich Mr. Eko von Anfang an richtig cool. Überhaupt fand ich es cool, dass unsere altbekannte Gruppe ein bisschen erweitert wurde – zumal die Ankunft der Heck-Leute ja auch gleich für ordentlich Furore sorgt (ich sage nur: Leb wohl, Shannon!). Die Gruppendynamik wird noch einmal ordentlich durcheinander gewürfelt, gleichzeitig werden die bestehenden Charaktere aber weiterhin stark ausgebaut.

Und das ist etwas, dass ich zu jeder Zeit, in jeder Staffel von „LOST“ immer so gemocht habe: Egal, wie aufregend es wurde, fanden die Macher doch immer eine Möglichkeit, auf die persönlichen Geschichten der Überlebenden zurückzugreifen. Alles auf dieser Insel, alles an dieser Serie hängt immer wieder mit den Menschen zusammen. Mal bewundern wir sie, mal zweifeln wir an ihnen, mal weinen wir mit ihnen oder lachen.

Als wenn das alles noch nicht genug gewesen wäre – Dharma Initiative, neue Überlebende, merkwürdige Stationen auf der Insel – kommt noch ein weiterer aufregender Faktor dazu: Henry Gale (Michael Emerson) und die ewige Frage, was er eigentlich genau für ein Spielchen spielt. Die Anderen dringen somit auch stärker in das Leben unserer Freunde ein… und stellen nur noch weitere faszinierende Rätsel auf.

Somit macht Staffel 2 genau da weiter, wo die erste aufgehört hat – und erweitert unser Mini-Universum Insel um eine ganze Menge faszinierender Faktoren. Die Spannung wird kontinuierlich stärker, die Rätsel sorgen dafür, dass wir uns immer mehr wundern, was diese Insel eigentlich ist und das Finale lässt einen einfach nur sprachlos zurück.

Wertung: 10 von 10 Punkten (die geheimnisvolle Insel wird noch geheimnisvoller)

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14 Kommentare leave one →
  1. 27. Mai 2016 09:28

    Noch ist alles gut. Guckst du die Serie zum ersten Mal? Ich habe das ja die letzten 2 Jahre gemacht und mit der letzten Staffel wurde mir alles, was ich bis dahin geliebt habe, schlichtweg zerstört. Ich bin gespannt, was du zum Ende sagen wirst. Mein Tipp: Hör einfach eine Staffel vorher auf. 😉

    • donpozuelo permalink*
      27. Mai 2016 10:35

      😀 Ich glaube, ich gucke die Serie jetzt schon zum vierten oder fünften Mal. Bei mir beißt du daher leider auf Granit… ich liebe das Finale, das Ende, einfach alles an dieser Serie… ich hab’s jetzt nur endlich mal geschafft, alles zu gucken und auch zu jeder Staffel eine Kritik zu schreiben.

      Was dich am Ende gestört hat, können wir ja dann noch einmal in Ruhe besprechen, wenn ich die Kritik zur letzten Staffel online stelle 😀

      • 27. Mai 2016 15:10

        Tolle Idee, jede Staffel noch einmal zu rezensieren. Und hier ist noch eine, die das Finale mochte 😉

        • donpozuelo permalink*
          28. Mai 2016 18:29

          Sehr gut!!!! 😀

  2. 28. Mai 2016 09:08

    Yep, eine fantastische zweite Staffel. Steht der ersten in nichts nach und macht Lust auf das, was noch kommt. Mit der dritten Staffel habe ich erstmals einen Quaitätsknick festgestellt, auch wenn ich noch viel Spaß damit hatte…

    • donpozuelo permalink*
      28. Mai 2016 18:30

      Echt? Nö, ich noch nicht wirklich, aber ich glaube, ich weiß, was du meinen könntest… aber da können wir uns ja dann noch mal in Ruhe bei Staffel 3 drüber unterhalten. 😉

  3. 28. Mai 2016 16:59

    Aaargh, ich muss endlich mal mit meinen Reviews weitermachen …

    Ich liebe im Grunde alles an der zweiten Staffel, bis auf den Nebenplot mit den Tail-End-Überlebenden. Der ist an und für sich völlig in Ordnung, wurde meiner Ansicht nach aber ziemlich grundlos damit zerstört, dass alle relevanten neuen Figuren aus Gründen, die nichts mit der Handlung zu tun haben, schnell wieder aus der Serie herausgeschrieben wurden. (Was ich Disney anlaste und für mich so sehr als das symbolisiert, was mit der amerikanischen Unterhaltungsindustrie schief läuft.) Damit wurde Ende der zweiten, Anfang der dritten Staffel so viel Potential verschenkt …

    Etwas schade, aber zwangsläufig ist die Tatsache, dass Locke in dieser Staffel wenig zu tun hat, weil er die ganze Zeit über in der Hatch festsitzt. Auf der anderen Seite ist das eine derart grandiose Location (und überhaupt: die ersten zwei, drei Episoden der Staffel sind einfach unfassbar grandios), dass ich darüber durchaus hinwegsehen kann.

    • donpozuelo permalink*
      28. Mai 2016 18:32

      Ja, mit der Tail-Section-Storyline gebe ich dir durchaus Recht. Dennoch fand ich es ganz angenehm, dass ein paar neue Gesichter aufgetaucht sind, die das Ganze noch mal ein bisschen erweitert haben.

      Locke im Hatch fand ich einfach nur cool. Ja, die Location ist wirklich der Hammer… vor allem, weil man nur langsam erahnt, was es damit auf sich haben könnte. Alles in allem fand ich es aber auch nicht so schlimm, dass Locke da „wenig“ zu tun hat…

  4. 30. Mai 2016 18:07

    Bei deiner Besprechung der zweiten Staffel merke ich erstmal wie schlecht mein Zeitgefühl inzwischen ist bzw. wie lange es her ist, dass ich das gesehen habe. Ich hätte gewettet, dass die Leute aus dem Heck erst in der dritten Staffel auftreten und auch dass „Henry Gale“ später auftrat. Vielleicht sollte ich doch mal wieder alles schauen … das wäre ein Spaß. 🙂

    Michael Emmerson spielt einen meiner Lieblingscharaktere neben Sawyer. Ich habe es geliebt ihn zu hassen XD Und das Geheimnis hinter den Zahlen fand ich auch immer sehr faszinierend.

    • donpozuelo permalink*
      1. Juni 2016 08:45

      Michael Emerson war großartig und wurde mit jeder Folge, jeder Staffel einfach nur besser. Ich fand’s ja gerade so toll, dass man ihn erst hasst, dann irgendwann auch mal Mitleid mit ihm hat und irgendwann gar nicht mehr so richtig weiß, was man denn überhaupt noch für ihn fühlen soll. So muss ein „Schurke“ sein…

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