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Teenage Mutant Hero Mutants

23. Mai 2016

Der dritte Teil einer Reihe ist nie wirklich so gut wie seine Vorgänger. Eine Behauptung, der der ein oder andere mit Sicherheit zustimmen würde. Wenn man sich jetzt „Der Pate 3“ anschaut, ist der nicht so die Wucht und Coppola selbst hat ja damals auch zugegeben, ihn nur des Geldes wegen gemacht zu haben. „Alien 3“ war jetzt auch kein großartiger Erfolg, obwohl die ersten beiden Kultklassiker geworden sind. Ähnliches gilt für viele andere Reihen – ob nun Terminator, Superman, Batman (wohlgemerkt die alten Filme), Spider-Man… aber natürlich gibt es auch dafür immer noch genügend Ausnahmen. Dennoch scheint so ein dritter Teil es immer besonders schwer zu haben. Vielleicht auch einfach nur deswegen, weil er der dritte Teil ist und durch zwei vorangegangene Filme die Erwartungen enorm hoch sind… nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: „X-Men: Apocalypse“ ist da. Der dritte Teil der neuen, jungen X-Men. Der Teil, der in einer Welt spielt, in der wir uns dank Wolverines Zeitreise-Einsatz vorerst keine Gedanken wegen böser Sentinels machen müssen.

Allerdings heißt das noch lange nicht, dass die Gefahren vorbei sind. Ganz im Gegenteil: denn irgendwo unter der Erde Ägyptens wurde gerade der allererste Mutant En Sabah Nur (Oscar Isaac) aus seinem Jahrtausende währenden Schlaf geweckt. Und was er nun in der Welt der 80er Jahre sieht, missfällt ihm. Also schart er vier Gefolgsleute um sich: Angel (Ben Hardy), Psylocke (Olivia Munn), Storm (Alexandra Shipp) und Magneto (Michael Fassbender. Gemeinsam mit denen will er nun die Welt in Schutt und Asche legen, um eine neue Ära einzuleiten. Zum Glück für uns hat Professor Xavier (James McAvoy) da noch ein Wörtchen mitzureden… und weil seine Schule für junge Mutanten ja jetzt gut besucht ist, hat er auch einige Kandidaten im Kampf gegen En Sabah Nur aufzubieten – unter anderem eine junge Jean Grey (Sophie Turner), Scott Summers (Tye Sheridan), Nightcrawler (Kodi Smit-McPhee) und natürlich den Liebling aller Fans des letzten Films: Quicksilver (Evan Peters), der einfach mal so viel cooler ist, als der aus „Avengers: Age of Ultron“.

Mutants are coming…

Ja, ich muss zugeben, ich habe mich sehr an die alte Trickfilm-Serie „X-Men: Evolution“ zurückerinnert gefühlt, in der es ja vornehmlich um die jüngere Generation X-Men ging. Die geht in „Apocalypse“ aber noch Hand in Hand mit der etwas älteren Garde, stiehlt McAvoy und Co. aber schon ein kleines bisschen die Show. Ich weiß nicht, ob es einfach nur pure Nostalgie war, eine Jean Grey und einen Cyclops wiederzusehen, aber gerade die jungen X-Men haben mich echt schwer begeistert. Ähnlich wie schon in „First Class“ müssen hier die „Frischlinge“ als Team zusammenwachsen – nur haben sie wenig bis gar keine Zeit zum Trainieren. Und trotzdem schafft es Regisseur Bryan Singer, sie wunderbar einzuführen. Jeder von ihnen wird als Charakter gut etabliert, gleichzeitig vermeidet Singer es aber auch, einen von ihnen zu sehr in den Vordergrund zu rücken. Stattdessen werden sie von Anfang an als Team gezeigt… und ich finde, das hat die Reihe echt gebraucht.

Überhaupt waren die Interaktionen untereinander dieses Mal einfach ein bisschen aufregender, ein bisschen packender und fesselnder. Jetzt waren es wirklich die X-Men, die gemeinsam kämpfen müssen. Dabei will ich natürlich auch nicht die Leistung von „alten“ Bekannte schmälern. Ein James McAvoy ist immer noch ein toller Professor X, gleichzeitig beweist er in diesem Film ziemlich gut, dass er sich auch hinten anstellen kann, um dem Team den Vorrang zu lassen. Jetzt wird er wirklich zu einem „weisen“ Anführer.

Denn immerhin haben sie es jetzt mit einem Superschurken zu tun, der Gott gleich ist. Und mit dem ich dann doch die größten Schwierigkeiten hatte: En Sabah Nur wird mit einer wirklich spannenden Einleitung vorgestellt, aber verliert danach immer mehr an Reiz. Ich weiß auch nicht, für den angelich mächtigsten Mutanten der Welt macht dieser sogenannte Apocalypse (es nennt ihn niemand so im Film) erstaunlich wenig. Er füttert seine Jünger mit mehr Macht, macht ein paar Sachen kaputt und das war’s… ich finde es schade, dass Singer sich so um all unsere bekannten Mutanten so bemüht, um dann letztendlich am Schurken zu scheitern. Statt mit Apocalypse einen wirklich großen und mächtigen Gegner aufzubauen, wird dieser Typ für diesen Film irgendwie belanglos. Ja, er ist der, der alles kaputt machen will, aber irgendwo hätte ich mir für den mächtigsten Mutanten dann doch ein bisschen mehr erhofft.

Schlumpfenkampf

Und so blass wie er selbst, sind dann leider auch die Jünger von Apocalypse. Olivia Munn darf als Psylocke nur heiß aussehen und Alexandra Shipp ist als Storm einfach nur Storm, damit man sie auch mal wieder dabei hat. Angel ist zwar cool, aber nicht umwerfend. Einzig und allein Fassbender als Magneto wird ein bisschen stärker ausgebaut, da es ja einen triftigen Grund braucht, warum er einmal mehr zur bösen Seite wechselt – der Grund ist dann aber auch wirklich heftig.

Aber ich höre jetzt auf, eine reine Abfolge der Darsteller zu bringen, obwohl es bei diesem Film natürlich schwer fällt, da es so viele Charaktere gibt. Wie schon gesagt, bis auf seine Schurken hat Singer sie alle toll im Griff, baut genug Menschlichkeit in diese Mutanten ein, dass man auch mit ihnen mitfühlt, baut genug Witz ein, damit man sich mit ihnen freut und genug Tragik, um mit ihnen zu verzweifeln. Dazu gibt’s ein paar coole Action-Momente, bei denen einmal mehr Quicksilver als grandioser Sieger hervorgeht. Er hat wieder eine richtig große Szene, die einfach nur umwerfend ist. Zwischendurch gibt’s auch immer mal wieder coole Action-Sequenzen, doch im Finale geht Singer dann irgendwie ein bisschen die Puste aus. Und wieder einmal scheitert es dort meiner Meinung nach an Apocalypse, der einfach viel mehr hätte machen müssen.

Naja, gut… wie steht’s nun also mit diesem dritten Teil der neuen X-Men-Reihe??? Ich hatte meinen Spaß und hätte ihn richtig, richtig gut gefunden, wenn der Gegner besser gewesen wäre. Dennoch gesellt sich der Film gut in die Reihe seiner Vorgänger, baut vorhandene Charaktere noch ein kleines Stück weiter aus, macht aber gleichzeitig den Weg frei für eine neue Generation.

Wertung: 7 von 10 Punkten (hier werden die X-Men zu X-Men)

P.S.: Noch ein kleiner Nachschlag zum Charakter-Gelabere – Wolverine war umwerfend!!!! Mehr sag ich dazu nicht!!! 😉

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