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Team Captain

27. April 2016

Ich weiß wirklich nicht, wo ich anfangen soll. Fange ich beim aller ersten „Iron Man“ an, bei dem ich noch so meine Zweifel hatte, ob das mit dem MCU wirklich was werden würde? Fange ich bei dem Comic „Civil War“ an, den ich gut fand und bei dem ich mich schon ein bisschen gefragt habe, wie man das wohl umsetzen würde? Fange ich bei „The Winter Soldier“ an, der für mich wirklich einer der besten MCU-Filme gewesen ist? Oder fange ich doch lieber bei dem neuen neuen Spider-Man an, der uns nach Maguire und Garfield vorgesetzt wird? Oder entschuldige ich mich gleich wieder als Marvel-Fanboy, der den jüngeren Filmen kaum eine schlechte Bewertung gegeben hat? Es gibt so viele Dinge, die man zu „Captain America: Civil War“ sagen könnte und ich habe ehrlich gesagt ein bisschen Angst, wichtige Sachen zu vergessen. Denn der Film hat viel zu bieten… viel, über das es sich zu reden lohnt, viel das besprochen werden muss… also sollte ich irgendwas vergessen, verzeiht es mir.

Vielleicht fangen wir einfach von vorne an… „Captain America: Civil War“ (ich weigere mich, das Ganze „The First Avenger“ zu nennen). Der große Kampf Held gegen Held, bei dem definitiv nicht der Name der Mutter entscheiden für den Ausgang sein wird, versprochen. Captain America (Chris Evans) gegen Iron Man (Robert Downey Jr.). Das ist so im Groben die Geschichte und mehr will ich dazu auch nicht sagen… nur vielleicht so viel: Wenn euch „The Winter Soldier“ gefallen hat und ihr damit wisst, dass Anthony und Joe Russo mit einem guten Drehbuch etwas wunderbares erschaffen können, dann sollte das eigentlich schon Grund genug sein, „Civil War“ zu schauen.

Action Hero Running

„Civil War“ ist eigentlich der perfekte Höhepunkt für das MCU. Ganz ehrlich, wenn jetzt Schluss wäre, wäre es okay. Aber das „Civil War“ ja gerade mal der Anfang von Phase 3 ist, können wir uns wohl noch auf so einiges gefasst machen. Denn „Civil War“ ist wirklich ein rundum perfekter Superhelden-Film… mit der passenden Action, dem passenden Humor, den passenden persönlichen Momenten und dem passenden Look. Passt, passt, passt. Wirklich wahr. Die Russos finden die perfekte Balance zwischen allem, wirbeln hier fröhlich Superhelden durch die Luft, ohne das es einen zu sehr belastet. Gleichzeitig ist „Civil War“ jetzt wirklich kein dritter Avengers-Film. Es steht Captain America vorne drauf, also ist es auch wirklich eine Captain-America-Story. Es geht um ihn, die anderen sind nur schmückendes und fulminantes Beiwerk.

Dabei klingt Beiwerk jetzt irgendwie abwertend, aber genau das Gegenteil ist der Fall. „Civil War“ lässt selbst den Neuzugängen genügend Freiraum sich zu entfalten. Nehmen wir nur allein mal MCU-Neuling Black Panther (Chadwick Boseman). Kein große Origin-Story, keine große Einleitung… ein schwerer Schicksalsschlag reicht, um uns deutlich zu machen, dass dieser Mann auf Rache aus ist und ordentlich kämpfen kann. Wir sind doch mittlerweile auch einfach an einem Punkt angekommen, wo Origin-Stories eh nerven. Wird doch eh immer nur das Gleiche erzählt. Die Russos zeigen uns in „Civil War“, wie man innerhalb von 10 Minuten einen Helden einführen kann, bei dem man mitfiebert, den man cool findet und bei dem man jetzt nicht groß hinterfragen muss, wer ist das eigentlich und was will er hier.

Womit wir beim zweiten MCU-Neuling wären, für den das Gleiche zu trifft: Spider-Man. Gut, von dem brauchen wir nun wirklich keine Origin-Story mehr. Die hatten wir jetzt zweimal, das sollte wirklich reichen. Von daher darf der hier gleich zur Sache gehen… und was soll ich sagen: Tom Holland ist wunderbar. Sowohl als junger Peter Parker als auch als rotzfrecher Spider-Man, der in der fast schon zu kurzen Zeit, die er durch diesen Film springt, so richtig Lust auf sein „Homecoming“ macht!!! Es ist wirklich unglaublich, wie gekonnt und spielerisch die neuen Superhelden einbauen, ohne das es zu gezwungen aussieht. Selbst ein Paul Rudd als „Ant-Man“ ist einfach nur ein toller Paul Rudd als „Ant-Man“.

Aber vergessen wir jetzt mal nicht die alten Hasen… denen die Russos auch noch eine neue Seite abgewinnen können. Ein Tony Stark war noch nie so ernst und so düster, so verletzlich und gebrochen… und ein Captain America nie gefasster in seiner Überzeugung. Elizabeth Olsen bekommt die Chance ihre Scarlett Witch besser aufzubauen und zu einem bedeutenden und wichtigen Teil dieses Films werden zu lassen. Und dabei habe ich jetzt noch gar nicht über einen Daniel Brühl gesprochen, dessen Helmut Zemo endlich mal wieder ein toller MCU-Gegenspieler ist, den man nicht sofort durchschaut und der einfach nur einmal mehr die Macht an sich reißen will. Er ist der passende „Schurke“ für diesen Film, der im Hintergrund agiert und so seine wahren Absichten gekonnt vor uns verheimlicht.

Tja, und das waren jetzt erst die Darsteller. Ich hatte ja schon grob die Story und die Action angesprochen. Wie gesagt, es ist kein „Avengers“-Film, sondern wirklich ein „Captain America“. Dafür sorgen die Russos. Gleichzeitig sorgen sie aber auch dafür, dass wir ein großes Spektakel auf der Leinwand geliefert bekommen, bei dem mal keine Städte aus dem Himmel fallen müssen. Und trotzdem ist die Action der Hammer. Im Gegensatz zu „BvS“, bei dem der Titel gebende Kampf ja nicht so berauschend war, ist der „Civil War“ hier wirklich die Wucht in Tüten. Ich kann gar nicht so recht beschreiben, wie dermaßen Spaß dieses Superhelden-Gekloppe gemacht hat. Aber ich hatte Spaß daran, das ist ein grandioser Kampf, ein spannendes Spektakel, dass gleichzeitig ordentlich reinhaut, aber halt auch die Balance zwischen knallhartem Kampf und witzigen kleinen Elementen hält (Spidey ist hier in Höchstform!). Und wenn man das gesehen hat, fragt man sich, was der Film einem jetzt wohl noch bieten will… tja, und dann kommen die persönlichen Noten noch stärker zum Ausdruck und zu einem weiteren Kampf, an dem dann nichts mehr witzig ist und bei dem ich mich echt beherrschen musste, vor lauter Spannung nicht zu schreien. Was man einfach dazu sagen muss, ist, dass der Film auch gekonnt beide Seiten beleuchtet und es dem Zuschauer immer schwer macht, sich wirklich zu entscheiden. In einem Augenblick ist man für Team Iron Man, dann wieder für Team Captain… und wird immer wieder von dieser Ambivalenz hin und her gerüttelt. „Captain America: Civil War“ ist halt eben keine platte Action-Schlachtplatte, sondern auch ein Film mit Hirn, bei dem das Drehbuch wirklich durchdacht ist und alle Höhen und Tiefen, dieser unsäglichen Situation auslotet.

Ja, der Marvel-Fanboy in mir hatte seinen Spaß! Der Action-Held in mir hatte seinen Spaß! Der Film-Fan in mir hatte seinen Spaß! „Captain America: Civil War“ ist wirklich, wirklich, wirklich ein rundes Ding, clever durchdacht, bravourös umgesetzt und einfach nur ein Comic-Fest, gegen das die großen „Avengers“-Schlachten schon ein bisschen abstinken. Ich weiß, ich sage das gefühlt bei jedem Marvel-Film, den ich im Moment so sehe, aber das hier war wirklich bisher die absolute Krönung!!!!

Wertung: 10 von 10 Punkten (ich bin Team Captain, auch wenn Team Iron Man Spider-Man hat…)

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22 Kommentare leave one →
  1. 27. April 2016 20:19

    Okay, ich hatte so meine Zweifel, ob sich das lohnt, aber diese Begeisterung…
    Vielleicht werde ich morgen die Sneak knicken und lieber den hier ansehen 😀

    • donpozuelo permalink*
      28. April 2016 08:55

      Ja, der Film ist echt gut geworden. Ich hatte wirklich viel Spaß. Aber ich bin gespannt, was du dazu sagst.

      • 28. April 2016 15:08

        Morgen bin ich schlauer :))

        • donpozuelo permalink*
          28. April 2016 16:56

          Ich bin sehr gespannt. 😀

        • 29. April 2016 22:27

          So wirklich vom Hocker hat er mich nicht gehauen. Inhaltlich schon sehr gut, aber etwas weniger HauDruff und mit ohne 3D hätte mir besser gefallen 🙂 Nur gut, dass Sebastian Stan dabei war, das hat mich von diesem farblosen Black Panther und Vision abgelenkt :))

        • donpozuelo permalink*
          1. Mai 2016 20:39

          Echt, schade… du mochtest Black Panther wirklich nicht? Bei Vision gebe ich dir zum Teil Recht, man hätte ihn wirklich ein bisschen besser ausbauen können. Aber so als Papa-Ersatz der Gruppe und vor allem als gutes Gewissen von Scarlet Witch fand ich ihn schon echt gut.

          Und ja, das erste Mal habe ich den Film tatsächlich ohne 3D gesehen und es war gut so. Aber das 3D finde ich im Allgemeinen im Moment nicht mehr so aufregend… hat sich langsam wirklich komplett abgenutzt.

        • 1. Mai 2016 20:44

          Nee, Black Panther finde ich langweilig, aber Vision hat wenigstens seine Momente sieht aber doof aus :))
          Mich nervt das 3D nur noch und ich hatte nachts und am nächsten Tag fette Kopfschmerzen. Ich will es einfach einschränken und werde lieber warten, bis der Film normal läuft.

        • donpozuelo permalink*
          1. Mai 2016 21:01

          Ja, das 3D wird wirklich immer schlimmer… und irgendwie sinnloser.

          Und ja, Vision sieht tatsächlich ein bisschen komisch aus. Vor allem in seinem Daddy-Outfit mit Hemd und Pullover 😀

  2. 1. Mai 2016 21:56

    Noch nicht gesehen, aber trotzdem: Team Iron Man! Immer! 😉

    • donpozuelo permalink*
      2. Mai 2016 09:20

      Haha… nee, beim mir bleibt’s tatsächlich Team Cap. Mochte den irgendwann echt lieber als Iron Man. Auch wenn der natürlich ziemlich cool ist.

  3. 4. Mai 2016 00:53

    Bei der Wertung gehe ich nicht ganz mit, aber doch mit allem, was du drumrum geschrieben hast. (Bis auf die Überschrift.)

    • donpozuelo permalink*
      4. Mai 2016 08:50

      😀 😀 😀

      Also alles in der Mitte zwischen Überschrift und Wertung… ist doch auch mal ne Leistung.

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