Skip to content

Willkommen in Alexandria!

22. April 2016

Ich bin immer noch dabei! Ich kann es selbst kaum glauben, aber die vierte Staffel von „The Walking Dead“ hat es dann doch geschafft, mich wieder ein bisschen mehr für die Serie zu interessieren. Zwar beäuge ich die Serie wahrscheinlich immer noch sehr viel kritischer als sie es vielleicht verdient hat, aber immerhin beäuge ich sie wieder. Ist doch auch was… und im Gegensatz zu Staffel Vier haut Staffel 5 einen ja auch gleich ordentlich auch den Socken mit den ersten paar Folgen.

Denn immer noch sind Rick (Andrew Lincoln) und seine kleine Familie aus Überlebenden in Terminus gefangen, dem angeblich sicheren Ort, der sich dann als Futter-Haltestelle für ein paar ziemlich kranke Kannibalen offenbart… doch zum Glück wandert ja noch eine Carol (Melissa McBride) da draußen rum und kann ihren Freunden beim Ausbruch helfen. Anschließend stößt die Truppe auf Father Gabriel (Seth Gilliam) und findet in seiner kleinen Kirche Unterschlupf. Danach gibt’s das Mid-Season-Finale mit dem Grady Memorial Hospital, in dem sich eine Gruppe von Polizisten Überlebende als Sklaven hält und schließlich kommt dann Alexandria.

Fast wie in alten Zeiten…

Ich muss ja gestehen, die fünfte Staffel hat sich für mich ein bisschen angefühlt, als würde ich eine Staffel „One Piece“ gucken – was jetzt nicht negativ gemeint ist. Aber „The Walking Dead“ hat so dieses typische „One Piece“-Schema: scheinbar unbezwingbare Situation, in der unsere Helden scheinbar den Tod finden werden; Last-Minute-Rettung und anschließendes Weiterziehen… zum nächsten Ort, an denen es ihnen an den Kragen geht. Zwischendurch gibt’s mal ein paar ruhigere Szenen, die sich auf die Charaktere konzentrieren, die kleine TWD-Verschnaufpause, bevor es wieder hart zur Sache geht. Bleibt halt wirklich die Frage, wie lange so ein Format wirklich spannend bleibt, aber so lange für ausreichende Charakter-Entwicklung und Spannung gesorgt, kann das wohl ewig so laufen. Halt wie „One Piece“, halt wie auch „The Walking Dead“, die Comics und dann wohl auch die Serie…

Bevor das jetzt jedoch alles zu pessimistisch klingt: Ich mochte die fünfte Staffel wirklich sehr. Weil hier halt auch wieder das gemacht wurde, was mir an der Comic-Adaption gut gefällt: Es werden bestehende Handlungsstränge ausgebaut, statt unnötig dazu erfunden. So gibt’s die Kannibalen-Story ja auch in den Comics, nur wurde sie für die Serie für den gewissen, krasseren Schauwert erweitert, was wirklich ziemlich heftig war. Aber gleichzeitig liefert Staffel 5 dann halt auch wieder das Beweisstück, dass neu hinzuerfundene Geschichten nie so richtig zünden wollen (also zumindest bei mir): Die „Grady Memorial Hospital“-Angelegenheit empfand ich auch wieder so ein bisschen als Lückenfüller, um nicht zu schnell nach Alexandria zu gelangen und um halt dieses Mid-Season-Finale zu haben… wodurch es sich halt immer ein bisschen anfühlt, als würde man nicht eine Staffel schauen, sondern zwei in einer. Aber gut…

Wie gesagt, die Krankenhaus-Geschichte fand ich nicht so aufregend, aber jetzt auch nicht so schlecht, dass sie mich nicht unterhalten hätte. Auch hier schocken die Macher gekonnt und sorgen mit einem Tod für ein paar Tränchen meinerseits. Aber als wenn das nicht genug wäre, killen sie schon ein paar Folgen später die nächsten der Truppe weg, wobei ich die Folge, die sich ganz Tyrese (Chad L Coleman) widmet, besonders gut fand. Das war wirklich eine gelungene Verabschiedungsfolge für einen Charakter, den man mittlerweile so lieb gewonnen hatte.

Durch all diese Verluste haben die Macher der Serie gleichzeitig auch noch einmal mehr Möglichkeiten, die einzelnen Charaktere stärker in den Vordergrund zu stellen und uns zu zeigen, wie die mit diesen Schicksalsschlägen umgehen. Da wird ein Rick Grimes halt auch mal zum eiskalten Killer, vor dem man selbst ein bisschen Angst bekommt – wobei die Macher es auch immer wieder schaffen, Fragen der Menschlichkeit damit gut zu verbinden. Am interessantesten fand ich tatsächlich Tyreses Schwester Sasha (Sonequa Martin-Green) und Father Gabriel, die beide sehr schön zeigen, wie einen diese Welt der lebenden Toten innerlich kaputt machen kann. Jeder hat in Staffel 5 noch schwerer an seinen Bürden zu tragen.

Als gutes Kontrast-Programm dazu lässt Robert Kirkman die Truppe dann ja auch in den Comics auf die heile Welt von Alexandria los, wo sich die Menschen hinter hohen Mauern sicher fühlen und ein scheinbar normales Leben führen. Und wie im Comic so schafft es auch die Serie verdammt gut, diese Gegensätze aufzuzeigen – Ricks Gruppe weiß halt mittlerweile ganz genau, dass nichts so gut ist, wie es im ersten Augenblick zu sein scheint. Auf der anderen Seite muss man sich da natürlich auch immer fragen, ob Ricks Gruppe nicht auch immer diejenige ist, die den Stunk mit sich bringt… oder ob sie den Leuten durch das Chaos, das sie begleitet, die Augen öffnet.

So oder so… es bleibt interessant bei „The Walking Dead“. Staffel 5 hat mich jetzt endgültig rehabilitiert und ich bin wieder am Haken!

Wertung: 8 von 10 Punkten („One Piece“ meets Zombies)

P.S.: Das einzige, was ich noch nicht verstehe, ist die Aufwertung der Figur von Morgan (Lennie James). Er war derjenige, der Rick zuerst aufgeklärt hat, dann war er in der dritten Staffel total verrückt und jetzt spielt er Denzel Washington in „The Book of Eli“ nach, wird zum Ninja Turtle und bekommt ständig kleine Post-Credit-Scenes… ich bin mal gespannt, was die Serie noch so mit ihm vorhat.

Advertisements
5 Kommentare leave one →
  1. 22. April 2016 07:53

    Freut mich, dass dich die Serie wieder für sich gewinnen konnte. Ich fand die 5. Staffel ähnlich stark und bin nun schon sehr gespannt auf das kommende Jahr. Mit Morgan ging es mir auch ähnlich… 😉

    • donpozuelo permalink*
      22. April 2016 11:12

      Oder? Diese Morgan-Szenen fand ich wirklich ein bisschen merkwürdig. Hat für mich auch nie so richtig ins Bild gepasst… aber gut, sie lösen das Ganze ja dann in der sechsten Staffel ein bisschen auf.

  2. 22. April 2016 12:47

    Ah, was hatte ich abgekotzt, bei der finalen Einstellung mit Morgan! Da kam wieder die Panik hoch, dass sie den nächsten vielversprechenden Handlungsstrang an die Wand karren. So viel sei jedoch schon zu Staffel 6 gesagt: Sie machen das unerwartet gut. Hätte ich nicht gedacht. Da kommt was großes auf euch zu. 🙂
    Was mich an S5 wie auch vorher immer schon gestört hat, ist diese „Ricktatorship“. Der hat teilweise so brutale 180° Wendungen in seinen Handlungen, dass er für mich der einzige ist, der wirklich keine Sympathien mehr von mir erhält. Klar ist das ganze eine zweischneidige Klinge, aber ob es wirklich immer so extrem extrem ausfallen muss? Weiß auch nicht. Sagen wir es mal so: Ich fände es spannend wenn er draufgehen würde.

    • donpozuelo permalink*
      25. April 2016 10:37

      Ja, das mit Morgan war echt ein bisschen merkwürdig…

      Das mit dem Ricktatorship fand ich tatsächlich nicht so schlimm. Selbst die brutalen Wandlungen sind ja eigentlich auch genau so aus den Comics übernommen… ich mochte das, weil er ja auch immer so der Anführer sein soll und damit ja noch mehr Verantwortung trägt als die anderen. Da darf er dann auch mal so richtig ausrasten. Bisher fand ich es immer noch gut „erklärt“, von daher hat mich das nicht so gestört…

Trackbacks

  1. Wir sind alle Negan! | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: