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Gruppe Arschloch

4. April 2016

Fack Ju Göhte“ war damals tatsächlich seit langem mal so ein deutscher Film, für den ich Geld ausgab, um ihn mir im Kino anzuschauen. Und das selbst mit sehr viel Überwindung, denn mit deutschen Komödien, die so in den letzten Jahren im Kino ihr Publikum suchten, kann ich eigentlich wirklich nicht viel anfangen. Aber die Tatsache, dass hier weder ein Schweiger noch ein Schweighöfer am Werk waren, die Tatsache, dass Kritiker und Zuschauer gleichermaßen sich mehr oder weniger einig waren, dass diese Schulkomödie tatsächlich ziemlich witzig ist, überzeugte mich dann letztendlich doch. Und ja, ich mochte „Fack Ju Göhte“… es war ein sympathischer, ulkiger Film, über den man nicht zu viel nachdenken musste. Fertig!

Als erfolgreichster deutscher Film war dann natürlich klar, dass es eine Fortsetzung geben musste… und so mit Fortsetzungen ist das ja immer so eine Sache. Und „Fack Ju Göhte 2“ wurde ja letztendlich nur gemacht, weil man mit dem ersten so viel von dem schönen Geld eingesackt hatte. Und das spürt man dem zweiten Teil dann leider auch an: Es geht auf Klassenfahrt… und für Zeki Müller (Elyas M’Barek) eher ungewollt. Zwar hat er sich als Lehrer der Chaostruppe um Chantal (Jella Haase) und Danger (Max von der Groeben) eingegroovt und auch die Beziehung mit Möchtegern-Superlehrerin Lisi (Karoline Herfurth) läuft gut, doch der Kleinganvoe Zeki ist immer noch nicht ganz verschwunden. Als sein ehemaliger Komplize stirbt, erfährt Zeki, dass der gestohlene Diamanten in Zekis Tank versteckt hat. Tatsächlich sind die Diamanten da, die Zeki wiederum in einem Plüschtier versteckt, bis er weiß, was er damit machen soll. Blöd nur, dass genau dieses Plüschtier in einer Spendensammlung für eine Schule in Thailand landet – also muss Zeki mit seinen Chaos-Schülern ebenfalls nach Thailand, um die Diamanten zurückzubekommen.

Finde die Dumpfbacken in diesem Bild…

Tja… ich muss ja gestehen, dass ich froh bin, für diesen Film kein bisschen Geld ausgegeben zu haben. Zwar wollte ich damals noch ins Kino gehen, aber entschied mich dann doch um. Selbst auf DVD habe ich ihn mir erst angesehen, nachdem ich ihn mir bei jemandem ausleihen konnte. Denn eigentlich ist „Fack Ju Göhte 2“ es wirklich nicht wert, dafür auch nur seine kostbare Zeit zu verschwenden. Man merkt diesem Film einfach zu jeder Minute, in jeder Szene an, dass er einfach nur wegen dem Erfolg des ersten Teils gemacht wurde, ohne das man sich wirklich etwas gutes überlegt hat, um die Geschichte weiterzuerzählen.

Fängt ja schon damit an, dass man diese Diamanten-Geschichte dazuschreibt… hätte ein Zeki Müller, der im ersten Teil hinter dem Geld her war, nicht auch gleich noch versucht, die Diamanten zu finden? Nein, natürlich nicht, er war ja zu beschäftigt damit, Lehrer zu sein. An die Diamanten erinnert er sich halt wirklich erst, als sein Komplize stirbt. Super Überleitung für einen zweiten Teil, der dann natürlich größer sein muss als der erste, weswegen man alle nach Thailand schickt.

Und in Thailand wird’s dann erst richtig gruselig mit der Story. Da gibt’s dann einen Story-Overkill, der selbst „Batman v Superman“ in den Schatten stellt: da hätten wir den Streit mit der reicheren Schule, die ebenfalls vor Ort sind, die Bemühungen, die Diamanten wiederzubekommen, Therapie-Stunde für den zweifelnden Zeki, SMS-Therapie für die arme Chaos-Truppe, Tsunami-Opfer, die einen auf Peter Pans „Lost Boys“ machen, Drogen-Anbau und ein „Behinderter“, der zu 11 Prozent Asperger hat und auch noch so halb geheilt wird. Bora Dagtekins Drehbuch schießt in tausende Richtungen, dabei hätte eine Geschichte davon ausgereicht. Ganz ehrlich, allein die Geschichte mit der reichen Schule hätte vielmehr Potenzial gehabt, um hier noch einmal schön die Gegensätze zwischen unsere Lieblingsassis und den reichen Snobs darzustellen. Aber darum kümmert sich Dagtekin eigentlich kaum. Stattdessen wird „Fack Ju Göhte 2“ halt eine Aneinanderreihung von Ideen, die sich wohl beim Brainstorming für die Fortsetzung alle ziemlich cool anhörten und dann alle in den Film mussten.

Mit dieser Vielzahl an Geschichten, die dann auch echt blöd ineinander übergreifen, verliert Dagtekin leider auch ein bisschen seine Charaktere aus den Augen. Jella Haase überzeugt zwar wieder als grenz-debile Chantal, die jetzt youTube-Star werden will, aber selbst ihre besten Sprüche waren schon im Trailer zu sehen. Besonders bei Elyas M’Barek hat man dann wirklich das Gefühl, er macht das jetzt auch nicht aus Überzeugung… Irgendwie schafft es niemand mehr, die Chemie aus dem ersten Teil wiederbeleben zu lassen. Der Film schafft es einfach nicht, seinen Charakteren eine neue Seite abzugewinnen und sie somit noch ein bisschen interessanter zu machen.

Vielmehr entwickelt sich „Fack Ju Göhte 2“ zu dem, was ich an deutschen Komödien nicht mag: die Witze sind flach und dumm und eigentlich nicht vorhanden, Konflikte werden auf die dämlichste Weise gelöst, selbst persönliche Differenzen werden billig überspielt (ich sage nur, die SMS-Eltern-Therapie in diesem Film tut echt weh), dazu kommt diese nervige Verwendung von aktuellen Chart-Songs, damit sich ja auch der Soundtrack gut verkauft, der dann echt klingt wie „Bravo Hits Nr. 1286“ (oder bei welcher Nummer die mittlerweile auch sein mögen) und kaum ein Interesse daran, den Charakteren auch nur im Ansatz eine neue Note zu verleihen. Leider war ja auch Teil 2 sehr erfolgreich, weswegen ein dritter Teil (dann machen die wahrscheinlich alle Abi oder so) sicherlich nicht lange auf sich warten lässt.

Wertung: 3 von 10 Punkten (der Trailer war noch das Beste am ganzen Film)

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4 Kommentare leave one →
  1. 4. April 2016 09:03

    Zum letzten Absatz: War das nicht genau so auch im ersten Teil? Frage mich gerade, was du hier erwartet hast. War doch klar, dass das genau so ein unlustiger, uninspirierter hingerotzter Müll, mit dummen Charakteren, dämlichen Plots und den flachesten Witzen seit Fips Asmussen wird.

    • donpozuelo permalink*
      4. April 2016 09:08

      Ich habe ja so lange gewartet, mir diesen Film anzugucken, weil ich mir ziemlich sicher war, dass der Film nur Schrott werden kann… aber wie gesagt, der erste war ja irgendwo tatsächlich noch unterhaltsam, weil er halt eine bestimmte Linie gefahren ist. Teil 2 geht tausend Wege auf einmal und hat dabei nichts aufregendes zu bieten.

      • 4. April 2016 09:17

        Naja, ich fand Teil1 schon grausam im Quadrat. Mir war das alles zu doof. Vor allem diese RTL-Nachmittagsprogramm-Asi-Charaktere gingen mir tierisch auf den Sack.

        • donpozuelo permalink*
          4. April 2016 14:20

          😀 Ja, kann ich gut verstehen, ich fand das für die 90-Minuten-Film noch irgendwie erträglich und auch recht witzig… aber Teil 2 ist jetzt wirklich sehr, sehr grausam.

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