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Pfadfinder gegen Fledermaus

28. März 2016

„Batman v Superman“ hatte doch eigentlich von Anfang an keine Chance. Erst drehten alle durch, als es hieß, Ben Affleck wird der neue Batman. Dann hielt man „Fast and Furious“-Dame Gal Gadot für nur wenig geeignet, die erste Wonder Woman auf der Kinoleinwand zu spielen. Dazu kam dann die merkwürdige Entscheidung, den jungen Jesse Eisenberg in die Fußstapfen von Gene Hackman, Kevin Spacey und Michael Rosenbaum treten zu lassen… als Lex Luthor sah man ihn wirklich nicht. Aber gut, ich nehme solche Casting-Entscheidungen auf und versuche, mich davon nicht zu sehr beeinflussen zu lassen. Vielleicht sind sie ja am Ende doch alle ganz gut.

Doch selbst mit dieser Entscheidung war das Drama „Batman v Superman“ ja noch nicht vorbei – und der Film war da noch immer nicht im Kino. Das größte Problem dürfte sicherlich auch Zack Snyder gewesen sein, bei dem ich mich nach wie vor frage, warum DC ausgerechnet ihn zum DC-Mastermind gemacht hat… und dann noch die Entscheidung, in einem Film auch noch Aquaman, Wonder Woman, Batman und Superman und Doomsday und Flash und gleich am besten alle auftauchen zu lassen, die für DC noch mal wichtig werden könnten, klang zu sehr nach „Spider-Man 3“, klang zu sehr nach einer überbordenden Story, die am Ende gar nicht mehr weiß, was sie eigentlich erzählen möchte. Und so cool die Tatsache auch gewesen ist, dass Batman gegen Superman antreten sollte… richtig bescheuert fand ich dann die Begründung, warum aus dem „vs“ irgendwann nur noch dieses kleine „v“ wurde… um nicht den Kampf so in den Vordergrund zu stellen??? WTF???? Ich dachte, darum soll es in diesem Film gehen…

Geht’s ja dann auch irgendwie. In den ersten Minuten müssen wir zum großen Finale von „Man of Steel“ zurückkehren, nur erleben wir es aus der Sicht von Bruce Wayne (Ben Affleck), der hier gemeinsam mit ganz Metropolis ein ganz eigenes 9/11 erleben muss, wodurch sein Hass auf den fliegenden Außerirdischen dann ausreichend erklärt sein muss. Ein bisschen greift Snyder damit die Kritik an der Zerstörungswut von „Man of Steel“ mit auf und lässt den Kongress und ganz Amerika an der Heldenfigur Superman (Henry Cavill) zweifeln. Der zweifelt selbst auch und als ein Lex Luthor (Jesse Eisenberg) dann noch Öl ins Feuer kippt, entfacht sich der Kampf der Giganten. Doch ist da dann noch lange nicht Schluss. Denn Superhelden, deren Mütter den gleichen Namen haben, müssen doch zusammenarbeiten, oder nicht???

BATMAN v SUPERMAN

Ich muss ja gestehen, ich hatte wirklich gehofft, „Batman v Superman“ würde mir gefallen. Auch wenn es ein Zack-Snyder-Film ist. Auch wenn es ein Overkill an Superhelden zu werden drohte. Auch wenn es ein weiterer verzweifelter Versuch von DC sein könnte, sich dem Konkurrenten Marvel entgegenzustellen. Leider nur wurde diese Hoffnung nicht wirklich erfüllt… und obwohl ich den Film jetzt auch nicht als den Totalreinfall beschreiben würde, ist er wirklich nicht besonders gut geworden. Und das Problem liegt hauptsächlich wirklich daran, dass Zack Snyder seine Geschichte einfach nicht so wirklich im Griff hat.. Da fängt der Film mit dem leichten „Watchmen“-Touch an und lässt uns an Superhelden zweifeln, ohne dabei aber wirklich in die Tiefe zu gehen. Stattdessen baut Snyder knapp eine Stunde lang die angebliche Rivalität zwischen Batman und Superman auf. Bats verkraftet Superman wegen der 9/11-Geschichte in Metropolis nicht und Superman kommt mit Batsys Rechtsverständnis nicht klar. Ah ja… dazwischen kommen noch ein paar Abgeordnetenhaus-Diskussionen und fertig ist der Lack.

Leider ist dieser Lack sehr, sehr brüchig. Denn eigentlich bin ich doch in den Film gegangen und Batman VS. Superman zu erleben. Und so lobenswert der Versuch einer schlüssigen Erklärung für die Rivalität auch ist, so unschlüssig ist sie auch zusammengeschustert. Ganz ehrlich, lieber wäre mir ein einfach nur böser Lex Luthor gewesen, der einfach von Anfang an alles daran setzt, die beiden Superhelden gegeneinander auszuspielen. Wäre besser gewesen, als die ganze Metropolis-Zerstörungswut noch einmal aufleben zu lassen.

Tja und dann kommt der Kampf der Comic-Giganten und macht eigentlich tatsächlich auch richtig Spaß, denn wenn Snyder ein bisschen was kann, dass ist es Action. Nur kommt besagter Kampf halt leider erst nach gefühlten Ewigkeiten und ist dann so schnell wieder vorbei. Warum nur??? Dann wäre es doch cooler gewesen, wenn sie zwischendurch schon öfter mal aufeinander stoßen, Bats immer ein bisschen mehr einstecken muss, bis er die Schnauze endgültig voll hat und richtig ausrastet. Aber so ist das wohl, wenn ein Snyder verzweifelt versucht, Batman mit Tiefgang wie Nolan zu machen. Haut nicht wirklich so gut hin.

Als wenn das alles noch nicht genug gewesen wäre, gibt’s dann ja noch den letzten Fight gegen Doomsday. Ein Fight, der dem Overkill namens „Batman v Superman“ noch mal einen drauflegt. Das Ganze sieht wirklich nicht gut aus… und fühlt sich so sinnlos an. Warum konzentriert sich Snyder denn nicht einfach auf Batman VS. Superman??? Warum muss alles irgendwie in einen Film gequetscht werden??? Zu viel ist irgendwann auch einfach zu viel.

Und trotzdem hat dieses traurige Ungetüm, das sich da „Batman v Superman“ nennt, auch ein paar gute Momente. Allen voran Ben Affleck, den ich sowohl als Bruce Wayne als auch als Batman ziemlich cool fand (auch wenn sie es mit der knurrigen Batman-Stimme ein bisschen übertrieben haben). Auch einen Jesse Eisenberg fand ich erstaunlich gut als Luthor, auch wenn sein Lex irgendwann mehr an Heath Ledgers Joker erinnerte als an Lex Luthor. Und hervorragend fand ich ja wirklich Gal Gadot als Wonder Woman. Sie ist eigentlich das wirkliche Highlight dieses Films und macht hier schon richtig Lust auf den „Wonder Woman“-Film.

Vielleicht verhilft sie DC ja endlich mal zu ein bisschen mehr Glanz

Abgesehen von den Darstellern sah „Batman v Superman“ auch von den Bildern hier und da echt gut aus. So ein bisschen passen die ganzen Snyder-Zeitlupen ja auch zu den Superhelden und ein paar der Kämpfe im Film waren auch nicht schlecht…

Aber „nicht schlecht“ reicht für so einen Film dann einfach nicht aus. Batman gegen Superman sollte uns eigentlich komplett vom Hocker reißen, uns umhauen und atemlos zurücklassen. Den Atem raubt Snyder mit diesem Film leider niemanden. Es ist ein wirres Ungetüm von einem Film, das anfangs zu sehr versucht, den Kampf der Giganten zu erklären. Ich sage, einfach auf die Fresse. Hätte bei diesem Film wirklich besser funktioniert… und mit jedem Schlag auf die Fresse hätte Batsy dann was dazu gelernt… bis zum Finale. Aber naja…

Vielleicht sollte DC Zack Snyder einfach mal Zack Snyder sein lassen und sich ein paar fähigere Leute besorgen, wenn sie noch irgendwas mit ihren DC-Universe im Kino retten wollen.

Wertung: 5 von 10 Punkten (für einen Film diesen Ausmaßes einfach nicht gut genug…)

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17 Kommentare leave one →
  1. 28. März 2016 13:42

    Ich mag Snyder, hasse aber Superman und die Nolan-Batmanstreifen. Von daher gehe ich hier sowieso nur Freundin zu Liebe rein und quäl mich durch :))
    Lex Luther ist für mich eine der besten Figuren aus dem DC- Universum, egal wer ihn spielt.

    • donpozuelo permalink*
      29. März 2016 08:58

      Lex ist ein toller Charakter… und Eisenberg war schon echt ganz gut. Aber oha… dann bin ich ja gespannt, wie hart dieser Film für dich sein wird…

  2. 28. März 2016 20:00

    Amen! Absoluter Kinderkackekonflikt, den Wonder Woman als einzige kompetent angeht.

    • donpozuelo permalink*
      29. März 2016 09:01

      😀 Ja, Wonder Woman war wirklich ein Fest und hat dem Ganzen wenigstens noch eine kleine Berechtigung gegeben.

  3. 16. April 2016 22:03

    Taugt den wenigstens Affleck als Batman was? Ich muss gestehen, dass ich diese Besetzung gar nicht so schlecht fand. Und die Ausschnitte, die ich von ihm als Batman gesehen habe, fand ich auch okay. Trotzdem werde ich für dieses Franchise-Vehikel kein Kino-Ticket lösen…

    • donpozuelo permalink*
      17. April 2016 22:30

      Affleck fand ich persönlich ziemlich gut (weswegen ich schon gespannt bin auf seinen Bats-Solo-Film). Überhaupt war die Besetzung eigentlich ziemlich gut… wie gesagt, Gal Gadot als Wonder Woman und Eisenberg als Luthor waren auch eine gute Wahl. Von der Besetzung her kann man sich eigentlich nicht beschweren… nur die Story war halt zu holperig…

  4. 23. Mai 2016 18:34

    Ach deswegen ist das s aus vs verschwunden??? Was für ein blöder Grund. Ich finde immer noch, dass es sich total falsch anfühlt, wenn ich „Batman v Superman“ schreibe. Und ich dachte die Schlaumeier haben das gemacht, weil Superman mit s anfängt und naja. Ähm. Ja. Alles seltsam.
    Aber ja – deine Kritikpunkte kann ich seeeehr gut nachvollziehen.

    • donpozuelo permalink*
      24. Mai 2016 10:07

      Ja, da wollte jemand besonders kreativ sein. Man weiß es nicht genau, was in den Menschen da vorgeht. Ist doch mit all diesen Namensänderungen irgendwie so… aber naja, den Film hat das fehlende „s“ auch nicht gerettet.

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