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Don’t Give Up

18. März 2016

Das Ende von „Akte X“ war ein schwerer Schlag – in doppelter Hinsicht. Zwar enttäuschten Staffel 8 und die letzte neunte Staffel schwer, doch es war halt auch das Ende von „Akte X“. So leicht einem der Abschied hätte fallen sollen, so schwer war er dann doch. Deswegen war ich damals auch richtig glücklich, als es sechs Jahre nach dem Finale plötzlich hieß, es würde einen zweiten Kinofilm zur Serie geben. Trotz aller Enttäuschungen freute ich mich tierisch auf diesen Film… schließlich stirbt die Hoffnung zum Schluss und schließlich darf man auch nicht vergessen, dass ich damals den ersten Kinofilm „Fight the Future“ auch noch richtig, richtig gut fand. Tja, und so stürmte der eifrige Fan natürlich schnell ins Kino… und wurde ein weiteres Mal enttäuscht. Diese Enttäuschung ist mir auf jeden Fall in Erinnerung geblieben, weswegen es mir schwer fiel, mich jetzt noch einmal mit „Akte X – Jenseits der Wahrheit“ auseinander zu setzen.

Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson) haben dem FBI den Rücken gekehrt. Während er sich vor allem verkriecht, arbeitet Scully als Ärztin in einem katholischen Krankenhaus, wo sie sich mit all ihrem Herzblut um das Schicksal eines schwerkranken Jungen kümmert. Doch die Vergangenheit holt die beiden wieder ein, als die junge Agentin Dakota Whitney (Amanda Peet) sie um Hilfe bittet: Sie leitet die Suche nach einer Agentin, die entführt worden ist… und ihr einziger Anhaltspunkt ist ein pädophiler, ehemaliger Priester (Billy Connolly), der Visionen vom Opfer hat. Erst zaghaft, dann mit voller Wucht stürzt sich Mulder in diesen Fall…

Warum tun wir uns das noch an, Scully?

Statt Verschwörungen wie im ersten Film ist „Jenseits der Wahrheit“ eine klassische Monster-of-the-Week-Folge, die auf knapp zwei Stunden gestreckt wurde. Und so schön es auch sein mag, diese altbekannten Gesichter wiederzusehen… der Rest ist es leider nicht. Diese böse Russen-Frankenstein-Adaption kommt nie so richtig in die Gänge, das Hin und Her zwischen Mulders Glauben an die Visionen des Priesters und Scullys Skepsis war ja irgendwann mal auch das, was die Serie „Akte X“ ausgemacht hat, doch hier im Film will das nicht so wirklich funktionieren. Irgendwie hätte man doch bei einem Paar, das zusammenlebt, ein bisschen mehr Verständnis für einander erwartet. Doch Mulder und Scully benehmen sich jetzt immer noch zu sehr als wären sie einfach nur FBI-Partner… was sich auch ein bisschen darin äußert, dass sie sich nach wie vor per Nachname ansprechen.

Außer dem Nostalgie-Faktor hat „Jenseits der Wahrheit“ also nichts zu bieten. Jeder andere Mystery-Thriller mit einer derart absurden und an den Haaren herbeigezogenen Story wäre entweder abgelehnt worden oder hätte nie das Licht einer Kinoleinwand erblickt. Der Plot ist selbst für „Akte X“ echt schlecht geschrieben, das Finale des Films wirkt mühsam zusammenkonstruiert – so nach dem Motto: „Ein Glück sieht Scully im Dunkeln die Beschriftung auf einem dunklen Briefkasten, steigt aus dem Auto, hört dann Hundegebell und kombiniert so den Ort, an dem die Bösen sind.“

Als wenn das alles noch nicht genug wäre, gibt’s dann noch diese irgendwie recht unnötige Nebenhandlung mit Scullys Versuch, das Leben eines schwerkranken Jungen zu retten. Sprich: Man versucht, viel Dramatik in die Mystery mit einzubringen. Diese Story allein hätte ein Film sein können, aber in „Jenseits der Wahrheit“ gehört das halt nur zum Nebenprogramm. Und auch hier muss man sich irgendwie ständig ungläubig an den Kopf fassen: Da recherchiert Scully ihre Theorie via Google und führt dann eine Stammzellen-Therapie in einem katholischen Krankenhaus durch – ohne das sich einer der tief religiösen Leiter dagegen wehrt.

Also auch auf der Seite hat „Jenseits der Wahrheit“ nichts zu bieten. Wie gesagt, es bleibt nur das Wiedersehen mit Mulder und Scully. Aber während Duchovny scheinbar noch ein bisschen Freude zu haben scheint, wirkt gerade Gillian Anderson irgendwie ein bisschen müde. Und dadurch, dass Regisseur Chris Carter sein einstiges Dream-Team ständig trennt, statt sie wirklich wie früher zusammenarbeiten zu lassen, kommt das „Akte X“-Feeling nie so richtig auf. Daneben wirkt dann auch Amanda Peet furchtbar klein – und ganz ehrlich, was Xzibit in diesem Film zu suchen hat, ist eine X-Akte ganz für sich allein!

Somit war das kurze Wiedersehen mit „Akte X“ kein wirklich aufregendes. Vielmehr unterstreicht es einfach nur die Tatsache, dass die Akten schon vor langer Zeit hätten geschlossen werden müssen. Es bleibt demnach nur zu hoffen, dass die zehnte Staffel uns vom Gegenteil überzeugen kann.

Wertung: 4 von 10 Punkten (die Zeiten der Wahrheit sind leider wirklich vorbei)

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7 Kommentare leave one →
  1. 18. März 2016 10:39

    Ohje… ich habe im Moment immer noch so meine Probleme mit der 7. Staffel und schaue ehrlich gesagt lieber anderes. Kann also noch dauern, bis ich soweit bin… 😉

    • donpozuelo permalink*
      18. März 2016 10:44

      Was ich alles absolut verstehen kann… und gerade mit dem zweiten Film kannst du dir echt Zeit lassen 😀

  2. 20. März 2016 17:37

    Toller Film.

    • donpozuelo permalink*
      20. März 2016 22:06

      😀 Nicht wirklich, aber gut… jedem seine Meinung.

  3. 21. März 2016 19:59

    Kann mich kaum noch an den Film erinnern, aber wenn ich das so lese … bitter.

    • donpozuelo permalink*
      21. März 2016 21:07

      Ja, es ist wirklich bitter… und auch sehr schade…

Trackbacks

  1. This is the end | Going To The Movies

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