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In den Kleidern der Frauen

14. März 2016

Remakes, Remakes, Remakes… wir können über nichts anderes mehr sprechen, weil wir sie ständig und überall ans Bein gebunden bekommen. Aber vielleicht sollten wir mal eine Blogparade zum Thema Remakes in der Form von „Buch vs. Film“ starten, um zu schauen, ob es wirklich so schlimm mit den Remakes ist. Denn unter vielen Klassikern der Filmgeschichte befinden sich Remakes – man denke nur an „Scarface“, „The Thing“ oder „Die Fliege“. Gut, vielleicht sind bei diesen Beispielen die Originale so unbekannt, dass man es vernachlässigen könnte, sie Remakes zu nennen. Aber im Endeffekt sind es Remakes.

Und so kommen wir zu einem weiteren Klassiker, der ebenfalls ein Remake ist. Denn als Billy Wilder sich daran setzte, dass Drehbuch zu „Manche mögen’s heiß“ zu schreiben, bediente er sich bei dem französischen Film „Fanfare d’Armour“ und sogar bei dessem deutschen Remake „Fanfaren der Liebe“. Genau genommen haben wir es mit „Manche mögen’s heiß“ also mit einem Remake-Remake zu tun. Aber egal, wie man den Film bezeichnen möchte, er ist einfach nur herrlich komisch.

Saxophon-Spieler Joe (Tony Curtis) und Bass-Spieler Jerry (Jack Lemmon) sind zur falschen Zeit am falschen Ort und beobachten, wie die Mafia einen Verräter ermordet. Joe und Jerry müssen also untertauchen… und die einzige Möglichkeit, die die beiden finden, ist, sich als Mitglieder der Kapelle von Sweet Sue (Joan Shawlee) auszugeben. Blöd nur, dass alle Mitglieder weiblich sein müssen. Aber Not macht erfinderisch und der Überlebenswille hilft beim Rest… und so werden aus Joe und Jerry Josephine und Daphne. Was nur vorübergehend sein soll, wird durch die hübsche Sugar (Marilyn Monroe) etwas ausgedehnter.

Manche mögen auch den Rhythmus…

Ich weiß gar nicht, wo ich bei „Manche mögen’s heiß“ anfangen soll… wie schon „Der Zauberer von Oz“ habe ich den Film jetzt erst das erste Mal gesehen und ärgere mich, warum ich ihn nicht schon viel, viel früher gesehen habe. „Manche mögen’s heiß“ ist nämlich einer dieser Filme, den man sich immer und immer wieder anschauen könnte.

Was anfängt, wie ein Mafia-Film zur Prohibition wird zu einem herrlich komischen Klamauk, in dem zwei Männer für kurze Zeit das durchleben müssen, was die Damen ihrer Zeit ihr Leben lang durchleben müssen. Wenn aus diesen gestanden Männer Frauen werden, die sich irgendwann selbst über die gemeinen Männer brüskieren, kann man sich das Lachen nicht verkneifen.

Besonders Jack Lemmon als Daphne ist einfach nur großartig. Lemmon geht so in dieser Rolle auf und vollzieht einen viel interessanten Wandel als beispielsweise Curtis. Curtis ist der schlauere von beiden, der Macho, der Spieler, während Lemmon der Naivere, der Liebenswertere ist. Curtis‘ Joe versucht selbst in Frauenkleider der süßen Sugar an die Wäsche zu gehen und spinnt ihr ihren Traum vor, in dem er sich später auch noch als Millionär ausgibt. Curtis‘ Joe bleibt auch Frauenkleidern derselbe… was aber auch gut ist, denn für zwei wie Jack Lemmon wäre in diesem Film kein Platz. Lemmon und Curtis sind das Ying und das Yang dieses Films. Während Lemmon seine weibliche Seite mehr und mehr annimmt, bleibt Curtis „Mann“. Die beiden spielen sich so gekonnt die Bälle zu, dass es einfach nur eine wahre Freude ist, den beiden zu zuschauen.

Als passenden Augenschmaus und quasi Leckerbissen (wenn ich das jetzt mal so chauvinistisch ausdrücken darf) gibt’s zu Dpahne und Josephine die umwerfenden Marilyn Monroe als Sugar. Mit ein paar Gesangseinlagen und ihrem Charme wird sie natürlich zum Objekt der Begierde in diesem Film. Dabei spielt sie dann zwar ein bisschen zu sehr das dümmliche Landei, dass eigentlich nur auf der Suche nach einem reichen Mann ist, der sie für den Rest ihres Lebens versorgt. Aber gut, was soll’s? Andere Zeiten, andere Sitten… und sie ist halt einfach charmant genug und irgendwie in jeder Hinsicht perfekt für die Rolle.

Dieses Trio macht dann also gemeinsam mit Regisseur Billy Wilder aus „Manche mögen’s heiß“ eine rundum perfekte Komödie, die spritzige, witzige und clevere Dialoge liefert, Slapstick und Action zu bieten hat und eine Story präsentiert, die perfekt immer im richtigen Moment eine neue Wendung nimmt. Wilder verbindet die „Jagd“ nach dem Mädchen gekonnt mit der Jagd der Mafia nach den beiden Zeugen. Ich habe schon lange nicht mehr so viel und so herzlich gelacht wie bei „Manche mögen’s heiß“. Das ist wirklich eine herrlich zeitlose Komödie, die durch ihre großartigen Darsteller, das tolle Drehbuch und die Regie einfach nur perfekt ist.

Wertung: 10 von 10 Punkten (Lemmon, Curtis und Monroe sind einfach nur super)

 

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13 Kommentare leave one →
  1. 14. März 2016 09:08

    Das Problem sind ja nicht mal Remakes per se, sondern eher der Eindruck, dass es nichts anderes mehr gibt außer Remakes, Reboots und Adaptionen.
    Und klar, die Remakes heutzutage sind alle scheiße, aber auch das liegt ja im Auge des Betrachters. Man ist halt mit den meisten Filmen, die jetzt geremaket werden groß geworden und hat deshalb eine starke Verbindung zu diesen Filmen. Das hat man ja zu einem Original-Scarface einfach nicht.
    Die jetzige Generation baut halt dann eben wieder eine Verbindung zu den Remakes von heute auf. Problem ist nur: Filme heutzutage haben kein Herz, keine Leidenschaft. Es ist eigentlich alles nur noch ein riesiger Marketingkauderwelsch, bei dem dann hingerotzte Filme am Fließband entstehen. Deshalb sind Remakes heute nie so gut, wie das Original. Denn das Remakes durchaus gut sein können, merkt man ja an deinen oben genannten Beispielen. Nur leben wir in einer Zeit, in der Millionen machen wichtiger ist, als ein gutes Produkt abzuliefern. Aber jede Generation kriegt nun mla die Filme, die sie verdient.

    • donpozuelo permalink*
      14. März 2016 09:43

      Klar, Geld regiert die Welt. Und das mit den Remakes ist und war ja auch schon immer so. Du hast Recht, viele sind einfach ohne Herz, einfach nur nach dem Motto: Das ist ein Klassiker und das muss jetzt noch einmal neu gemacht werden. Besonders schön finde ich dann immer den Zusatz: Um den Film einer neuen Generation näher zu bringen… wie ich diesen Ausdruck hasse. Soll die neue Generation halt den Film schauen…

      • 14. März 2016 11:27

        Eben. Man könnte ja auch in einem Anflug von Genialität einfach den alten Film noch mal ins Kino bringen (was man ja sogar hin und wieder macht). So kann man den auch einer neuen Generation näher bringen. Und würde sogar zusätzlich noch die alten Fans abholen. Aber so weit denken die ja gar nicht erst.

        • donpozuelo permalink*
          14. März 2016 11:53

          Ja, das wird leider viel zu wenig gemacht… aber ja, eine coole Idee wäre es auf jeden Fall.

  2. olivesunshine91 permalink
    15. März 2016 22:48

    Gut, dass du den Film endlich gesehen hast 🙂 Eine dieser seltenen Perlen der Filmgeschichte, die heute noch so unfassbar viel Einfluss auf die Filmindustrie und ihre Fans haben. Ich liebe diesen Film und bin immer froh, wenn jemand diese Liebe teilt 😀

    • donpozuelo permalink*
      15. März 2016 23:23

      Oh ja… diese Liebe teile ich! Wirklich ein toller Film und ein Film, der auch nicht wirklich gealtert ist. Der Humor funktioniert auch jetzt noch bestens… einfach nur ein schöner Film!

  3. 16. März 2016 12:22

    Daß viel Originale so unbekannt sind liegt meiner Meinung nach auch an zwei Dingen: dm Fernsehen, das sie nicht mehr bringt, und mangelndem Interesse des Publikums. Alte Filme interessieren keinen mehr. Wenn sie sich jemand antut, dann fallen die Minungen eher negativ aus, wie ich oft an Amazon und sonstigen Rezensionen sehe. Öde, langatmig, nur s/w mit 4:3 Bild und Mono Ton. Ja, echt.
    Es gäbe so viel Schätze zu entdecken. MMH ist sicher einer der besten Filme aller Zeiten, und seine turbulente Entstehung sieht man ihm nicht an. Es ist auch der Film mit der besten deutsch Synchronisation. Schön daß du ihn entdeckt hast, er verdient zu allen Zeiten Fans.

    • donpozuelo permalink*
      17. März 2016 09:56

      Ja, das ist leider wirklich wahr. Und der Gedanke, es dann einfach zu remaken, um es ein wenig anzupassen, ist dann viel schneller getroffen… und leider trifft es immer mehr und mehr alte Klassiker. Ich habe gestern den Trailer zu dem „Ben Hur“-Remake gesehen und es sieht einfach mal aus wie der zweite Teil von „300“…

      Naja, ändern wird man daran wohl nichts können. Aber „Manche Mögen’s Heiß“ ist wirklich, wirklich ein toller Film und ich bin immer wieder froh, alte Klassiker für mich zu entdecken.

      • 17. März 2016 15:36

        Auf ältere Filme muß man sich aber auch einlassen können. Die Effekte sind natürlich heute teils zum Lachen, und sie sind ganz anders geschnitten. Ich merke manchmal wirklich, wie Leute im Kino bei sehr langen Einstellungen unruhig werden. Mich nervt die schnelle Schnittechnik manchmal sehr, aber ob man will oder nicht, die Sehgewohnheiten werden beeinflußt.

        Bei der Blogparade wäre ich übrigens dabei 🙂

        • donpozuelo permalink*
          18. März 2016 09:05

          Haha… alles klar. Dann werde ich die Parade wohl tatsächlich mal starten 😉

          Und ja, das mit den Sehgewohnheiten stimmt… gerade wenn es um den Schnitt und die Effekte geht. Aber ich mag es, hat immer etwas sehr beruhigendes 😉

  4. 17. März 2016 09:23

    Au ja, toller Film 😀 Die Endszene werde ich wahrscheinlich nie vergessen. 😀
    Tjaaaa du kannst ja mal eine Blodparade Film vs Remake starten 😉 ich würde mitmachen. Wobei ich mir im Moment unsicher bin, wieviele ich überhaupt zusammenkriege, weil ich um Remakes oft schon einen Bogen mache. Aber ich denke (wie die meisten) immer am Anfang einer solchen Aktion, dass ich nix zusammenkriege und dann kommt doch was dabei raus…

    • donpozuelo permalink*
      17. März 2016 09:58

      Du wirst lachen, aber das habe ich tatsächlich auch schon überlegt. Werde ich vielleicht wirklich mal in Angriff nehmen.

      Und ja, die Endszene ist toll: „Nobody’s perfect!“ 😀

Trackbacks

  1. Shut up and deal! | Going To The Movies

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