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This Is Not Happening

4. März 2016

Willkommen in der achten Staffel von „Akte X“, deren Mantra wirklich „This Is Not Happening“ lautet. Denn mit diesem Gefühl der Ungläubigkeit sitzt man kopfschüttelnd, wütend, mitgenommen und verwirrt vor dieser Staffel und kann wirklich nur immer und immer wieder murmeln: „This Is Not Happening! This Is Not Happening! This Is Not Happening!“ Was wir hier sehen, ist für einen Fan der Serie nur schwer zu schlucken und wenn ich ehrlich bin, weiß ich gar nicht, wo ich bei diesem Elend anfangen soll. Schließlich gibt es so viel, was sich an dieser wunderbaren Serie verändert hat.

Das Herausstechendste vielleicht zuerst: Wer zur Hölle das coole Intro der Serie verändert hat, gehört geschlagen!!! Nach sieben Jahren bastelt man das Intro von „Akte X“ einfach um. Zum Glück bleibt uns Mark Snows kultiges X-Files Theme erhalten, aber die altbekannten Bilder werden ausgetauscht… nicht zuletzt, um die zweite Veränderung in Stein zu meißeln. Da steht dann nicht mehr nur David Duchovny als Mulder und Gillian Anderson als Scully… nein, da steht auf einmal auch Robert Patrick als Agent John Doggett im Intro – die ärmste Sau dieser Staffel. Warum? Dazu kommen wir jetzt.

Nachdem Mulder im Finale der siebten Staffel verschwunden ist, wir wissen, dass Scully schwanger ist und das alles irgendwie den Bach runtergeht, versuchen die Macher ein bisschen neues Leben in die Serie zu bringen. Auftritt John Doggett, der die Suche nach Mulder führt und später als Scullys neuer Partner X-Akten bearbeiten darf. Mal davon abgesehen, dass Robert Patrick für mich auf ewig der T-1000 sein wird, dieser unheimliche Flüssigmetall-Terminator aus „Terminator 2“, vor dem ich mir immer echt in die Hosen gemacht habe und an den ich mich in dieser Serie nur schwer gewöhnen kann, macht Patrick seine Sache als John Doggett erst einmal nicht schlecht. Nach ein paar Folgen ertrage ich ihn sogar… und nach ein paar Folgen mehr bemitleide ich ihn. Warum???

Quatsch mich nicht von der Seite an…

Nun, er wird in diese Suppe hineingeworfen, die seit sieben Jahren gekocht wird und muss versuchen, dem Ganzen neue Würze zu verleihen. Eine schwierige Aufgabe, die Patrick dadurch erschwert wird, dass sein John Doggett keine so interessante Person ist wie Mulder oder Scully. Wiederum kennen wir die ja auch schon seit sieben Jahren, kennen ihre Geschichten, ihr Leiden, ihr Glück. Bei John Doggett wissen wir gar nichts. Irgendwann wird mal gezeigt, dass er ein Foto von einem kleinen Jungen in seinem Portmonee hat, später wird dann mal darauf hingewiesen, dass das sein Sohn ist, den er verloren hat und dann gibt’s eine Folge, in der dann mal endlich (kurz) erklärt wird, dass dieser Sohn tot ist. Mehr nicht… dazu gibt man uns noch die Infos, dass Doggett mal beim Militär und dann bei der Polizei war. Ansonsten ist Doggett halt einfach der Typ, der den Skeptiker gibt und sich gegen die Vorstellung des Paranormalen stellt.

Womit wir beim zweiten Punkt wären. Nachdem David Duchovny sich für die erste Hälfte der Staffel zurückgezogen hat, muss Gillian Anderson seinen Teil übernehmen – den Teil, indem sie auf alles eine „paranormale“ Antwort hat, die Wissenschaft mehr und mehr vernachlässigt und aus Scully eigentlich Mulder wird, während John Doggett Scully wird. Also irgendwie so… gut, natürlich hat Scully so einiges miterlebt, aber sie war immer auch die Zweiflerin, diejenige, die harte Fakten wollte. Das hat besser zu ihr gepasst, weswegen ich sie in der achten Staffel auch nicht mehr ansatzweise so stark wie sonst fand.

Das wiederum liegt aber auch an Punkt 3: der allgemeinen Verschlechterung der Episoden. Waren die Folgen früher wenigstens noch immer ein bisschen Detektiv-Arbeit, gibt es in Staffel 8 zu viele Einzelfolgen, die uns das nicht mehr bieten. Da passiert irgendwas und fünf Minuten vor Ende der Folge serviert man uns eine halbgare Erklärung und das war’s. In den guten alten Zeiten stellte Mulder hanebüchene Theorien auf, die Scully negierte und zerkleinerte, bis am Ende ein bisschen von beiden dazu führte, der Lösung auf die Spur zu kommen. All das fehlt jetzt – zumal die „Monster of the Week“-Folgen teilweise extrem albern und auch langweilig sind.

Die wohl schlimmste Folge ist die „Badlaa“-Folge, in der Doggett es mit einem kleinen indischen Fakir zu tun bekommt, der sich der Körper anderer Menschen bedient, in dem er durch den Anus in sie eindringt… jupp, es ist genau so bescheuert wie es klingt. Viele Folgen fühlen sich so an, als wären es irgendwann mal Ideen gewesen, die man beim Brainstorming gesammelt und dann als zu albern wieder verworfen hatte. Nur, dass sie jetzt scheinbar jemand aus dem Papierkorb gefischt und verwendet hat. Immerhin gibt’s was zum Schmunzeln, wenn sich die Macher vor dem T-1000 mit der Folge verneigen, in der ein Mann aus intelligentem Metall besteht.

Was in den Einzelfolgen schief geht, wird in den Verschwörungsfolgen noch weiter kaputt gemacht. Nachdem ja schon die siebte Staffel nicht wirklich kreatives zum Thema Alien-Invasion beisteuern konnte, konzentriert man sich jetzt halt voll auf Scullys Schwangerschaft. Wird sie nun einem Alien-Baby das Leben schenken? Ist es nun Mulders Baby? Ist es vielleicht doch kein Alien, sondern ein Supersoldat? Mit viel Tamtam, einem weiteren Zuwachs in Form von Agent Monica Reyes (Annabeth Gish) und ab und an ein bisschen Mulder (der ja auch zwischendurch zurückkehrt) wird eigentlich nicht viel erzählt. Dennoch ist wenigstens das Finale recht spannend und hätte dann eigentlich auch als Finale der Serie gut funktioniert: ein neues Team (Doggett und Reyes) bei den X-Akten und Mulder und Scully als Eltern. Nicht berauschend, aber ein witziger Abschied….

Aber natürlich wissen wir alle, dass Staffel 9 noch kommt… und so das Messer noch ein bisschen tiefer ins Fan-Herz geschoben wird. Gaaanz behutsam…. (ich bete nur, dass die neue zehnte Staffel das alles wieder vergessen machen kann – ein bisschen so wie „Das Erwachen der Macht“ einen die Prequels vergessen lässt)

Wertung: 4 von 10 Punkten (THIS IS NOT HAPPENING! THIS IS NOT HAPPENING! THIS IS NOT HAPPENING!)

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9 Kommentare leave one →
  1. 4. März 2016 07:53

    Jetzt wo ich das so lese glaube ich, dass ich spätestens hier damals ausgestiegen bin.

    • donpozuelo permalink*
      4. März 2016 08:58

      Das war dann auch die richtige Entscheidung… D

  2. 4. März 2016 11:18

    Deine Artikel machen mir immer mehr Angst, zumal ich mich gerade eh in einer „Akte X“-Pause befinde („Shameless“ ist einfach zu gut).

    • donpozuelo permalink*
      4. März 2016 11:58

      Ja, es ist leider so… traurig, aber wahr. Von daher kannst du auch noch ein bisschen „Shameless“ gucken 😀

  3. 4. März 2016 22:31

    Viel zu harsch, meines Erachtens.

    • donpozuelo permalink*
      5. März 2016 13:32

      Das ist dann deine Meinung…

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