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Pretty (&) stupid

15. Februar 2016

Es gibt Filme, die stuft man von vornherein erst einmal als schwachsinnig ein, sei es wegen des Regisseurs, der Besetzung oder der Story. Manchmal treffen natürlich auch alle drei Sachen aufeinander und man erwartet sich nicht sonderlich viel von dem Film. Vielleicht schraubt man seine Erwartungen sogar noch etwas weiter runter und hofft einfach nur, dass man möglicherweise nicht ganz so extrem enttäuscht wird, wie man es anfangs vermutet. So ging es mir damals zumindest mit „Zoolander“, als der in die Kinos kam.

Ben Stiller spielt ein männliches und ziemlich dümmliches Model namens Derek Zoolander und gerät dabei in eine große Verschwörung, weil Mode-Mogul Mugatu (Will Ferrell) den Premierminister von Malaysia ermorden soll, um die Kinderarbeit dort wieder in Schwung zu bringen. Dazu erhält Model Zoolander eine Gehirnwäsche, um ungeahnt als Killer zu agieren. Zum Glück für Zoolander gibt’s da aber noch die taffe Reporterin Matilda (Christine Taylor) und Zoolanders Konkurrent Hansel (Owen Wilson), die ihm tapfer zur Seite stehen.

Bowie machte mit… das ist doch schon was…

Ganz ehrlich, wenn man das so liest, geht man entweder gleich über zum nächsten Film oder man bleibt dabei. Es ist wahrscheinlich eine Entscheidung von Sekunden: Entweder die absurde Story fasziniert einen oder man wundert sich, wie Regisseur Ben Stiller das alles in einem Film unterbringt, ohne dabei komplett Schiffbruch zu erleiden. Für den Fall, dass man tatsächlich dran bleibt und diesem absurden, albernen Quatsch eine Chance gibt, wird man tatsächlich entlohnt. Mit absurdem, albernen Quatsch.

Ja, ich mochte es damals auch kaum glauben, aber „Zoolander“ ist tatsächlich verdammt witzig und gehört seit jeher zu meinen Lieblingsfilmen… warum??? Nun, weil Stiller tatsächlich das Kunststück gelingt, eine strunzdumme Komödie zu drehen, die es trotzdem immer wieder schafft, einen wirklich zum Lachen zu bringen. Woran liegt’s? An drei Dingen – an Stiller, der Story und den zahlreichen Cameos.

Zu Stiller muss man einfach sagen, dass er hier den Dreh wirklich raus hat. Alles, was wir jemals durch „Germany’s Next Top Model“ gelernt haben, wird hier wahr und noch einmal mehr auf die Spitze getrieben. Stiller ertränkt seinen Derek Zoolander förmlich in Klischees. All das, was man jemals irgendwie über Models gedacht haben, wird in dieser einen Person (und auch in Hansel) Wirklichkeit. Zoolander ist eingebildet, naiv, simpel, selbstverliebt, egoistisch und immer darauf bedacht, sich selbst in ein gutes Licht zu rücken. Mit überspielter Mimik und Gestik, mit einem Gang, der aussieht, als wären seine Unterhosen zwei Nummern zu klein, mit der Unfähigkeit, sich nach links umzudrehen und natürlich mit seinen verschieden Looks, die dann doch alle gleich aussehen, fabriziert Stiller das Über-Model in all seiner Schönheit und all seinen Fehlern.

Es ist genau diese Überspitzung, das Auskosten jedes kleinen Klischees, die „Zoolander“ zu einem kleinen Fest machen. Das Ganze paart Stiller mit seiner merkwürdigen Verschwörungsstory, die dank des Cameos von David „Fox Mulder“ Duchovny eine „gewisse“ Glaubwürdigkeit bekommt und heraus kommt eine wunderbare Komödie, die sich über die Modewelt und die ungewöhnlichen Lebewesen, die sie bevölkert, gekonnt lustig macht.

Womit wir dann bei den Cameos wären: „Zoolander“ hat so ziemlich alles zu bieten, was zur damaligen Zeit an Mode-Prominenz und allgemeiner Prominenz irgendwie relevant war. Und das macht den Film dann gleich wieder sehr sympathisch: die Tatsache, dass sich hier niemand für einen Witz auf die eigenen Kosten zu schade ist. Und irgendwie verleiht es der ganzen Handlung und dem Getue auch eine gewisse Authentizität… 😉 Ich meine, wenn selbst ein David Bowie sich nicht zu fein dafür ist, bin ich es mir auch nicht. Und das ist nur einer von vielen, die sich in diesem Film tummeln und ihn so sehenswert machen (zumal man sich immer wieder fragt, wer wohl als nächstes kommt)

„Zoolander“ – ein Film, der durch Ben Stiller steht und fällt… und meistens stehen bleibt!!! Denn der Film weiß zu unterhalten, die Story – so simpel sie auch sein mag – bietet genügend spannende und abwechslungsreiche Methoden. Man darf natürlich keine all zu cleveren Gags erwarten, aber die Gags, die kommen, zünden und funktionieren bestens! „Zoolander“ ist für mich der perfekte „guilty pleasure“-Film: herrlich dumm, herrlich infantil, herrlich skurril.

Ich bin schon jetzt ziemlich gespannt, wie Stiller das in „Zoolander 2“ noch toppen will… der Trailer sah zumindest schon mal viel versprechend aus.

Wertung: 9 von 10 Punkten (this is a really, really, really good looking movie!!!)

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8 Kommentare leave one →
  1. 15. Februar 2016 08:29

    Den wollte ich auch unbedingt noch sehen, da er mir speziell im Zuge des 2. Teils immer wieder ans Herz gelegt wird. Amazon Prime hat ihn ja nun im Angebot und das nahm ich als Wink des Schicksals – doch dann musste ich Samstagabend ernüchtert feststellen, dass es nur die Synchro ist. Möp.

    • donpozuelo permalink*
      15. Februar 2016 08:57

      Uff… nee. in der Synchro würde ich mir den auch nicht anschauen wollen. 😀

  2. 15. Februar 2016 20:18

    Den Film habe ich ja jahrelang gekonnt ignoriert. Jetzt kommt Teil 2 und ich fand den Trailer echt ziemlich witzig. Ins Kino gehe ich dafür wahrscheinlich nicht, aber den ersten Teil möchte ich echt mal nachholen.
    Und … David Bowe ❤ 😥

    • donpozuelo permalink*
      16. Februar 2016 09:09

      Oh ja, mach das mal. Bin zu gespannt auf deine Meinung zu „Zoolander“ – nicht nur wegen David Bowie zu empfehlen… obwohl ich auch jeden verstehen kann, der mit dem Film nichts anzufangen weiß 😉

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