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The Truth Is Out There

5. Februar 2016

Wenn ich jetzt so noch einmal alle Staffeln von „Akte X“ schaue, mag ich mir gar nicht mehr vorstellen, wie sehr ich nach einigen finalen Episoden noch weiter durchs Leben gehen konnte. Jetzt hole ich einfach die nächste Staffel aus dem Schrank und fertig, aber damals musste man ja dann wirklich noch ewig lange warten… und mit der ewigen Frage leben: Ist Mulder jetzt tot oder nicht? Das war ja der Cliffhanger von Staffel 4 und was für einer!!! Und zum Glück kann Staffel 5 genau da weitermachen, wo die vierte aufgehört hat.

Denn Chris Carter und Co. werfen scheinbar noch einmal alles um und lassen uns einmal mehr daran zweifeln, was denn nun eigentlich wahr ist und was nicht. Die Suche nach der Wahrheit wird in Staffel 5 noch mehr zu seiner Suche nach den Grundlagen der Lügen. Gibt es nun Aliens? Oder ist doch nur das Militär dafür verantwortlich? Wurde die Alien-Verschwörung nur eingeführt, um die eigentlichen militärischen Experimente in Sachen Technik und Genetik zu vertuschen? Alle Verschwörungsfolgen in der fünften Staffel spielen gekonnt damit, alles noch einmal in Frage zu stellen.

Fifty Shades of X-Files

Was wir dann auch an Mulder (David Duchovny) selbst zu spüren bekommen. Der einstige Verfechter für die Alien-Verschwörung scheint die Seiten gewechselt zu haben. Mehrmals müssen wir uns von ihm anhören, dass Aliens absoluter Quatsch sind. Dass sie nie für die Entführung seiner Schwester Samantha verantwortlich waren – ein herber Schlag für ihn, aber eine interessante Wendung für den Charakter Fox Mulder. Hier wird der Gläubige auf einmal zum Skeptiker und hinterfragt den Sinn seiner Suche nach der Wahrheit. Auch wenn dieser Wandel manchmal ein bisschen surreal wirkt – wer so lange für eine Sache gekämpft hat, verändert sich doch nicht so schnell??? – gelingt es „Akte X“ dennoch diesen krassen Wandel sehr überzeugend zu vermitteln. Denn auch Scullys (Gillian Anderson) Krebs wird in dieser Staffel – wohl zumindest gestoppt – durch einen Mikrochip, den Mulder aus einer Forschungsabteilung des Pentagons klaut. Die Lüge, die er jahrelang geglaubt hat, fällt vor seinen und unseren Augen zusammen.

Doch gleichzeitig gibt uns die fünfte Staffel auch immer noch Anlass, die Lüge vielleicht doch zu glauben: Denn mit der Doppelfolge „Cassandra“ lernen wir, dass es neben den vermeintlichen außerirdischen Invasoren auch noch einen Widerstand gibt, der alles tut, um gegen die Invasoren zu kämpfen. Ob es sich dabei aber wirklich um Außerirdische handelt oder nicht – diese Antwort bleibt man uns noch schuldig. Dennoch wird die Verschwörung dadurch auch noch eine Spur spannender und unsere Suche nach der Wahrheit spannender (Zumal mit Agent Spender, gespielt von Chris Owens, mal wieder ein schön hassenswerter Charakter eingeführt wird).

Aber nicht nur die Verschwörungsfolgen sind gut, auch die alleinstehenden Folgen der fünften Staffeln sind mehr als nur spannend. Für gleich zwei Folgen holten sich die Macher große Namen an Bord: so gruselte uns Stephen King in der Folge „Ein Spiel“ zu Tode. Diese Puppe ist einfach nur creepy, es war zudem witzig, mal Scully allein agieren zu sehen und den Song „Do the Hokey Pokey“ werde ich jetzt nicht mehr hören können, ohne dabei eine Gänsehaut zu bekommen. Den zweiten großen Autoren haben wir dann in „Kill Switch“, eine Folge, die der Erfinder des „Cyberpunk“-Genres William Gibson, geschrieben  hat – und die zugegeben ein bisschen skurril, aber auch cool ist.

Unvergessen wird aber auch „Der Große Mutato“ bleiben, die Cher-Zelebration in Form einer verrückt-sypmathischen Frankenstein-Folge, die in klassischem Schwarz-Weiß gehalten wurde und bei der sich Cher nach eigenen Angaben immer noch in den Hintern beißt, dass sie nicht zugesagt hat.

Überhaupt sind die einzelnen Folgen der Staffel 5 wirklich ein Fest, abwechslungsreich und spannend. Mein persönlicher Favorit ist nach wie vor die „Folie à Deux“-Folge, in der Mulder anfängt, Insekten-Monster zu sehen. Aber selbst die Scully-Glaubensfolge mit den vermeintlichen Engeln, die zurück in den Himmel geholt werden, fand ich super… und dabei mag ich die Folgen sonst nicht so sehr. Und natürlich nicht zu vergessen die „Rashomon“-Folge „Böses Blut“, in der wir zwei verschiedene Versionen eines Ereignisses erzählt bekommen – hier zeigt sich dann mal wieder, dass auch eine Mystery-Serie witzig sein kann.Einziges Manko der fünften Staffel ist für mich ein bisschen die „Emily“-Doppelfolge, in der wir Scullys Tochter – jene, die durch die Experimente aus der zweiten Staffel, geboren wurde. Ich kann nicht einmal sagen, was mich daran gestört hat, aber für mich haben die Folgen nicht so ins Bild gepasst.

Aber was soll’s??? Der Rest der Staffel macht mehr als nur Spaß. Die Verschwörungen werden noch einmal angeschraubt und mit dem großen Finale (und einem der besten „Ich bin dein Vater“-Momente aller Zeiten seit „Star Wars“) hungert man förmlich nach mehr (wie ich das damals überlebt habe, weiß ich auch nicht)

Wertung: 9 von 10 Punkten (was ist nun wahr und was nicht – aaaaaahhhhh, zu geil… muss gleich weitergucken!!!! aber erstmal den Film 😉 )

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6 Kommentare leave one →
  1. 5. Februar 2016 08:20

    Die Staffel fand ich erstaunlicherweise einmal schwächer als du, wenn auch nicht viel. War aber auch die erste, die ich damals nicht „live“ mitverfolgt hatte. Die sechste Staffel gefällt mir bisher auch sehr gut 🙂

    • donpozuelo permalink*
      5. Februar 2016 10:06

      Die sechste ist meine Lieblingsstaffel! 😀

      Aber die fünfte ist auch immer wieder toll! Sowohl die Verschwörung als auch die Monster-of-the-Week-Folgen sind super!

  2. 6. Februar 2016 00:24

    Hach, der „X Files“ Film….

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    • donpozuelo permalink*
      7. Februar 2016 23:09

      Masterpiece ist ein ziemlich großes Wort dafür…

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