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Believe the lie!

29. Januar 2016

Ich muss ja gestehen, dass „Akte X“ sich nicht immer unbedingt zum Binge-Watching lohnt. Dafür fehlt halt einfach ein roter Faden, der sich wirklich durch die Staffel zieht und uns vom großen Ganzen erzählt. Doch „Akte X“ ist da halt echt anders. Von Staffel 1 an bestand das Konzept aus „Monster of the Week“ und Alien-Verschwörung. Zwar bildet die Alien-Verschwörung das mysteriöse „große Ganze“, aber letztendlich gibt es davon immer nur sporadisch neue Folgen. Sie geben der ganzen Serie den Rahmen, weswegen sie grundsätzlich immer als Cliffhanger zum Ende einer Staffel und zum Anfang der darauffolgenden eingesetzt werden… und vielleicht zwischendurch mal als Doppelfolge mit eingestreut werden. So kommt man dann doch auf eine Menge Verschwörungen, die aber immer wieder von den „normalen“ Fällen von Mulder (David Duchovny) und Scully (Gillian Anderson) unterbrochen werden. Demzufolge kann eine kurze Reihe von vielleicht nicht ganz so starken „Monster“-Folgen durchaus auch mal dazu führen, dass man ein bisschen die Hoffnung verliert…

So erging es mir dann auch immer ein bisschen mit der vierten Staffel, weswegen ich schon dachte, ich würde sie ähnlich „schwach“ einschätzen wie die dritte. Doch nach dem zugegeben etwas lahmen Auftakt kam „Blutschande“, die Folge über drei Inzest-Einsiedler-Brüder mitten im Nirgendwo, die sich auf ewig in mein Gehirn als das krasseste eingebrannt hat, was ich je bei „Akte X“ gesehen habe. Die Folge ist super, aber halt in ihrem Ausmaß ungewöhnlich – selbst für „Akte X“-Verhältnisse. Gleichzeitig machte mir die Folge auch Hoffnungen, mehr von dieser (nennen wir es mal) Grenzen-Auslotung zu sehen. Doch dem war nicht so… schade, aber okay. Ich bin mir sicher, „Blutschande“ wird damals in den USA für genug Furore gesorgt haben.

Auch im härtesten Einsatz das bestaussehendste Team

Die restlichen Einzel-Epsioden sind dann durchwachsen. Besonders gefällt mir nach wie vor die sehr persönliche Mulder-Folge „Rückkehr der Seelen“, weil wir hier endlich mal einen sehr emotionalen David Duchovny erleben dürfen, der nicht immer nur auf der Jagd nach seiner Schwester ist. Gleichzeitig scheint das auch so ein bisschen das Thema der vierten Staffel zu sein. Während man sich in der dritten Staffel an ein paar mehr humorvollen Folgen versuchte (von denen es hier nur die „Ein unbedeutender Niemand“-Folge gibt, die aber wirklich verdammt gut ist), wird es in der vierten Staffel für alle Beteiligten sehr viel persönlicher.

In der wirklich guten und spannenden Folge „Leonard Betts“ erfahren wir fast schon beiläufig, dass Scully Krebs hat. Etwas, dass uns dann durch den Rest der Staffel begleitet und immer wieder bewegt. Allerdings nie in dem Ausmaß, dass wir Scully als Kämpferin an Mulders Seite verlieren – im Gegenteil, die Suche nach einer Heilung lässt die beiden nur noch mehr zusammenwachsen.

In den Folgen „Die Sammlung“ und „Dämonen“ muss sich Mulder auch noch einmal seiner eigenen Vergangenheit stellen, und auch hier fährt die Serie gekonnt die emotionale Schiene, die uns das Leiden von Mulder sehr nahe bringt. Zumal „Dämonen“ ja auch rein vom Erzählerischen mal ein bisschen frischen Wind reinbringt und uns erstmalig auch an Mulder zweifeln lässt…

Einen eher unerwarteten Blick erhalten wir auch in das Leben des Cancer-Man (William B. Davis). Die Folge „Gedanken des geheimnisvollen Rauchers“ lässt uns an seinen früheren Schandtaten teilhaben, lässt den vermeintlichen Überschurken aber endlich auch mal sehr menschlich wirken. Mit dieser Folge möchte man fast glauben, dass er alles wirklich nur für das Wohl seines Landes tut.

Ansonsten sind die anderen „normalen“ Episoden durchwachsen. Einige stoppen dann halt zwischendurch einfach das Bedürfnis, weiter zuschauen und so schiebt man es erst einmal auf. Dabei liefert Staffel 4 ja gerade in Bezug auf die große Verschwörung einige wirklich spannende Folgen. Scullys Erkrankung ist ihr durch ihre Entführung (wir erinnern uns an Staffel 2) zugeführt worden? Das Schwarze Öl wird in einem russischen Gulag an Gefangenen getestet? Skinner geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um für Scullys Heilung zu sorgen? Und am Ende, zu einem endlich mal wirklich wieder spannenden Finale, erfahren wir, dass es für außerirdisches Leben wissenschaftliche Beweise geben könnte? MIND BLOWN!!!!

So durchwachsen Staffel 4 einem anfangs auch erscheinen mag, so sehr fängt sie sich dann doch ab der Hälfte und liefert endlich mal wieder gutes Verschwörungsfutter, mehr persönliche Geschichten, die uns die einzelnen Charaktere noch ein bisschen näher bringen und sie uns vor allem auch mal getrennt von den anderen präsentieren. Insofern ist die vierte Staffel ein guter Schritt in die richtige Richtung… und ein gutes Vorantreiben der Story.

Wertung: 7 von 10 Punkten (es wird persönlicher!!!!)

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9 Kommentare leave one →
  1. 29. Januar 2016 09:26

    Meine bisherige Lieblingsstaffel. Für mich passt da wirklich (fast) alles. Bei mir erscheint wohl heute noch eine Besprechung der 5. Staffel, die ich auch gut, aber minimal schwächer fand. Und dann steht am WE der Film an 🙂

    • donpozuelo permalink*
      29. Januar 2016 10:23

      Meine Lieblingsstaffel ist nach wie vor die sechste…

      Und oh Mann, der Film! Ja, den hatte ich tatsächlich besser in Erinnerung. Ihn jetzt noch einmal zu sehen, war irgendwie ein kleiner Schock für mich 😀

      • 29. Januar 2016 11:17

        Mich hatte der Film damals enttäuscht, insofern bin ich guter Dinge, dass er mich dieses Mal mehr mitreißt.

        • donpozuelo permalink*
          29. Januar 2016 11:21

          Ich habe den damals mehrfach im Kino gesehen – das war wirklich in meiner Hochphase des Akte-X-Fan-Seins… aber jetzt fand ich ihn echt ziemlich enttäuschend. Aber ich bin gespannt, was du sagst…

  2. 30. Januar 2016 12:06

    Ja, „Ein unbedeutender Niemand“ und „Leonard Betts“ zählen auch für mich zu den Highlights dieser Staffel.

    Der Kinofilm ist – nebenbei – der absolute Oberhammer.

    • donpozuelo permalink*
      31. Januar 2016 21:12

      Mein jüngeres Ich hätte dir damals in Bezug auf den absoluten Oberhammer sofort beigepflichtet.

      Doch nachdem ich den Film jetzt noch einmal gesehen habe, ist das mit dem absolut und dem Oberhammer nicht mehr ganz so überzeugend für mich… aber dazu kommen wir ja dann noch 😉

      • 4. Februar 2016 19:23

        Wie Rudi Völler sagen würde: Wer den X-Files Film nicht oberhammer findet, der hat die Serie nie geliebt :P;)

        • donpozuelo permalink*
          4. Februar 2016 22:26

          Na ein Glück hat das niemand Wichtiges gesagt, sonst hätte man es noch ernst nehmen müssen 😛

Trackbacks

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