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Seeing is believing!

22. Januar 2016

Wir befinden uns jetzt in der dritten Staffel von „Akte X“ und über eine Sache habe ich noch gar nicht so richtig gesprochen: nämlich über den Humor! Bei einer Mysterie-Serie erwartet man jetzt nicht allzu viel Humor. Und viel zu lachen hatte man in den ersten beiden Staffel von „Akte X“ nun wirklich nicht. Natürlich darf man dabei nicht den ein oder anderen schwarzhumorigen Kommentar von Mulder oder eine schnippische Bemerkung von Scully außer Acht lassen, doch im Großen und Ganzen ist „Akte X“ jetzt nicht die Serie, die ich sofort für ihren Humor loben würde. Denn die ersten beiden Staffel konzentrieren sich schon viel mehr darauf, dass die Geschichte um unsere beiden Lieblings-FBI-Agenten vorangetrieben wird. Für Humor ist da nicht so richtig viel Platz!!!

Was sich nun in der dritten Staffel ändert. Natürlich nicht Schlag auf Schlag, aber für mich ist Staffel 3 unter anderem auch die Staffel, in der das Team um Chris Carter ein bisschen mehr mit Komik herumexperimentiert. Nicht viel, wohl gemerkt… aber ein bisschen! Und was soll ich sagen, die nicht ganz so ernst gemeinten Folgen sind die besten dieser Staffel. Es sind derer genau fünf – „Clyde Bruckman’s Final Repose“ über einen Wahrsager, der gar kein Wahrsager sein möchte; „War of the Coprophages“ mit einer Bambi, die nicht einmal ein Reh ist; „Syzygy“, in der die Gefühle überkochen und Scully eifersüchtig wird und die vielleicht beste komische Episode dieser Staffel „Jose Chung’s From Outer Space“, in der ein Bestseller-Autor versucht, ein Buch über einen Fall von Mulder und Scully zu schreiben. Als fünfte zähle ich dann auch immer noch die Folge mit dem Seemonster dazu.

Scully liest mit leichtem Silberblick 😀

In diesen fünf Folgen versucht man in der dritten Staffel auch mal ein bisschen die Grenzen von „Akte X“ auszuloten, was der Serie sehr gut tut. So entsteht wenigstens nicht zu schnell Eintönigkeit und David Duchovny und Gillian Anderson können ihre Charaktere noch ein bisschen weiter ausbauen. Gleichzeitig ist es auch ganz gut, zwischendurch diesen „comic relief“ zu haben. Zumal jede „witzige“ Folge immer noch im Rahmen einer Akte-X-Folge bleibt. Es sind jetzt keine extremen Ausbrecher, sondern wirklich willkommene Abwechslung.

Doch diese Einführung von mehr Humor ist dann auch irgendwie das einzige, was mich an Staffel 3 begeistert hat. In Sachen Alien-Verschwörung geht es nicht so fulminant weiter wie noch zuvor. Die Einführung des schwarzen Öls oder des schwarzen Krebs ist zwar noch ganz spannend und liefert noch einmal einen aufregenden Twist zur ganzen Alien-Invasion, aber so richtig aufregend wird’s nicht. Ein bisschen spannender ist da schon die Doppel-Folge „Nisei“ und „731“, in der man noch ein bisschen mehr über Scullys Entführung erfährt und sie auch eine Gruppe von Frauen trifft, die ebenfalls entführt worden sind. Was ich daran cool fand, war die Tatsache, dass man uns ein bisschen mehr verwirren möchte. Waren es nun Aliens, die Scully entführt haben oder doch einfach nur Menschen??? Mögen die Verschwörungstheorien sprudeln!

Doch mehr gibt’s dann auch nicht. Die restlichen Folgen der dritten Staffel dümpeln ein bisschen vor sich hin. A.D. Skinner (Mitch Pileggi) bekommt mal eine eigene Folge und auch Mulder wird mal in drei Folgen ein bisschen mehr in den Vordergrund gestellt – wobei mir da besonders die Folge mit den Gargoyles richtig, richtig gut gefallen hat, weil hier mal so ein bisschen tiefer in Mulders Psyche gebohrt wird und wir ihn auch mal so richtig verletzlich erleben. Aber wie gesagt, ansonsten ist die Staffel recht durchwachsen, es gibt ein paar richtig aufregende Folge, es gibt aber auch viele Folgen, die einfach nicht so wirklich funktionieren wollen (ich rede zum Beispiel von Katzengöttern, chinesischen Organhändlern und so weiter).

Aber mal ein bisschen hin und her ist für eine Serie, die nach dem Prinzip „Monster of the Week“ arbeitet, wohl auch nichts außergewöhnliches. Es gibt halt mal Folgen, die man einfach nicht so mag. In Staffel 3 waren das gefühlt zwar ein paar zu viele, aber gut… damit kann man irgendwie auch noch leben!!!

Wertung: 6 von 10 Punkten (die witzigen Folgen sind dieses Mal wirklich die besten Folgen)

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13 Kommentare leave one →
  1. 22. Januar 2016 08:24

    Wow, das hätte ich nun nicht gedacht. Für mich hat sich die Serie bis zur 4. Staffel konsequent gesteigert und auch die dritte fand ich famos. Die Episode mit den Katzengöttern war allerdings auch für mich ein Tiefpunkt. Aber ansonsten seeeehr schöne Episoden, finde ich zumindest… 😉

    • donpozuelo permalink*
      22. Januar 2016 08:38

      Ja, ich weiß nicht… mit der dritten Staffel habe ich dann wirklich hier und da einfach zu viele Schwierigkeiten gehabt. Da war nicht alles so spannend für mich wie in der zweiten Staffel. Mir war da der Abstand zwischen den guten Folgen einfach immer ein bisschen zu groß…

  2. 22. Januar 2016 11:43

    Je weiter die Serie voranschreitet, desto besser gefällt mir der sarkastische Humor. Gerade in Staffel 3 & 4 geben aie gefühlt richtig Gas, was dank der Chemie aber wunderbar passt.
    War die Folge mit dem Seemonster die, wo sie sich nachts auf diese kleine „Insel“ retten. Mit Quweequag (wie auch immer der Hund genannt wurde…)?
    Leider habe ich die Staffeln nicht mehr ganz im Kopf, fand die Serie aber von der 3. bis zur 5./6. Staffel fast durchgehend auf ihrem höchsten Niveau.

    • donpozuelo permalink*
      22. Januar 2016 14:48

      Ich mochte es auch sehr, dass sie den Humor ab dieser Staffel verstärkt haben. Allerdings ist Staffel 3 für mich halt trotzdem ein kleiner Knick in der Leistung der Serie, die sich dann aber in Staffel 4 wieder gut fängt und dann bis zur 6. Staffel nur besser wird.

      Und ja, die Seemonster-Folge ist die mit der kleinen Insel und Queequag…

  3. 24. Januar 2016 15:22

    Ich denke, X Files ist so eine Serie, die man zu ihrer Zeit erlebt haben muss, um sie wirklich wertschätzen zu können. Wenn man sie 2015/16 zum ersten Mal sieht, kann sie nicht mehr dasselbe Flair entfalten wie Mitte der 90er.
    Grundsätzlich bin ich auch kein Anhänger der Mythos-Folgen, da diese ähnlich wie das MCU darunter leiden, Dinge referieren zu müssen, die bereits geschahen oder womöglich noch passieren. Dagegen haben die Monster-of-the-Week-Episoden mehr Spiel- und Freiraum, sie selbst sein zu dürfen. Gerade wenn sich die Show dann nicht ganz so ernst nimmt wie in der herausragenden Folge „War of the Coprophages“ ist sie für mich in der Regel am besten.

    • donpozuelo permalink*
      24. Januar 2016 15:43

      Nur um das kurz klar zu stellen: Ich sehe „Akte X“ jetzt nicht zum ersten Mal, sondern wahrscheinlich eher zum vierten oder fünften Mal. Ich habe die Serie in den 90ern schon gesehen… aber das nur am Rande…

      Ja, die Monster-of-the-Week-Folgen haben tatsächlich den Vorteil, dass sie keine Referenzen zu anderen Folgen abliefern müssen. Das ist immer etwas, das ich auch sehr mochte, was ich aber auch manchmal immer etwas merkwürdig fand – gerade, wenn sie in einer Folge gerade so mit dem Leben davon gekommen sind, um es dann in der nächsten Folge eigentlich schon wieder vergessen zu haben 😉 zumindest fühlte es sich immer so an. Und wenn man dann noch beginnt, sich selbst nicht mehr ganz so ernst zu nehmen, ist das tatsächlich sehr toll. Zumal das heutzutage auch kaum noch jemand wagt…

      • 24. Januar 2016 16:58

        My bad, die Kritik las sich so wie von jemand, der die Serie jetzt zum ersten Mal sieht. Wobei ich von jemand, der sich der Show bereits zum 5. Mal widmet eigentlich mehr Begeisterung/Fandom erwartet hätte 😀

        • donpozuelo permalink*
          24. Januar 2016 19:20

          Begeisterung ist schon immer da. Nur wenn mich Staffel 3 nicht so mitreißt, kann ich leider auch keine Begeisterung vortäuschen. Zumal ich ja trotzdem auch ehrlich bleiben will… 😀

  4. 7. Februar 2016 12:02

    Wow, jetzt bin ich ein bisschen erleichtert, dass dir die Staffel auch nicht so besonders gefallen hat. Gestern habe ich meine Review geschrieben, die morgen online geht. Deswegen habe ich mich jetzt getraut deine Review zu lesen – man möchte ja nicht bei den anderen abschreiben oder sich beeinflussen lassen, deswegen die Verzögerung.
    Mir ging es aber genauso. Der Humor war toll, die Chemie zwischen Mulder und Scully noch einmal mehr, aber die Fälle haben mich echt zum Großteil kalt gelassen. ich würde sogar soweit gehen, dass ich viele davon irgendwie als trashig empfand. Leider habe ich bei der Staffel auch immer dreimal überlegt, ob ich jetzt eine Folge Akte X oder was anderes schaue. Und meistens fiel die Wahl leider auf was anderes, weswegen mein Rewatch geplatzt ist. Hatte mir vorgenommen bis Februar die ganze Serie zu rewatchen. Angefangen habe ich glaube … Ende September oder Anfang Oktober. Das wäre eigentlich machbar gewesen.
    Naja … was solls. Ab Montag laufen sogar im deutschen Fernsehen die neuen Folgen. Ich werde es schauen, denn ich mag die Serie nach wie vor und den Rewatch lasse ich auch mal weiterlaufen in der Hoffnung, dass es besser wird. Und da bin ich mir eigentlich ziemlich sicher.

    • donpozuelo permalink*
      7. Februar 2016 23:07

      Ja, ich verstehe das echt gut. Aber ich kann dir versichern, es wird wieder besser.

      Ab jetzt geht es erst einmal steil bergauf. Staffel 4, 5 und 6 sind wirklich wieder sehenswerter und haben auch spannendere Fälle, gutes FBI-Team und die Verschwörung wird heftiger… also lass dich nicht vom Rewatch abbringen (zumal die neuen Folgen bisher nicht so der Hammer sind…)

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