Skip to content

Trust No One

15. Januar 2016

Letzte Woche habe ich ja die erste Staffel von „Akte X“ vorgestellt. Und so sollte man es ja normalerweise auch anfangen. Immer schön chronologisch. Wenn ich aber ab dem Zeitpunkt anfangen würde, an dem mein Fan-Sein begann, dann müsste dieser Artikel zur zweiten Staffel mein erster zu „Akte X“ sein. Denn ich kann mich nach wie vor gut daran erinnern, wie es war, als ich meine erste Folge „Akte X“ geguckt habe.

Es war die zwölfte Folge der zweiten Staffel – „Böse geboren“. Es ging um eine Frau (ihr Name war B.J. – ein Gag, der sich mir erst sehr viel später offenbarte), die aufwacht und das Wort „Sister“ auf ihrer Brust eingeritzt findet. Das hier war mein „erstes Mal“ mit Mulder und Scully. Und ich war sofort hin und weg. Wieso auch nicht? Alles an dieser Serie war so wunderbar bizarr. Sowas hatte ich vorher noch nicht im Fernsehen gesehen. Allein dieser Vorspann, diese Musik – ein unheimlicher Ohrwurm, der sich dein Gehirn frisst, den man unbewusst pfeift und sich sofort zurückerinnert.

„Akte X“ war eine Offenbarung und ist es auch heute noch für mich. Die zweite Staffel wird auf ewig einen besonderen Platz in meinem Serien-Herzen haben, aber auch so zeigt sich in Staffel 2“, das wir Großes zu erwarten haben (für viele „Breaking Bad“-Fans könnte zudem vielleicht auch eine kleine Randnotiz von Bedeutung sein – denn ab Staffel 2 wurde auch „BB“-Schöpfer Vince Gilligan Teil der X-Akten).

Ihm fehlt Scully

Wie man es aus der ersten Staffel ja bereits gewohnt ist, beeindruckt „Akte X“ auch hier durch seine „Monster of the Week“-Folgen. In der zweiten Staffel gibt es davon aber echt so viele und so gute, dass man hier wirklich schon einen ersten Höhepunkt der Serie verbuchen kann. Mein All-Time-Favorite-Monster ist ja nach wie vor der komische Saugwurm-Mensch, aber fast genauso großartig ist zum Beispiel die „Zirkus“-Folge, in der Mulder und Scully die Morde unter Schaustellern aufdecken müssen. Mittlerweile spürt man in diesen Folgen einfach, wie gut das Team Mulder-Scully wirklich geworden ist. Und die Art und Weise, wie diese einzelnen Folgen geschrieben und gedreht wurden, zeigen auch, dass wir hier schon echt großes Kino auf dem kleinen Bildschirm erleben.

Was Staffel 2 aber besonders macht, ist der Ausbau der Verschwörungsgeschichte. Wo man sich in der ersten Staffel noch recht vorsichtig zögerlich herangetraut hat, wird man jetzt viel mutiger. Vielleicht lag es auch daran, dass Gillian Anderson zwischenzeitig schwanger wurde und man etwas brauchte, um ihr Fehlen zu „vertuschen“… aber letztendlich zeigt sich in der Trilogie „Unter Kontrolle“, „Seilbahn zu den Sternen“ und „An der Grenze“, was möglich ist. Nicht nur verarbeiten die Macher um Chris Carter clever und gekonnt die schwangere Gillian Anderson. Nein, sie machen diese ganze Alien-Entführungsgeschichte auch zu etwas noch persönlicherem. War es vorher nur Mulders Kreuzzug, um die Wahrheit über seine Schwester herauszufinden, ist jetzt auch Scully direkt betroffen.

Der Verschwörungsstrang wird dann noch weiter ausgebaut, indem man uns in der Doppelfolge „Die Kolonie“ die Alien-Kopfgeldjäger präsentiert… und natürlich ist Staffel 2 auch die (TV-)Geburt von Hass-Objekt Alex Krycek (Nicholas Lea), X (Steven Williams), der den Deep Throat aus der ersten Staffel ersetzt. Dazu kommt auch endlich A.D Walter Skinner (Mitch Pileggi) ein bisschen mehr zur Geltung. Das Universum der Alien-Verschwörung wird also nicht nur persönlicher, sondern auch reicher an Akteuren, die alle ihre eigene Agenda zu verfolgen scheinen. Aber Krycek war da immer mein größtes Hass-Objekt. Sogar noch mehr als der Krebskandidat – schließlich war man sich bei dem von Anfang an klar: „Der bedeutet nichts Gutes!“. Krycek jedoch spielte mit unseren Gefühlen. Kurzzeitig dachte ich schon, er soll Scully ersetzen… oh Mann, mein armes Herz war damals ziemlich geschockt, als ich die zweite Staffel erstmals vollständig und richtig sah.

Naja… auf jeden Fall ist Staffel 2, wie schon angesprochen, wirklich ein erster Höhepunkt. Die Darsteller, besonders Duchovny und Anderson, klicken in jeder Einstellung. Die Einzel-Episoden sind spannend und originell, die Verschwörung wird großflächig ausgebaut… und seien wir mal ehrlich: Das Finale ist der Hammer! Ist Mulder tot oder nicht??? Und dann das Warten bis Staffel 3. Horror pur… einfach nur spitze!!!

Wertung: 9 von 10 Punkten (ach, Akte X… du hast meine Jugend mit UFO-Kram und Horror-Zeug so wunderbar beeinflusst… so sehr, dass ich sogar anfing, Sonnenblumenkerne zu essen 😉 )

Advertisements
15 Kommentare leave one →
  1. 15. Januar 2016 08:05

    Schön zu lesen! Der Saugwurm-Mensch und die Episode rund um den Zirkus gehören auch zu meinen Favoriten. Während der zweiten Staffel war damals auch bei mir der Hype-Höhepunkt erreicht. Bei meiner Sichtung stelle ich gerade fest, dass ich die 5. Staffel anscheinend gar nicht mehr gesehen hatte…

    • donpozuelo permalink*
      15. Januar 2016 15:00

      Mit Staffel 2 ging bei mir, wie gesagt, alles so richtig los. Ich habe dann auch erst lange gebraucht, bevor ich dann wirklich mal die erste Staffel gesehen hatte… aber dann habe ich alles brav geguckt. Mal mit mehr Ausfällen, mal mit weniger…

  2. 16. Januar 2016 10:50

    Haha. Der Sonnenblumenkerne-Running Gag zieht sich ja auch immer wieder durch alle Staffeln. Bin grad bei Staffel 5 mit den Vampiren. Da sind so ein paar Sonnenblumen dann ganz hilfreich. Immer wieder toll zu sehen, wie einfallsreich die Drehbuchautoren derlei Kleinigkeiten in einzelne Folgen einbauten. 🙂

    • donpozuelo permalink*
      17. Januar 2016 21:13

      Das stimmt… so kleine Dinge, so unscheinbar sie auch sein mögen, geben dem Charakter dann doch immer eine gewisse Tiefe und einfach auch einen netten Spleen… so nach dem Motto: „Warum zur Hölle tut er das???“ Und warum sollte er es nicht tun…

      Genau so witzig finde ich später die Geschichte mit den Bleistiften, die er immer in die Decke wirft wie Darts…

      • 18. Januar 2016 11:31

        Ach stimmt, die Sache mit den Bleistiften. Hatte ich ganz vergessen. Mulder ist schon ziemlich spleenig, fernab von seinem Alienenthusiasmus. 😉

        • donpozuelo permalink*
          18. Januar 2016 17:42

          Absolut… auch nicht zu vergessen ist ja auch seine Vorliebe für „Plan 9 from Outer Space“ und Pornos… und Elvis… er hatte auf jeden Fall mehr coole Mini-Eigenheiten als Scully jemals irgendwelche hatte (außer ihr Hündchen!)

        • 18. Januar 2016 22:40

          Das Hündchen mit dem seltsamen Namen. Das war allerdings schon ein Spleen. 😀

        • donpozuelo permalink*
          19. Januar 2016 08:56

          Ja, aber irgendwie auch immer noch im Rahmen des Normalen 😀 Bis halt auf den Namen, der ja letztendlich auch noch logisch erklärt wird…

        • 19. Januar 2016 09:56

          … aber trotzdem schwer auszusprechen ist. 😀 Irgendwie ist aber auch logisch, das eine rational denkende Wissenschaftlerin sich keinen normalen Hundenamen ausdenkt. Doc Browns Hund heißt ja auch Einstein und nicht Bello. 😉

        • donpozuelo permalink*
          19. Januar 2016 10:36

          Stimmt… 😀

  3. 17. Januar 2016 23:47

    Awesome show!

Trackbacks

  1. Blogparade: Die fünf gruseligsten Film- und Serien-Monster | Going To The Movies
  2. Blogparade: Kill them off!!!! 10 Most Hated Characters | Going To The Movies
  3. Ohne Strom | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: