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Deny Everything!

8. Januar 2016

Es wird Zeit, DIE Serie zu würdigen, die mir quasi die Serien-Jungfräulichkeit genommen hat. DIE Serie, mit der ich von den Trickfilm-Serien eines Jungen zu den Serien für echte Männer (und natürlich Frauen, just saying!!!) wechselte. Und ich habe diese Serie ja schon einmal in einem kurzen Artikel gewürdigt, aber ich glaube, es ist an der Zeit, sie richtig zu würdigen. Staffel für Staffel (und das hängt jetzt überhaupt gar nicht damit zusammen, dass demnächst die zehnte Staffel nach langer, langer Warte-Zeit startet – NEIN, wirklich nicht… *husthust*). Und ja, die Rede ist von „Akte X“ – eine Serie, die das jüngere Volk kaum noch kennt, die aber – wie ich finde – ein echter Meilenstein ist… Zwar war meine erste Akte-X-Folge eine aus der zweiten Staffel, aber natürlich gehe ich brav chronologisch vor und fange mit Staffel 1 an. Schließlich wird hier einfach mal der Grundstein für den Kult gelegt.

Da treffen wir also auf den genialen Profiler Fox Mulder (David Duchovny), der seine Talente den X-Akten zuwendet, also den Fällen, denen das FBI normalerweise nicht viel Zeit schenkt. Mysteriöses, Verschwörungen, etc… hauptsächlich arbeitet Mulder jedoch an den X-Akten, weil er auf der verzweifelten Suche nach der Wahrheit ist – und auf der Suche nach seiner Schwester, die von Außerirdischen entführt wurde. Ihm wird in der ersten Folge eine Partnerin zugewiesen, deren Hauptaufgabe darin besteht, Mulder und seine Methoden zu überwachen. Doch schnell wird die Skeptikerin und Medizinerin Dana Scully (Gillian Anderson) zu Mulders „Verbündeten“.

Und so einfach fing alles mal an…

Es ist für mich schon faszinierend, diese erste Staffel jetzt nach so langer Zeit noch einmal gesehen zu haben… weil man doch noch einmal stark vor Augen geführt bekommt, wie sehr sich unser Serien-Verhalten mittlerweile verändert hat. Heutzutage würde ich ja bei fast jeder Serie anfangen zu meckern, wenn es keinen roten Faden, keine übergeordnete Handlung gibt. Doch wenn ich das jetzt anwenden würde, hätte ich bei „Akte X“ eine Menge zu meckern.

Denn „Akte X“ fährt streng nach dem Regiment „Eine Episode, eine Geschichte“. Zu Zeiten, als Online-Streaming noch ein Wort war, an das noch nicht einmal gedacht wurde und man tatsächlich den Videorekorder noch programmierte oder Termine verlegte, um nichts zu verpassen (Gott, bin ich alt!!!!), war das natürlich auch gut so. So konnte man mal eine Folge verpassen (was man natürlich nie tat, wenn man die Chance hatte), ohne komplett aus der Serie geworfen zu werden.

Aber das Gute an „Akte X“ war ja gerade, dass selbst jede einzelne Folge ein wahres Fest war. Was vor allem an dem perfekten Duo vor der Kamera lag: David Duchovny und Gillian Anderson werden immer Mulder und Scully für mich bleiben. Egal, ob der eine nun auch als „Schriftsteller“ Erfolg hatte oder die andere als Liebhaberin eines Kannibalen, die beiden bleiben Mulder und Scully. Die Chemie funktioniert von Anfang an ziemlich gut – der Glaubende und die Skeptikerin, die gerade in der ersten Staffel alle wichtigen Ereignisse zu verpassen scheint… was natürlich noch mehr dazu führt, dass sie den skeptisch-kritischen Blick auf die Lage behält.

Einen skeptisch-kritischen Blick, den ich zu dem Zeitpunkt nicht hatte. Stattdessen verschlang ich Bücher über UFOs und sonstiges „Phänomenales“, denn ich war von diesen Geschichten einfach nur begeistert. Und gleich die erste Staffel hatte ja genug davon… von Beginn an erschuf „Akte X“ ikonische Monster und Schurken, ein Victor Eugen Tooms war einfach nur gruselig, feuererzeugende Hausmeister unheimlich und kleine Käfer, die aus ihrem Jahrtausende dauernden Schlaf geweckt und Menschen „jagten“ noch viel mehr. Dabei fand ich immer irgendwie cool, dass „Akte X“ – dank Scully – auch immer versuchte, so halbwegs realistisch an diese Sachen heranzugehen. So war es, gefühlt zumindest, immer etwas, dass vielleicht wirklich passieren könnte (???).

Was „Akte X“ ja später noch viel intensiver ausbaute, beginnt in der ersten Staffel noch etwas verhalten: Die Verschwörung um die Aliens und das Mitwissen der Regierung, die natürlich alles dementierte. In der ersten Staffel sind diese Folgen noch eher spärlich… machen aber schon hier deutlich, in welche Richtung das noch gehen kann.

Die erste Staffel „Akte X“ ist ein toller Einstieg, der sich auf seine starken Hauptdarsteller und die verschiedensten Monster verlassen kann. Absolutes Highlight in dieser Staffel ist für mich aber immer noch die Hommage an „Das Ding aus einer anderen Welt“: Die Folge „Eis“ war weniger mystisch, als vielmehr ein spannendes Psycho-Drama!!!

Wertung: 8 von 10 Punkten (der Einstand gelingt gut mit jeder Menge spannender Folgen!!!)

P.S.: Und vergessen darf man dabei auch nicht eines der besten Intros mit einem der besten Themes überhaupt. Das „X-Files Theme“ brennt sich sofort in den Kopf und geht da auch nie wieder weg!!!! 😀

22 Kommentare leave one →
  1. 8. Januar 2016 16:15

    Bin gespannt auf die Rezensionen zu den folgenden Staffeln. Akte X ist ja eine meiner Lieblingsserien ever und ich bin derzeit auch in Rewatch-Laune (auch aufgrund der neuen, demnächst schaubaren Staffel).

    • donpozuelo permalink*
      8. Januar 2016 16:33

      Jupp… ist auch immer schon meine Lieblingsserie gewesen, weil es halt auch eine meiner ersten „Erwachsenen-Serie“ war.

      Und die nächsten Rezensionen kommen dann immer freitags… 😀

  2. 8. Januar 2016 20:09

    Oh schön – und so treffend 🙂

    Heißt das du schaust jetzt jede Woche eine Staffel oder schreibst du die Rezensionen aus dem Gedächtnis? Ich wüsste nicht was beeindruckender ist… 😉

    • donpozuelo permalink*
      9. Januar 2016 17:43

      Haha… vielen Dank, aber es ist keins von beidem. Ich würde mir nicht anmaßen aus der Erinnerung heraus zu schreiben. Und ich schaue auch nicht jetzt jede Woche eine Staffel. Wäre zwar möglich, aber nein…

      Ich habe schon letztes Jahr im Oktober oder so mit dem Gucken anguckt und nach jeder Staffel einen Artikel geschrieben, sie mir aber aufgehoben, bis ich alles durchhabe, um die wöchentliche Veröffentlichungen auch zu garantieren…

      und beim Gucken wurde dann auch deutlich, dass meine Erinnerungen mich hier und da mal positiv, mal negativ getäuscht haben 😀

  3. 14. Januar 2016 22:02

    Mensch, jetzt hör aber mal auf 😉 Da komme ich mir ja auch alt vor. Ich hab als Kind angefangen die Serie zu gucken und bis ich ein Teenie war, war es die ungeschlagene Lieblingsserie. (Dann kam der Serienboom mit Lost und Konsorten). Aber auch ich habe noch fleißig alles auf VHS aufgenommen, was ich nicht verpassen wollte XD

    Ich habe seit letztes Jahr versucht die Serie zu rewatchen und neben einigen Entdeckungen (habe ich die komplette zweite Staffel als Kind nicht gesehen??) und viel Nostalgie, bin ich leider nicht so richtig dran geblieben. Es gab immer mal so Strecken, die ich doch nicht ganz so interessant fand. Während ich früher die nächste Alien-Episode kaum abwarten konnte, sind das für mich in den ersten beiden Staffeln die mit Abstand allerschwächsten Episoden gewesen. Der Seriengeschmack hat sich wohl doch ein wenig verändert. Aber die Nostalgie bleibt. Ich feiere die Sprüche der Beiden immer noch ab und mal abgesehen von den Klamotten hat die Serie immer noch Charme und passt auch vom Stand der Technik erstaunlich gut ins Heute. Irgendwie hätte ich mir aber doch gewünscht den Rewatch zu schaffen, aber ich bin für rewatches nicht geschaffen. Es kommt halt auch viel interessantes nach … seufz.

    • donpozuelo permalink*
      14. Januar 2016 23:15

      😀 Ist ja auch nie ernst gemeint, das mit dem Altern. Wir wollen ja schließlich in Würde altern 😀

      Ich kann dich da aber super gut verstehen. Unser Serien-Sehverhalten hat sich wirklich extrem verändert und das habe ich halt auch echt an „Akte X“ gemerkt (weswegen ich auch noch vorsichtig gespannt bin auf die zehnte Staffel). Die Serie hat wirklich immer mal so ihre Längen und Strecken und guckt sich heute manchmal nicht mehr so gut, wie man es noch in Erinnerung hatte. Wir sind halt doch mittlerweile einfach anderes Geschichten-Erzählen gewohnt…

      Trotzdem muss ich gestehen, hat mir das erneute Gucken echt Spaß gemacht… und sei es auch nur, weil es mir gezeigt, wie oft ich von der Erinnerung her doch bei einigen Sachen daneben lag (da kommen wir dann vor allem drauf zu sprechen, wenn wir zum ersten Film kommen).

      Und ja, mit dem vielen Neuen was ständig nachkommt, werden so Rewatch-Geschichten auch immer schwerer und schwerer. Man will ja auch nichts von dem Neuen verpassen, während man noch in der Vergangenheit dümpelt.

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