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Camp Blutbad

30. November 2015

Kennt ihr das, wenn ihr einen Film schaut und ein bekanntes Gesicht taucht auf? Und das Problem ist, dass ihr partout nicht draufkommt, wer das ist? Im Kino nagt sowas immer extrem an mir und bringt mich nicht nur zur Verzweiflung, sondern auch dazu, dass ich die Hälfte des Films überlege, woher ich das Gesicht kenne. Dadurch geht dann eine Menge der Aufmerksamkeit von der eigentlichen Handlung ab. Was zusätzlich noch mal ärgerlich ist, weil man halt so viel vom Film an sich verpasst. Mit einer Person geht das noch, doch mit gleich mehreren wird’s zu einer echten Qual. Weswegen ich ehrlich gesagt Heidenfroh war, dass ich „The Final Girls“ in Ruhe zuhause gucken konnte. Dank Pause-Taste und Google konnte ich das Rätselraten mit den vielen bekannten Gesichtern hinter mich bringen und einen durchaus witzigen Film genießen.

In „The Final Girls“ geht es um die junge Max (Taissa Farmiga, die in der ersten Staffel von „American Horror Story“ mitspielte). Die verliert bei einem Autounfall ihre Mutter Amanda (Malin Akerman, Silk Spectre aus „Watchmen“). Mama Amanda wiederum war eine erfolglose Schauspielerin, die einen einzigen Hit hatte: den Horror-Slasher „Camp Bloodbath“. Drei Jahre nach ihrem Unfalltod wagt sich Max in ein Double-Feature zu „Camp Bloodbath“. Gemeinsam mit ihrer Freundin Gertie (Alia Shawkat, Maeby Fünke aus „Arrested Development“), Chris (Alexander Ludwig, den man vielleicht aus „Vikings“ oder „The Hunger Games“ kennt) und Chris’ Ex-Freundin Vicky (Nina Dobrev aus „Vampire Diaries“) geht Max ins Kino. Als es zu einem Brand kommt, wollen die Freunde durch die Leinwand flüchten – und landen mitten im Film selbst, wo sie dann auf die jüngere Variante ihrer Mutter trifft. (In „Camp Bloodbath“ findet sich dann auch noch Adam DeVine wieder, den man ja aus zahlreichen Serien kennt (unter anderem „Modern Family“).)

Das eine Mal im Ferien-Lager, als alle kreischten…

Aber damit genug… nicht, dass hier nachher noch jemand denkt, „The Final Girls“ würde nicht durch die Darsteller bestechen. Das macht der Film auf jeden Fall aber auch. Gerade Taissa Farmiga macht eine verdammt gute Rolle als trauriges, junges Mädchen, das den Tod der Mutter immer noch nicht verarbeitet hat. Dieses „erneute“ Zusammentreffen ist daher für sie auch nicht einfach, sorgt aber im Film für eine sehr schöne emotionale Schiene, die der Handlung echt gut tut. Denn nur nach und nach nähern sich Max und Amanda einander an.

Alle anderen Darsteller sorgen durch ihre gewollten Stereotypen für Schmunzler und auch einige Lacher. Natürlich spielt „The Final Girls“ gern und viel mit den Klischees der Slasher-Filme und so muss zum Beispiel alles dafür getan werden, dass die sexgeile Tina (Angela Trimbur) Hemd und Höschen anbehält… nun ja, bis zu dem Augenblick, wo man die Aufmerksamkeit des Killers braucht. Dabei setzt Regisseur Todd Strauss-Schulson natürlich voll darauf, dass seine Zuschauer den ein oder anderen Slasher-Film (oder Horror-Film im Allgemeinen) gesehen hat und wirft mit übertriebenen Charakteren nur so um sich. Besonders Adam DeVine hat sichtlich Spaß daran, den Jock zu spielen.

Das Schöne an „The Final Girls“ ist dann aber, wie die eigentlich echten Charaktere selbst nach und nach in die bestimmten Muster geschoben werden und am Ende handeln müssen, wie Charaktere im Film.

Wenn man sich „The Final Girls“ vorstellen möchte, dann denke man an eine Art Horror-Variante zu „Pleasantville“. Was ich nur ein wenig schade fand, ist die Tatsache, dass Strauss-Schulson nicht so ganz mit der Idee „Oh mein Gott, wir sind gerade in einem Film!!!!“ spielt. Anfangs schon, wenn die Gruppe zum Beispiel verpasst, in den Van zu steigen und dann knapp 90 Minuten warten muss, bis der Film von vorne losgeht. Oder wenn sie bei einem Flashback die Erzähler-Stimme aus dem Off hören und sich alles langsam in Schwarz-Weiß verwandelt oder sie über den Schriftzug springen müssen. Doch je mehr sich die Charakter an die „Realität“ des Films gewöhnen, desto mehr gerät sie in den Hintergrund und der Film „The Final Girls“ wird selbst zu einem normalen Slasher-Film. Hier wird viel Potenzial verschenkt, einfach noch mehr mit der Film-Realität und den Horror-Klischees zu spielen.

Trotzdem ist „The Final Girls“ eine äußerst witzige Horror-Komödie geworden, die vor allem durch die wirklich durch die Reihe weg stark besetzten Charaktere punktet.

Wertung: 7 von 10 Punkten (Serien-Stars im Meuchelfieber – unterhaltsam)

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