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Das Gras der gegenwärtigen Weihnacht

27. November 2015

Es weihnachtet so langsam. Also gut, es weihnachtet ja eigentlich schon seit Anfang September, aber jetzt ist es wirklich langsam so weit, dass man ein bisschen weihnachtlicher denken kann. Immerhin steht der erste Advent kurz bevor und damit die Zeit, wo ich wieder „It’s a wonderful life“ schauen und Tränen weinen werde – wie jedes Jahr zum ersten Advent. Es ist halt einfach immer noch einer der besten Weihnachtsfilme. Aber was macht einen Weihnachtsfilm zu einem guten Weihnachtsfilm? Hauptsache ist, es spielt an Weihnachten? Es gibt ein Weihnachtswunder – egal, in welcher Form? Wir lernen etwas über Nächstenliebe, Freundschaft und Familie? Jupp, irgendwie sowas. Wenn das gut gemischt ist, dann kann das gut funktionieren. „Stirb Langsam“ hat ja gezeigt, wie das geht 😀 Doch jetzt kommt ein „Weihnachtsfilm“ in die Kinos, der das auch schafft… nur würde man es ihm vielleicht nicht wirklich zutrauen.

Denn wenn man sich den Trailer zu „Die Highligen Drei Könige“ sieht erst einmal nicht wirklich danach aus, als wäre das ein ernstzunehmender Weihnachtsfilm. Schließlich sieht’s im Trailer so aus, als würden Seth Rogen, Joseph Gordon-Levitt und Anthony Mackie als beste Freunde einfach nur eine wilde Party mit Alkohol und Drogen zu Weihnachten feiern wollen. Doch tatsächlich steckt hinter der Geschichte der drei Freunde eine witzige Adaption von „Die Geister, die ich rief“ oder halt „Der Weihnachtsgeschichte“ selbst. Nur statt den Geistern der Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft rauchen die Drei auf ihrer Suche nach der ultimativen Weihnachtsparty Gras vom mysteriösen Mr. Green (Michael Shannon) und erfahren durch ihre Trips das wahre Geheimnis von Weihnachten.

Drei große kleine Jungs und ihre Geschenke

Okay, okay, es klingt immer noch nicht wirklich besser. Der deutsche Titel „Die Highligen Drei Könige“ hilft da auch nicht wirklich weiter. Denn auch wenn Seth Rogen als werdender Vater Isaac den halben Film den übelsten Trip hat, stehen die Drogen jetzt nicht wirklich im Vordergrund. Obwohl gerade Seth Rogen auf Drogen (kleiner Weihnachtsreim!) wirklich mal witzig ist… aber kommen wir mal weg von den Drogen.

Irgendwo hinter dem schrecklichen Wortspiel des deutschen Titels und der Angst vor einem dauerlachenden Seth Rogen steckt in „The Night Before“ (ein viel schönerer und passenderer Titel) wirklich eine amüsante Weihnachtsgeschichte. Die sich natürlich zum Ziel gesetzt hat, hauptsächlich die männliche Zuschauerschaft anzusprechen, diejenigen, die „Hangover“ mochten. Denn statt Weihnachtsschmalz gibt’s hier echte Männerprobleme – und eine Gruppe von Männer, die – entsprechend ihrer Natur – diese Probleme nicht ansprechen will. Gefühle zu zeigen wäre ja absolut fatal! Und welche Gruppe könnte das besser darstellen als ein werdender Vater, ein leicht egozentrischer Promi und ein Typ, der zu Weihnachten seine Eltern verlor und mit seinem Leben nicht klar kommt.

Mit Anthony Mackie, Joseph Gordon-Levitt und Seth Rogen liefert uns „Warm Bodies“-Regisseur Jonathan Levine ein sympathisches Trio, das man mit den erwähnten Problemen ganz gut nachvollziehen kann. Gordon-Levitt sorgt dabei für eine gewisse Erdung – denn Rogen hängt irgendwann in einem verrückten Trip ab und Mackie jagt verzweifelt seinem eigenen Ego hinterher. So gibt es drei verschiedene Handlungsstränge, die immer mal wieder für Abwechslung lenken. Levine gibt uns tatsächlich immer wieder eine gute Mischung aus Einzelepisoden und Sequenzen, in denen die Freunde zusammen sind. Und Gott sei Dank geht der Film nicht zu sehr in die schlüpfrige, Unter-die-Gürtel-Linie-Richtung. Gut, es wird auch ein bisschen gekotzt und es wird über Schwänze geredet, aber der Humor ist nicht so überaufdringlich – was vielleicht komisch klingt, wenn man über eine Komödie spricht, aber in „The Night Before“ passt es. So hält Levine dann auch immer schön die Balance zwischen Buddy-Komödie und Weihnachtsfilm mit „Botschaft“.

Auch wenn „Die Highligen Drei Könige“ jetzt sicherlich keiner dieser Weihnachtsfilme wird, die man jedes Jahr wieder gucken muss, ist es doch eine witzige Komödie geworden, bei der ich die ganze Zeit eigentlich nur daran denken musste, dass hier gerade Robin, Green Hornet und Falcon zusammen mit General Zod abhängen und dabei auch noch eine gute Zeit haben 😀 Weihnachten ist halt wirklich eine magische Zeit!!! 😀

Wertung: 7 von 10 Punkten (in diesem Sinne: Mögen die Weihnachtsspiele beginnen!!! Eine frohe Vorweihnachtszeit!!!)

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7 Kommentare leave one →
  1. 27. November 2015 16:08

    DAS überrascht mich jetzt aber wirklich! Für mich war das nämlich der schlechteste Film, den ich dieses Jahr im Kino gesehen habe. 😀
    Dementsprechend würde ich dir in fast allen Punkten widersprechen 😛
    https://magofilmtipps.wordpress.com/2015/11/26/filmkritik-die-highligen-drei-konige/

    • donpozuelo permalink*
      27. November 2015 16:15

      😀 Okay, muss ich mir gleich mal durchlesen… mich hat der unterhalten. Ich habe nichts erwartet – und war durchaus sehr erheitert!

  2. 3. Dezember 2015 22:47

    „Und Gott sei Dank geht der Film nicht zu sehr in die schlüpfrige, Unter-die-Gürtel-Linie-Richtung.“

    Äh. Wir sind ja nun meistens einer Meinung, aber … welchen Film hast du denn bitte gesehen?

    • 3. Dezember 2015 22:50

      Oder alternativ: Welches Gras hast du denn bitte vorher geraucht? 😉

      • donpozuelo permalink*
        4. Dezember 2015 10:03

        Nur das Zeug, das ich vor dem Kino bekommen habe… da waren auch noch so Kekse mit dabei und ein paar getrocknete Champignons. Die haben aber irgendwie komisch geschmeckt 😀

Trackbacks

  1. The Night Before (2015) | Illegitim.
  2. Daheim allein zur Weihnacht | Going To The Movies

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