Zum Inhalt springen

Eins, Zwei – Freddy kommt vorbei

6. November 2015

Ich habe wirklich nichts mit Halloween am Hut – was man wahrscheinlich auch unter anderem daran merkt, dass ich so spät nach Halloween noch mit Halloween anfange. Aber es gehört hier einfach zur Story mit dazu. Also: meiner einer steht nicht auf Halloween, ich verkleide mich nicht und ich mache auch nicht die Tür auf, wenn jemand klingelt. Ich gehe auch auf keine Halloween-Party oder irgendwie was. Doch in diesem Jahr war ich tatsächlich ein einziges Mal froh darüber, dass Halloween war. Denn so hatte ich nach dem tollen „Back to the Future“-Kino-Marathon am 21. Oktober noch einmal die Möglichkeit, einen richtigen Klassiker auf der großen Leinwand zu schauen.

Nun möchte man meinen, dass die Herrschaften einer großen Kino-Kette zu Halloween den Horror-Film zeigen würden, der auch schon das Wort „Halloween“ im Titel trägt. Pustekuchen! Statt John Carpenter gab’s Wes Craven, statt Michael Myers gab’s Freddy Krueger, statt „Halloween“ gab’s „A Nightmare on Elm Street“! Auch nicht schlecht…

Und wahrscheinlich muss ich hier nicht mehr viel zum Inhalt sagen: Freddy Krueger (Robert Englund) terrorisiert Teenagerin Nancy (Heather Langenkamp) und ihre Freunde Tina, Rod und Glen (ein Milchbubi Johnny Depp) in ihren Träumen und schlachtet sie nach… der verzweifelte Kampf gegen die Müdigkeit und gegen Freddy beginnt.

Schlafen in der Wanne ist wirklich nicht clever… wirklich nicht…

Ich bin ja echt für mehr Retrospektiven im Kino. Jetzt nicht nur von Horror-Filmen, sondern allgemein! Es ist einfach nochmal ein ganz anderes Gefühl, wenn man die Filme, die man eigentlich schon kennt, im Kino sieht. So eine Kinoleinwand macht halt doch vielmehr her als ein Fernseher – egal, wie groß der auch sein mag. Außerdem geht man dann halt noch einmal so richtig ins Kino – mit allem Drum und Dran. Das hat schon was, weswegen ich echt für mehr Retrospektiven im Kino wäre. Aber genug jetzt davon… kommen wir zu Freddy und Co. zurück.

Wes Craven erschaffte mit Freddy Krueger ja eine Ikone des Horror-Films, die allerdings im ersten Film noch gar nicht wirklich so sehr zur Geltung kommt. Sein erster Auftritt öffnete ihm ja den Weg zu zahlreichen weiteren Filmen, doch im ersten Alptraum bleibt er noch fast zurückhaltend. Das Augenmerk liegt nicht auf ihm, sondern auf den Teenagern. Was aber nicht heißen soll, dass Freddy nicht auch hier schon großartig ist. Im Gegenteil, „A Nightmare on Elm Street“ schafft es, Krueger auf der einen Seite zur absolut unheimlichen Bedrohungen werden zu lassen, auf der anderen Seite ist man auch extrem fasziniert von diesem Typen / Wesen / Monster. Denn lange lässt uns Craven darüber im Dunkeln, warum Freddy die Teenager jagt, wer er ist und wie er zu dem wurde, der er jetzt ist. Robert Englund verschafft diesem Freddy eine beeindruckende Aura, es ist eine Faszination, der man sich nicht entziehen kann…

… und die natürlich noch mehr dadurch verstärkt wird, wie Craven seinen Freddy morden lässt. Am beeindruckendsten finde ich ja nach wie vor das blutströmende Ende von Johnny Depp – wobei ich mich jedes Mal, wenn ich diese Szene sehe, frage, wieviel Blut in so einem kleinen Johnny drinsteckt. Aber Freddy ist halt nicht nur unheimlich (gut), sondern auch ein echter Künstler und Vorreiter in Sachen „Traum-Arbeit“. Freddy konnte „Inception“, lange bevor „Inception“ cool war.

Cool ist „A Nightmare on Elm Street“ auch, dass die schon angesprochene Story wirklich spannend ist. Dazu ist Cravens Film irgendwie auch immer ein bisschen Coming-Of-Age-Film, zumindest trägt er schon so ein paar Züge davon. Die Erwachsenen in diesem Film kannst du eigentlich immer in der Pfeife rauchen. Nancys Mutter ertränkt sich im Alkohol und ihr Vater ist quasi nie da. Rückhalt findet sie nur in ihrer kleinen Clique. So viel Hintergründiges hätte jetzt nicht einmal sein müssen, aber es ist doch schön, dass so ein Horror-Film auf unterschiedlichen Ebenen gut funktioniert.

Und so ging leider auch mein „Nightmare“-Abenteuer zu Ende. Es war toll, den Film im Kino zu sehen, weil es aber auch einfach ein verdammt cooler Film ist, der nichts von seiner Faszination verloren hat. Jetzt muss ich es nur mal schaffen, mir die restlichen Freddy-Filme auch noch anzuschauen – im Gegensatz zur „Hellraiser“-Reihe verspreche ich mir da dann doch ein bisschen längerfristigere Unterhaltung 😀

Wertung: 9 von 10 Punkten (eine Ikone findet ihren Anfang!!!! Großartig)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.

%d Bloggern gefällt das: