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Two Wild Nights

18. September 2015

Der gute Miles Teller kann einem schon ein bisschen leid tun. So talentiert und doch verschwinden seine interessantesten Filme immer in der Versenkung. In den „großen“ Filmen wie „Die Bestimmung“ versauert er in den Nebenrollen, aber wenn er selbst mal am Zug ist, merkt kaum jemand, dass es ihn überhaupt gibt – gut, da lassen wir mal „Whiplash“ außen vor oder auch „Fantastic Four“, der ja gerade fantastisch floppte. Miles Teller kann uns hierzulande sein Talent gar nicht richtig zeigen, werden die guten Sachen von ihm doch nie einer breiten Öffentlichkeit gezeigt. Selbst eine Shailene Woodley an seiner Seite konnte nicht dafür sorgen, dass sein „The Spectacular Now“ in die Kinos kommt. Und mit „Two Night Stand“ ergeht es ihm ähnlich.

In „Two Night Stand“ spielt Teller den jungen Alec, der sich auf einer Dating-Seite mit Megan (Analeigh Tipton) verabredet. Die will einfach nur ihren Ex-Verlobten vergessen und einmal wenigstens etwas Dummes tun. Und so passiert, was passiert: Alec und Megan haben einen One Night Stand und das war’s. Blöd nur, dass am nächsten Morgen ein riesiger Blizzard New York vollkommen dicht macht und Megan so dazu zwingt, bei Alec zu bleiben. Die anfängliche Abneigung sorgt dafür, dass sich die beiden mal so richtig aussprechen… und sich dabei natürlich näher kommen.

Guck nicht so…

Ja… ich kann einige von Euch schon förmlich gähnen sehen: „Was dreht der Don denn am Rad wegen einer einfachen, vorhersehbaren RomCom? Nur weil Miles Teller mitspielt??? So cool ist der Typ doch nun auch wieder nicht?“ Aber halt!!!! 1) Miles Teller ist ein cooler Typ und 2) ist „Two Night Stand“ jetzt wirklich keine einfache, abgedroschene RomCom. Also ja, es ist eine RomCom und es ist auch ziemlich eindeutig, wohin das alles am Ende führen wird. Aber nur weil man das Ziel kennt, weiß man ja noch lange nicht, wie der Weg wird. Und der ist in diesem Fall echt sehenswert.

Ich dachte anfangs auch erst, „Two Night Stand“ würde eine öde Romanze werden: sie lernen sich kennen, einer von beiden verliebt sich, der Ex taucht dann aber noch einmal auf, es wird alles furchtbar dramatisch und erst am Ende klappt es dann irgendwie doch noch mit der großen Liebe. Aber Pustekuchen… denn was ich wirklich nicht gedacht hätte, wird hier tatsächlich knallhart durchgezogen. Wir haben es mit einem Blizzard zu tun, der nicht so schnell weggeht und deswegen müssen Megan und Alec ziemlich lange zu zweit in seiner Wohnung hocken.

Was sich in „Two Night Stand“ also eigentlich entwickelt, ist ein einfaches Kammerspiel zwischen Miles Teller und Analeigh Tipton. Und hier hätte es natürlich für „Two Night Stand“ wirklich schwierig werden können, hängt so ein Kammerspiel doch im Wesentlichen von zwei Faktoren ab: zum einen von den Darstellern und zum anderen vom Drehbuch, von den Dialogen. Nun, zu Faktor 1 kann man nur sagen: Großartig!!! Teller und Tipton passen gut zusammen, die Chemie stimmt, wie man so schön sagt. Tipton spielt die leicht nervöse, leicht genervte und frustrierte Megan locker leicht und hat mit Teller einen guten Gegenspieler, der hier nonchalant, witzig und sehr sympathisch rüberkommt. Die beiden spielen sich hier gekonnt die Bälle zu und sorgen so dafür, dass ihre Gespräche über Liebe, Sex und was das Leben sonst noch so zu bieten hat, nie langweilig werden.

Womit wir dann bei Faktor 2 wären – dem Skript von Mark Hammer und der Regie von Max Nichols. „Two Night Stand“ ist witzig, wenn er witzig sein möchte, rührend und romantisch, wenn die richtige Zeit gekommen ist und auch dramatisch, wenn man es vielleicht am wenigstens erwartet (obwohl man es genau dann natürlich hätte erwarten müssen). Die Dialoge sind witzig-spritzig, wirken frisch, auch wenn sie sich natürlich letztendlich immer wieder um das gleiche Thema – nämlich Männer und Frauen – drehen. Vielleicht hätte dem Film an dieser Stelle ein bisschen mehr Tiefe gut getan, aber dann wäre das Ganze auch keine RomCom, sondern ein RomDram (gibt’s das so überhaupt?) geworden.

„Two Night Stand“ mag nach etwas klingen, an dem man(n) einen weiten Bogen machen würde, aber der Film ist dank seiner beiden Darsteller sympathisch und sehr unterhaltsam… und vergeht wie im Flug.

Wertung: 8 von 10 Punkten (der One Night Stand Film, der eigentlich gar keiner ist)

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2 Kommentare leave one →
  1. 18. September 2015 17:32

    Kann Miles Teller (nicht erst seit „Whiplash“) nicht leiden. Mach also doch einen Bogen um den 😀

    • donpozuelo permalink*
      19. September 2015 20:55

      😀 Ja, das ist dann wohl besser. Würde ja doch nicht gut gehen.

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