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There’s no place like home!

16. September 2015

Wenn ich an Sam Raimis Fantasy-Märchen „Die fantastische Welt von Oz“ denke, dann erinnere ich mich an einen Film, der mir durchaus gefallen hat, der mich von seiner Optik her begeistert hat und dessen Story und Darsteller mich schon gefesselt haben. Nun ernte ich wegen solcher Aussagen des Öfteren komische Blicke, fast so als würde ich etwas Böses tun, indem ich Sam Raimis Film mag.

Jetzt endlich habe ich getan, was getan werden musste und mir das Original / die Weiterführung von Raimis „Oz“ angeschaut… den echten „Zauberer von Oz“ also. Und jetzt endlich kann ich auch die komischen Blicke verstehen, denn so viel Mühe sich Raimi auch mit seinem Quasi-Prequel gegeben hat, an das Original kommt er einfach nicht ran.

Die Story dürfte ja eigentlich klar sein: Die kleine Dorothy (Judy Garland) wird mitsamt Haus und Hund Toto von einem Tornado durch die Luft ins magische Land Oz gewirbelt. Das herabstürzende Haus tötet dort die böse Hexe des Ostens, wofür Dorothy gefeiert wird und sich die magischen roten Schuhe der Hexe anziehen darf. Die will sich jedoch auch die böse Hexe des Westens (Margeret Hamilton) unter den Nagel reißen und macht deswegen Jagd auf Dorothy. Die wiederum folgt der gelben Steinstraße zur Smaragdstadt, um dort den mächtigen Zauberer von Oz zu bitten, sie wieder nach Kansas zu befördern. Auf ihrer Reise lernt sie die Vogelscheuche (Ray Bolger), den Zinn-Mann (Jack Haley) und den Löwen (Bert Lahr) kennen, die sie zum Zauberer begleiten.

Die merkwürdigste Boy-Girl-Band seit langem…

Wenn man dort, wo üblicherweise das Herz sein sollte, nur ein schwarzes Loch oder einen Klotz aus Metall und Stein hat, würde man über „Der Zauberer von Oz“ herzlich schmunzeln und sich darüber amüsieren, wie das alles aussieht. Man würde sich dann an jedem bemalten Studio-Hintergrund aufregen oder darüber, dass der Löwe wie ein alter Fliegenteppich aussieht… aber wer an ein Herz am richtigen Fleck hat, der wird sich sofort in diesen kunterbunten und liebenswerten Film verlieben.

Wie könnte man diesen Film auch nicht toll finden? Auch wenn die Effekte jetzt natürlich ganz und gar dem Jahr 1939 entsprechen, gehen sie doch perfekt mit der Geschichte Hand in Hand. Ich meine, selbst ich habe mich jetzt noch erschrocken, als das erste Mal die böse Hexe des Westens inmitten von rotem Rauch auftauchte und gräßlich schauerlich Dorothy angiftete.

Vom Winde verweht“-Regisseur Victor Fleming (auch hier ist er eigentlich wieder nur einer von vielen Regisseuren) inszeniert dieses Märchen-Musical mit viel Gefühl, viel Liebe für selbst die kleinsten Details und bringt so L. Frank Baums Kinderbuch wunderschön auf die Leinwand. Dieser Film zieht einen sofort in seinen Bann, denn hinter jeder Ecke erwartet man etwas Neues und Aufregendes. Letztendlich schafft es der Film, seinen Zuschauer wirklich in die Position von Dorothy zu bringen und ihn genau wie sie mit großen Kinderaugen durch diese Welt zu führen, die voller Wunder steckt. Ob nun sprechende Vogelscheuchen, sprechende Bäume, fliegende Affen oder (mein Lieblingsdetail des Films) ein Pferd, das ständig seine Farbe verändert – dieser Film ist so zauberhaft, wie man es sich nur vorstellen kann.

Doch so schön diese Welt auch ist, wäre sie trotzdem ziemlich langweilig, wenn es nicht die Darsteller geben würde, die sie belebt. Judy Garland ist wirklich einfach nur großartig als Dorothy. Da passt auch wirklich alles perfekt zusammen… wenn sie „Somewhere Over The Rainbow“ anstimmt, dann spürt man förmlich diese Sehnsucht… und wenn sie dann in Oz ist, wird sie zu einer überzeugenden kleinen Heldin, die mit viel Charme durch ihre Abenteuer zieht.

Allerdings ist Garland ja nicht die einzige in „Der Zauberer von Oz“ – auch ihre drei Gefährten sind spitze, wobei mich dann doch Vogelscheuche Ray Bolger am meisten beeindruckt hat, schafft er es doch wirklich, mich glauben zu lassen, er bestünde nur aus Stroh. So oft wie der Mann hinfällt und im selben Augenblick wieder aufspringt… bewundernswert.

Was kann man noch sagen? Natürlich muss man die Musik loben, die Songs und das ganze musikalische Drumherum. Ich bin ja jetzt nicht der größte Musical-Fan, aber „Der Zauberer von Oz“ macht Spaß. Zugegeben empfand ich den Munchkin-Song über die Freude am Tod der Hexe etwas zu lang, aber ansonsten ist „Der Zauberer von Oz“ ein Musical voller Ohrwürmer, die man auch danach noch gut mitsummen kann….

Alles in allem ist der Film ein wunderschöner Klassiker, vor dem ich mich (aus welchen Gründen auch immer) viel zu lange gedrückt habe und den ich dafür jetzt in die Liste der Filme mitaufnehmen werde, die mit Sicherheit religiös wenigstens einmal im Jahr geschaut werden.

Wertung: 10 von 10 Punkten (I’m off to see the wizard…)

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5 Kommentare leave one →
  1. 16. September 2015 08:44

    Der Film gilt zu Recht als absoluter Klassiker. Habe den vor einigen Jahren auch mal wieder gesehen, nachdem ich mich quasi an nichts mehr von meiner letzten Sichtung als Kind erinern konnte, und der Film hat mich sofort wieder in seinen Bann gezogen. Und das gelingt heute nur noch selten.

    • donpozuelo permalink*
      17. September 2015 09:39

      Absolut… der Film ist wunderbar gealtert und einfach nur spitze. Ich habe ihn ja jetzt wirklich zum ersten Mal gesehen und dachte, die Schwarz-Weiß-wird-zu-Farbe-Sache hätte sich Raimi ausgedacht… aber denkste!!!! Sehr, sehr toller Film, den ich ab jetzt sicherlich regelmäßig schauen werde.

  2. 16. September 2015 20:53

    Oh ja, den Film liebe ich auch sehr. Ganz großes Kino, was man vom Nachfolger leider nicht behaupten kann.

    • donpozuelo permalink*
      17. September 2015 09:39

      Mittlerweile kann ich dem nur zustimmen. Ich mag den Nachfolger zwar trotzdem noch, aber an die Klasse und Größe des Originals reicht er einfach nicht ran.

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