Skip to content

Das Ende der Gemeinde?

4. September 2015

„Six seasons and a movie“ – immerhin hat „Community“ es knapp bis zur sechsten Staffel geschafft, bleibt also nur die Frage, wo unser Film bleibt. Obwohl man sich ja eh fragen muss, ob man diesen Film noch braucht. In den ersten paar Staffeln konnte ich mir das noch gut vorstellen… aber jetzt???

Doch in Ruhe und ganz von vorn: „Community“ hatte ja seit der dritten Staffel das Problem, dass ständig Leute ausstiegen. Erst wurde Dan Harmon, Serienschöpfer, gegangen, danach ging Chevy Chase. Darunter litt dann auch ein bisschen die Qualität der vierten Staffel, die zwar damit endete, dass Dan Harmon für die fünfte wieder an Bord geholt wurde, nur ging dann noch ein weiteres „Community“-Mitglied: nämlich Donald Glover a.k.a. Troy, womit das wunderbare Duo Troy und Abed (Danny Pudi) zerstört wurde. Nach all diesem Hin und Her wurde die Serie dann komplett abgesetzt… nur um von Yahoo gerettet zu werden.

Und so durften wir Season 6 doch noch erleben: Wieder einmal kehren wir nach Greendale zurück, wo ein gelangweilter Jeff Winger (Joel McHale) ja mittlerweile Recht unterrichtet und mit Annie (Alison Brie), Britta (Gillian Jacobs) und Abed immer noch ihre Sitzungen in dem Raum abhalten, in dem alles anfing. Neu an ihrer Seite ist die taffe Frankie (Paget Brewster), die dem Dean (Jim Rash) bei allen finanziellen Entscheidungen auf die Finger haut, um so dafür zu sorgen, dass es Greendale auch noch länger gibt. Zweiter Neuzugang für Staffel Sechs ist IT-Mensch und Virtual-Reality-Erfinder Elroy (Keith David).

Sind wir nicht alle ein bisschen skeptisch???

Also bekommen wir statt einem jungen, witzigen Afro-Amerikaner jetzt einen alten, grummeligen Afro-Amerikaner (Elroy), der ein bisschen Troy und Pierce (Chevy Chases Charakter in den ersten Staffeln) zugleich ist. Und mit Frankie bekommen wir eine neue taffe Dame, die im Gegensatz zu den anderen Damen der „Community“ mehr geerdet zu sein scheint. Sie wird quasi zu Jiminy Cricket – dem wandelnden Gewissen der Gruppe, die Stimme der Vernunft.

Ich gebe zu, mit Frankie hatte ich anfangs so meine Schwierigkeiten, aber mit der Zeit habe ich mich gut an sie gewöhnt, weil sie tatsächlich ganz gut in die Gruppe integriert wurde. Sie war jetzt mal kein Love-Interest für Jeff, sie war jetzt nicht labil oder irgendwie gestört, wie alle anderen. Sie ist halt wirklich die Normalste… und ein bisschen Normalität hat „Community“ dann vielleicht auch gebraucht.

Mit Elroy dagegen wurde ich nie so ganz warm… was vielleicht daran lag, dass seine Rolle zu sehr an Abed aneckte oder irgendwas… ich weiß es nicht. Dafür war seine Einführungsfolge mit dem Dean in der virtuellen Realität schon ziemlich witzig.

Insgesamt war Staffel 6 okay… die Erwartungen sind ja mittlerweile eh ein bisschen gesunken, aber mal ehrlich: So wirklich kann man die Vergleiche zu den Anfängen jetzt auch nicht mehr ziehen. Dafür hat sich die Serie halt doch zu stark verändert. Das ist nun mal so, wenn wichtige Charaktere gehen – „Akte X“ war ohne einen Fox Mulder ja in den letzten zwei Staffeln auch nicht mehr das, was es mal war. Und so schleppt sich halt auch ein „Community“ mal besser, mal schlechter durch seine Staffeln.

Staffel 6 hat mich jetzt nicht übermäßig zum Lachen gebracht, aber mich jetzt auch nicht extrem verärgert. Es war halt okay… es war nett, dass sie noch einmal eine Paint-Ball-Folge hatten; es war nett, dass man zumindest Shirley (Yvette Nicole Brown) noch einmal gesehen hat; es war nett, Abschied zu nehmen… und irgendwie wünsche ich mir, dass es wirklich ein Abschied war, damit ich „Community“ wenigstens wirklich noch gut in Erinnerung behalten kann. Und irgendwie war ja auch das Finale (übrigens eine der besten Folgen der gesamten Staffel, die auch sehr an die Meta-Folgen der ersten Staffeln erinnert hat) ein rundes Ding, mit dem man auch als Serien-Finale an sich zufrieden sein könnte…

Aber Abschied passt ja auch nicht… schließlich warten noch „Community – The Movie“ auf uns… doch will man das noch sehen??? Nach Staffel 3 hätte ich noch lauthals „Ja“ geschrieen, mittlerweile bin ich skeptischer… naja… abwarten, was da noch kommt.

Wertung: 6 von 10 Punkten (six seasons! We did it!!!)

Advertisements
11 Kommentare leave one →
  1. 4. September 2015 09:41

    Ich war ja eigentlich eh immer gegen einen Film, deshalb kann ich da auch jetzt drauf verzichten. Fand Staffel 6 aber an sich ganz gut, zumindest nach dem etwas plätschernden Start. Aber wegen mir darfs das jetzt auch gewesen sein. Das Staffelfinale würde auch als Serienfinale gut zu Community passen. Ich würde es zwar schon etwas vermissen, aber an die Hochzeiten käme man eh nie wieder ran, deshalb wäre es zu verschmerzen.

    • donpozuelo permalink*
      4. September 2015 11:26

      Anfangs fand ich die Idee von einem Film noch ziemlich cool, aber mittlerweile ist die Community halt nicht mehr die vom Anfang… und deswegen finde ich das Finale der sechsten Staffel eigentlich auch okay so, wie es ist… und das würde für mich auch als Serienfinale reichen. Aber wer weiß, was da noch kommt.

  2. 4. September 2015 18:41

    Sowas, mal etwas, dass ich besser bewertet hab (außer Terrence Malick-Filme) als du 🙂 Ich fand die 6. Staffel nicht wirklich so viel schlechter als Staffel 4 oder 1, das beste Jahr war natürlich das 5. und nach gutem Start baut Season 6 sicherlich etwas ab, aber dennoch besser als das meiste andere was derzeit im TV läuft für meinen Geschmack.

    • donpozuelo permalink*
      4. September 2015 18:59

      Oh… du fandest Staffel 5 echt am besten?!?!??? Krass, ich glaube, bei mir ist es Staffel 2 oder 3. Kann mich da immer nicht so entscheiden. Es ist aber auf jeden Fall mal was anderes im TV, obwohl es ja in unserem TV auch nicht so besonders präsent.

      • 5. September 2015 10:08

        Ich mag eben besonders die Konzept-Folgen, wenn alle am Rad drehen und sich in ihrer Fantasie verlieren. Und da hatte Staffel 5 eigentlich am meisten von.

        • donpozuelo permalink*
          5. September 2015 13:28

          Stimmt, die Folgen sind wirklich gut.

  3. 9. September 2015 17:49

    Hm. Nö. Beste Season nach der zweiten.

    • donpozuelo permalink*
      13. September 2015 20:42

      Wirklich??? Mir fehlte da einfach was…

      • 14. September 2015 22:51

        Nur was? Ich hatte spätestens ab Folge 3 das Gefühl, mit dem Wechsel zu Yahoo konnte Harmon sich endlich von allen Erwartungen freimachen und einfach den Blödsinn schreiben, den er schreiben wollte. Die ganze Staffel hat etwas absolut Ungefiltertes, Pures an sich, nachdem die beiden Jahre davor immer etwas gehemmt wirkten, als wolle man verzweifelt versuchen, im SitCom-Format etwas zu fabrizieren, das zu diesem Format einfach nicht passt. Da hatte Season 2 die Messlatte einfach zu hoch gehängt, und erst mit der finalen Staffel konnte die Serie sich davon wirklich freimachen und wieder mit den Charakteren und Storylines experimentieren.

        • donpozuelo permalink*
          15. September 2015 09:12

          Gut, die Messlatte war wirklich enorm hoch. Das stimmt schon und vielleicht sind auch deswegen meine Erwartungen so hoch… aber mir fehlt einfach die Original-Besetzung. Die hat für mich am besten funktioniert.

Trackbacks

  1. Wubba Lubba Dub Dub | Going To The Movies

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: