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24. August 2015

Gibt es eigentlich wirklich gute Videospielverfilmungen? Wenn ich so darüber nachdenke, fallen mir nicht wirklich welche ein. Die „Resident Evil“-Reihe ist zwar erfolgreich, aber mit den Spielen an sich hat sie nicht wirklich was zu tun. „Tomb Raider“ war auch nur so halbherzig und deswegen auch nie wirklich gut. Von „Need for Speed“ brauchen wir gar nicht erst sprechen. Aber da stellt sich doch die Frage, woran das liegt? Warum können Spiele, die uns fesseln, nie so wirklich filmisch umgesetzt werden? Ein Film kann zwar die Atmosphäre einfangen (bestes Beispiel ist für mich immer noch der erste „Silent Hill“-Film), aber das war’s dann auch schon.

Schließlich muss sich der Film seinen eigenen Gesetzmäßigkeiten unterwerfen… und die unterscheiden sich nun einmal stark vom Spiel. Und was wohl als größtes Problem offensichtlich im Raum steht: Beim Film kann ich nur passiv zuschauen, beim Spiel bin ich aktiv involviert. Als bloßer Beobachter kann es dann schon sein, dass mich die Handlung nicht so fesselt wie als Spieler.

Und so werden wir uns wohl damit abfinden müssen, dass wir an den meisten Video-Spielverfilmungen immer etwas zu meckern haben werden (vor allem, wenn wir Fan des Spiels sind). Schließlich ist es so einfach nicht das Gleiche. Aber wieso fasele ich jetzt so viel über Video-Spiele und Filme? Nun, weil ich möglicherweise den bislang witzigsten Film gesehen habe, der sich dem Thema Video-Spiel wirklich voll unterworfen hat.

„FPS – First Person Shooter“ von Andreas Tom hat es erfolgreich geschafft, einen Film zu drehen, der sich nicht nur anfühlt wie ein First-Person-Shooter, sondern auch wirklich so aussieht. Als namenloser Held rennt man als Zuschauer durch eine von Zombies verseuchte Klinik, um seine schwangere Frau Linda zu retten. So simpel ist das Ganze… so ein Shooter braucht ja auch wirklich keine große Story. Ein paar Hintergrund-Notizen und los geht’s.

No horror game without an evil clown…

Dafür das „FPS“ jetzt nicht unbedingt aussieht wie eine fette Produktion, haben sich Filmemacher Tom und sein Team verdammt viel Mühe gegeben, alles so videospiel-echt wie möglich aussehen zu lassen. Der ganze Film fühlt sich dann wirklich auch so an, als würde man jemandem dabei zusehen, wie er einen alten Shooter spielt.. Es beginnt stilecht mit einer witzigen 8-bit-Einleitung und geht danach in Ego-Perspektive weiter.

Dabei dürfen wir unserem Helden dann in bester „Duke Nukem“-Version dabei zuhören, wie er dumme Sprüche reißt, sich über plötzlich daliegende Waffen freut oder fröhlich summend am Klo steht.

Dazu kann ich dann auch jedem nur empfehlen, den Film auf Englisch zu gucken, denn die Nachsynchronisierung ist wirklich sehr gelungen und trägt zusätzlich noch zum Nostalgie-Faktor bei. Denn „FPS“ versetzt einen wirklich zurück in die Zeiten der alten Shooter-Klassiker wie „Doom“ (vor dem sich „FPS“ in einer kleinen amüsanten Szene dann besonders verneigt), dem bereits angesprochenen „Duke Nukem“ (vor allem wegen der „dummen“ Sprüche) und all den anderen Ego-Shooter-Klassikern.

Mit dem Setting, einem alten Krankenhaus und einer Mine, hat sich Andreas Tom zudem auch wirklich selbst einen Gefallen getan, spielen die langen Gänge doch perfekt dem Thema Ego-Shooter zu.

Ein kleines Manko hatte „FPS“ dann aber doch für mich… ich empfand ihn trotz seiner recht kurzen Laufzeit von gerade mal knapp einer Stunde und zehn Minuten zu lang. Vielleicht liegt es daran, dass man halt nur zugucken kann, wo man doch so gerne selber spielen würde (ein Gefühl, dass der Film so guckt erweckt, dass man dem Regisseur nur gratulieren kann). Vielleicht lag es auch daran, dass der Film gerade zu Beginn nicht besonders viel Abwechslung bietet (was die alten Shooter zwar auch nie getan haben, aber da bin ich es ja immer noch gewesen, der durch die Gänge gerannt ist).

Egal aber, was man nun vielleicht bemängelt oder nicht, „FPS“ ist ein witziger, kleiner Trash-Film geworden, der sein Videospiel-Thema perfekt einfängt, die alten Klassiker huldigt und gerade für Gamer sehr viel Spaß macht.

Wertung: 7 von 10 Punkten (das Spiel zum Film wäre jetzt noch interessant 😀 )

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3 Kommentare leave one →
  1. 24. August 2015 11:01

    Davon habe ich auch schon gehört und ich stelle mir einfach die Frage: Wer zur Hölle braucht diesen Film? Klar, als Spiel mag ja diese Egoperspektive funktionieren (auch wenn ich FPS ausnahmslos extrem langweilig finde), aber als Film ist das doch totaler Quatsch. Muss man wohl einfach als Fanprojekt abstempeln.

    • donpozuelo permalink*
      24. August 2015 15:05

      Absolut! Kein Mensch braucht den Film, aber dann wiederum könnte man das über so viele Filme sagen. Es ist halt wirklich ein Fan-Projekt, dass einfach mal damit herumexperimentiert. Da hätte man noch vieles besser machen können, aber es ist auf jeden Fall irgendwie witzig. Trashig, aber auch witzig.

      • 24. August 2015 20:44

        Ja klar, kann man mal machen. Aber die Egoperspektive bietet dich als erzählerisches Mittel ja nun nicht an. Auch wenn das in diesem Streifen natürlich keine Rolle spielen wird.

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