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Toodeloo

21. August 2015

Erinnert sich eigentlich noch irgend jemand an Katie Holmes? Zumindest als Katie Holmes, die Schauspielerin? An Katie Holmes, die Frau, die Tom Cruise heiratete, der Scientology beitrat, Cruise ein Kind in bester Scientologen-Manier gebar, um sich dann später doch von ihm scheiden zu lassen, weil er ihr einfach zu viel vorschrieb – an diese Katie Holmes erinnert man sich wahrscheinlich sehr viel eher als an Katie Holmes, die Schauspielerin. Doch wiederum muss man sich die Frage stellen, was Katie Holmes, die Schauspielerin, filmisch zu bieten hatte? Auch nicht viel… außer „Dawson’s Creek“, meine ich. Vielleicht, wenn sie Tom Cruise nicht geheiratet hätte, hätte sie nach ihrer Rolle als April in „Batman Begins“ auch noch in „The Dark Knight“ mitgespielt, aber da wurde sie dann einfach durch Maggie Gyllenhaal ersetzt und fertig war’s. Danach war’s auch erst einmal wieder sehr still… und jetzt ist die gute Katie wieder da. Mit Hauptrolle und allem Drum und Dran.

In „Miss Meadows“ spielt Holmes die Grundschullehrerin Miss Meadows – eine süße, nette Persönlichkeit, die aus dem amerikanischen Fernsehserien der 50 Jahre zu kommen scheint. Immer freundlich, immer nett, immer steppend unterwergs… aber wehe, es gibt jemanden, der sich nicht an die Regeln hält und etwas Schlimmes tut. Den tötet Miss Meadows dann auch mal eben schnell mit der kleinen Pistole in ihrem Täschchen. Und so könnte Miss Meadows ihr Leben als Lehrerin / Verbrechensbekämpferin auch fröhlich weiterleben, wäre da nicht der Sheriff (James Badge Dale) wäre, der nicht nur ein Auge auf Miss Meadows geworfen hat, sondern auch noch hinter ihr Geheimnis zu kommen scheint.

Sowas passiert also, wenn man in Dawson’s Creek aufwächst…

„Miss Meadows“ klingt so auf dem Papier nach jeder Menge Spaß. Und auch wenn man sich den Trailer anschaut, möchte man meinen, es erwartet einen ein herrlich schräger Rache-Thriller, in dem eine Disney-Prinzessin zur Waffe greift und böse Buben erledigt. Und leider, leider umarmt Regisseurin Karen Leigh Hopkins dieses herrlich absurde Konzept nie komplett. Die Szenen, in denen dieses kleine, zarte Wesen die großen, bösen Buben erst anschreit, dann ihre Mini-Knarre zieht, um dann ihre Selbstjustiz durchzuführen, sind wirklich große Klasse. Nur leider gibt’s davon genau drei Stück. Statt Rache-Film mit einer etwas ungewöhnlichen Heldin artet „Miss Meadows“ in eine Mischung aus merkwürdiger Liebegeschichte und Drama aus.

Denn das nette Persönchen, das alle mit „Toodeloo“ verabschiedet und eigentlich so nett erscheint, hat eine tragisch-traurige Geschichte, die uns erst im Laufe des Films offenbart wird… ein Geheimnis, dass irgendwie keins ist, weil man es schon in den ersten kurzen Schwarz-Weiß-Blenden erahnen kann. Auch hier hätte man entweder ein bisschen mehr Kreativität spielen lassen können (zumal dieses Hintergrundwissen noch lange nicht klar macht, wie Miss Meadows zu dieser mordenden Miss Meadows wurde) oder man hätte es einfach ganz weglassen können.

Katie Holmes als mordende Lehrerin hätte ja an sich schon gereicht. Zumal Katie Holmes wirklich gut in die Rolle passt. Ein bisschen verrückt, zuckersüß und halt, als wäre sie aus den 50er Jahren. Eine Frau mit Prinzipien, eine Frau mit etwas verqueren Vorstellungen und eine, wenn es sein muss, eiskalte Frau… daraus hätte man echt was richtig Geiles machen können. Leider ist nicht so wirklich was draus geworden.

Der Film plätschert halt so nett vor sich hin, beschäftigt sich dann halt mehr mit der Beziehung zwischen Meadows und dem Sheriff – und das war’s. Vielleicht hätte man eine Geschichte wie diese einem Tarantino vorlegen müssen. Das hier hätte seine zweite Braut sein können, die sich fröhlich um böse Buben kümmert.

Wertung: 6 von 10 Punkten (Katie Holmes als Disney-Prinzessin mit Knarre – nett, mehr aber auch nicht)

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