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Nichts ist unmöglich

14. August 2015

Das galt früher für Toyota und gilt heute immer noch für Tom Cruise. Denn egal, wie impossible seine Missionen auch immer sind, seit 1996 findet der gute Mann einen Weg das Unmögliche möglich zu machen. Was vielleicht daran liegen könnte, dass Tom Cruise unzerstörbar ist? Und ich meine das im wahrsten Sinne des Wortes! Merkwürdige Ausraster bei Oprah über die Liebe zu Katie Holmes haben ihm nicht sonderlich geschadet, sein Scientology-Dasein hat der Karriere auch nicht geschadet und dass er in jedem Film seine eigenen Stunts macht, tut ihm auch nicht weiter weh. Die eigenen Stunts durchzuführen und unkaputtbar zu sein, ist seit Beginn der Mission-Impossible-Reihe ja auch der Cruise’sche Touch. Und auch in „Mission Impossible: Rogue Nation“ punktet Cruise wieder mit extremem Körper-Einsatz. Er klammert sich an ein Flugzeug, hält ewig lange die Luft an und rast mit Auto und Motorrad durch Casablanca.

Für Action satt ist also auch im fünften Teil gesorgt, aber kann die Reihe eigentlich noch überzeugen? Denn im Endeffekt ist die Story einmal mehr die gleiche wie aus den vorherigen Filmen: Ethan Hunt (Cruise) jagt mal wieder einer Liste hinterher, die superschwer zu finden ist. Da seine Organisation, die IMF, mittlerweile aber geschlossen wurde, muss er auf eigene Faust arbeiten. Und seine Arbeit offenbart einmal mehr, dass es das Syndikat (das uns ja schon im vierten Teil vorgestellt wurde) wirklich existiert – nur sind die Ausmaße riesig und die Möglichkeiten dieser „Rogue Nation“, die Welt zu zerstören, sind endlos.

Too furious and way too fast…

Der All-American-Bond ist also wieder einmal unterwegs. Und genau wie Bond tut er das Gleiche, was er immer tut. Und genau wie bei Bond funktioniert es auch im fünften Teil eigentlich ziemlich gut. Was vielleicht daran liegt, dass man das Bond-Rezept jetzt noch ein bisschen fester verfolgt als noch zu Beginn der Reihe. Denn im Endeffekt besteht die „Mission: Impossible“-Reihe und ganz besonders Teil 5 wieder aus drei Hauptelementen: Action, Gadgets und Tom Cruise.

Dass die Geschichte jetzt nicht besonders ausgefeilt ist, macht den Film an sich nicht schlechter. Das übliche Spiel „Wer hintergeht wen warum?“ funktioniert nach wie vor ziemlich gut, was vor allem daran liegt, dass die drei Elemente gut zusammenspielen.

Die Action ist in „Rogue Nation“ im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend: Tom Cruise, der sich an ein Flugzeug klammert, ist schon beeindruckend anzuschauen. Da pfeift der Wind wie verrückt, und mit jeder Sekunde erwartet man, dass der gute Tom gleich den Abflug macht. Doch bleibt diese Szene nur eine recht kurze…

Das eigentliche Highlight an Action in „Rogue Nation“ ist eine Verfolgungsjagd quer durch Casablanca, bei der sich selbst die „Fast and Furious“-Reihe eine Scheibe abschneiden könnte. Ob nun im BMW oder auf dem Motorrad (natürlich muss Tom Cruise ein Motorrad fahren – es wäre kein Cruise-Film ohne eine Motorrad-Szene!!!), das geht wirklich ab. Die Kamera schießt hier über den Asphalt, durch enge Straßen, an Autos und Lastwagen vorbei – das ist aufregend und grandios gut inszeniert.

Faktor Nummer 2 – die Gadgets – sind auch in „Rogue Nation“ wieder ziemlich cool und dürften Mr. Bond und seine Q-Abteilung schon ein bisschen neidisch machen. Zumal, was ich mittlerweile ziemlich witzig finde, ist die Tatsache, dass uns hier niemand mehr das Zeug erklärt. Dass Hunt und sein Team einfach mit geilem Scheiß ausgestattet sind, muss man einfach so hinnehmen. Fertig, aus, Feierabend!!! Für lange Erklärungen ist keine Zeit mehr – ist aber auch nicht nötig, wird der ganze Technik-Schnickschnack doch einmal mehr gut in die Story um Hunt integriert.

Womit wir dann bei Tom Cruise selbst wären – unserem US-Bond, unserem Superman mit dem netten Lächeln. Ich mag ihn ja… und die Rolle des Ethan Hunt passt perfekt zu ihm. Aber es ist echt immer zu geil, dass Hunt aus den schlimmsten Unfällen ohne einen Kratzer davon kommt… selbst ein James Bond hat zwischendurch mal wenigstens einen kaputten Anzug oder sowas… aber gut…

Besonders lobenswert an „Rogue Nation“ sind zwei Dinge, die der Reihe wirklich gut getan haben – und ich rede nicht davon, dass Jeremy Renner und Simon Pegg weiter ausgebaut wurden (das ist natürlich auch cool!). „Jack Reacher“-Regisseur Christopher McQuarrie gelingt es, mit Sean Harris endlich mal einen Bösewicht auf die Leinwand zu bringen, der wirklich gut ist – und creepy!!!

Aber der eigentliche Hauptgewinn für den Film ist die gute Rebecca Ferguson – mal kein blosser Love Interest für Cruise, sondern eine herrlich undurchsichtige und starke Frauen-Figur, die Hunt und seinem Team fast die Show spielt, weil sie so viel interessanter ist als die ewig gleichen Gesichtern.

Unpraktisch, das Kleid, aber nett anzuschauen…

„Rogue Nation“ macht Laune, bietet gute Action und einmal mehr eine leichte Abwandlung der ewig gleichen Story – aber was für den britischen Geheimagenten funktioniert, kann ja auch für den amerikanischen funktionieren. Bleibt jetzt nur noch die Frage zu klären, mit was für einem unglaublichen Stunt uns Tom Cruise in Teil 6 beeindrucken will? Vielleicht ein Sprung von der ISS in den Pazifik, wo er neben seiner Yacht im Wasser landet, um damit in zwei Stunden in Paris zu sein? Klingt unmöglich, aber für Tom Cruise sicherlich machbar…

Wertung: 8 von 10 Punkten

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13 Kommentare leave one →
  1. 14. August 2015 08:20

    Gleichzeitig gepostet und gleiche Punktzahl. Ich denke, wir haben uns das Wochenende verdient. 😉

    Ich fand Harris nicht so stark, um ehrlich zu sein. Er war mir zu wenig eine physische Bedrohung und war ein ziemlicher Moriarty-Abklatsch (selbst die Methode mit der Bombe und dem Earpiece kam mir bekannt vor). Aber der Film macht Spass und das ist alles was bei M:I für mich zählt.

    • donpozuelo permalink*
      14. August 2015 08:50

      Yeah, groovy!!! Wochenende!!! 😀

      Anfangs mochte ich Harris irgendwie auch nicht, aber so von alle M:I-Schurken gehört er für mich definitiv zu den Favoriten. Aber du hast Recht… letztendlich geht’s um den Spaß am Gucken und den hatte man bei diesem Film wirklich.

  2. 14. August 2015 14:45

    Ganz genau so sieht es aus! Der Flugzeugstunt wurde ja schon fast zur Pillepalle degradiert, als sie alle durch die Stadt und dann diese geile Landschaft rasen.
    Harris fand ich ebenfalls cool, auch wenn ich teils das Gefühl hatte, er würde gleich einer Asthmaattacke erliegen, so unheimlich wie er teils gesprochen hat…
    Alles in allem macht der Film einfach Spaß, solange man nicht zu analytisch rangeht. Aber das muss ja auch nicht immer sein. Auf den Stunt für den nächsten Teil bin ich auch schon gespannt. Deine Idee befindet sich ja größtenteils im Rahmen des möglichen, wie Felix Baumgartner einst bewies. Dann wird es eben „nur“ ein aufsteigender Satellit oder so. 😀

    • donpozuelo permalink*
      15. August 2015 11:18

      😀 Ja, das mit der Asthma-Attacke habe ich mir bei Harris auch öfter mal gedacht. Und das sie so einen geilen Stunt, wie die Geschichte am Flugzeug so runterspielen, fand ich auch echt schade. Ich hatte echt gehofft, da kommt noch ein bisschen mehr. Aber gut, dafür entschädigte die Fahrt durch Casablanca.

      Ich bin auch sehr gespannt, was sie sich für den nächsten Teil an Stunts ausdenken… entweder den Satelliten oder Tom Cruise macht Free-Diving bis auf den Grund des Mariannen-Grabens 😀

      • 15. August 2015 20:41

        Wie schriebst du so schön? „Alles ist möglich“. Und hier wird selbst das Unmögliche möglich gemacht. Also mal sehen. 😀

  3. 17. August 2015 22:18

    Jetzt wo du es sagst, finde ich eigentlich alle MI-Bösewichte ziemlich blass. Philip Seymour Hofman (war jetzt unter Garantie falsch geschrieben) hat bei mir glaube ich am meisten Eindruck hinterlassen. An die aus Teil 1 und 2 erinnere ich mich nicht mehr und den Nyquist haben sie in Teil 4 relativ verheizt, finde ich. Hat ja auch kaum Redeanteile gehabt… . Eine ziemlich böse Mission, aber kaum was gesagt. Und Sean Harris hat für mich auch nicht besonders herausgestochen. Wahrscheinlich bin ich die Bond-Bösewichte gewöhnt, von denen ja schon viele eine echte Nr sind. V.A. an Exzentrik…

    Und ansonsten: Ha! Du hast es gesagt! Es ist wie der 4. Teil! Endlich sagts noch jemand! Ich hab schon fast selber nicht mehr drangeglaubt, obwohl ichs niedergeschrieben hab. XD

    • donpozuelo permalink*
      18. August 2015 10:39

      Nennen wir ihn einfach PSH 😀 Ja, ihn fand ich leider auch nicht sooo toll, wie man sich das vielleicht hätte vorgestellt hätte – vor allem, weil es eben PSH gewesen ist. Ja, der Typ aus Teil 2 ist mir auch komplett aus Gedächtnis entflohen. Aber letztendlich geht’s ja auch nicht wirklich um die Schurken. Die sind doch auch nur Mittel zum Zweck – und jener Zweck ist, Superman Tom Cruise loszulassen.

      Und HA! Jupp… es ist wirklich wie Teil 4. Ist ja meiner Meinung nach auch dieses Mal eine Weiterführung der Story… wahrscheinlich werden sie sich ab jetzt nur noch auf diese Syndikat-Geschichte stürzen und da immer mal wieder einen bösen Ex-Agenten auftauchen lassen.

  4. 21. August 2015 08:13

    Die Action in dem Film war echt klasse – die Verfolgungsjagd, die Unterwasserszenen – aber insgesamt hatte mich der Vorgänger etwas mehr überzeugt. Trotzdem ein guter Film und ich komme wohl so bei 7 Punkten raus.

    Das mit dem immer gleichen finde ich bei der Reihe gar nicht so schlimm, dafür waren die ersten Teile in der Machart eigentlich sehr unterschiedlich.

    • donpozuelo permalink*
      21. August 2015 14:42

      Mittlerweile nehme ich den Filmen das auch nicht mehr krumm, dass es das immer Gleiche ist. Solange das Drumherum gut funktioniert, funktioniert ja auch die recht simple Story. Und wegen Story geht man ja jetzt nicht unbedingt in neuere Mission-Impossible-Filme.

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