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Blutgruppe A Negativ

7. August 2015

Große Dinge müssen klein anfangen… und auch große Regisseure fangen mal irgendwie klein an. Ein Peter Jackson drehte abgedrehtes Zeug mit der Hilfe von Bekannten und Freunden, bevor er uns mit Bombast-Kino wie „Der Herr der Ringe“ aus den Socken haute. Selbst ein in diesem Jahr für sein grandioses Comeback „Mad Max: Fury Road“ gefeierter George Miller hat irgendwann mal irgendwo klein angefangen… um seinen Kultfilm „Mad Max“ zu drehen, schrottete Miller seinen eigenen Wagen, um den passenden Stunt mit der Kamera einzufangen. Und ich bin mir sicher, wenn Miller, Jackson und wie sie alle heißen zu ihrer Zeit die Möglichkeit für Crowdfunding gehabt hätten, dann hätten sie diese Chance genutzt. Schließlich muss jeder einmal klein anfangen…

So wie die Brüder Kiah und Tristan Roache-Turner, die sich ihre Zeit mit Kurzfilmen vertrieben haben, bis sie eines Tages die Idee hatten, einen Film drehen zu wollen, der Zombie-Film mit Mad-Max-Elementen verbindet – schließlich sind die beiden wie Miller selbst waschechte Australier.

Damit war dann die Idee zu „Wyrmwood“ geboren… ein paar Crowdfunding-Aktionen später wurde aus der Idee ein Film, den man sich tatsächlich anschauen kann. Dieses „tatsächlich“ bezieht sich nicht nur auf die Tatsache, dass es der Film in die Läden geschafft hat, sondern auch tatsächlich sehenswerter Zombie-Trash geworden ist.

Durch einen merkwürdigen Meteoritenschauer verwandeln sich die Menschen in Zombies. Mechaniker Barry (Jay Callagher) verliert durch die Zombie-Seuche Frau und Kind und flüchtet auf der Suche nach seiner Schwester Brooke (Bianca Bradey) durch den Outback. Brooke indessen wird von einem verrückten Wissenschaftler gefangengenommen, der an den Zombies und an den Menschen herumexperimentiert… und es irgendwie hinbekommt, dass Brooke Zombies befehligen kann.

Der kleine Bruder von Mad Max

„Wyrmwood“ bezieht seine Zombie-Entstehung aus einer biblischen Story über einen Engel und / oder Kometen namens „Wormwood“, der die Erde reinigt oder irgendwie sowas… für eine Zombie-Origin-Story auch mal ’ne nette Variante, aber gut… ist auch weit hergeholt, aber im Gegensatz zu manch anderen bekommen wir mal ’ne kleine Entstehungsgeschichte.

Das war’s dann aber auch schon… mehr Story darf man nicht unbedingt erwarten, dafür drehen die Brüder Roache-Turner aber auch gleich ordentlich an der Blut-Pumpe und lassen Jay Callagher in wirklich bester Mad-Max-Manier Zombies zerpflücken. Etwas, das man wirklich lobend erwähnen sollte: Die Brüder wollten Mad Max mit Zombies und wir bekommen auch Mad Max mit Zombies. Jay Callagher sieht in seiner Lederkluft, dem umgebauten Zombie-Killer-Wagen und mit der abgesägten Schrotflinte tatsächlich auch sehr nach Mad Max aus. Dazu einfach ein paar lange Fahrten über leere Straßen im australischen Outback… und fertig ist der Lack. Zwar kann man nicht sagen, ob Callagher das Zeug hat, der nächste Mel Gibson zu werden. Aber damals hat ja auch noch niemand daran gedacht, dass Mel Gibson der nächste Mel Gibson werden würde. Von daher… den schweigsamen Outlaw (und am Ende sogar das leichte Hinken) hat Callagher ebenso gut drauf. Und mit der Waffe kann er auch umgehen.

Aber „Wyrmwood“ hat ja noch mehr zu bieten außer Mad Max. Nämlich Mad Max mit Zombies. Die wiederum sehen für eine Low-Budget-Produktion echt ziemlich gut aus. Wie überhaupt der gesamte blood-and-gore-Anteil in diesem Film. Hier wurde noch mit Liebe und echt handgemachten Effekten dafür gesorgt, dass Kopfschüsse sitzen, Gliedmaßen ordentlich abgetrennt werden und das allgemeine Zerfleischen nicht zu billig aussieht.

Regisseur Kiah Roache-Turner und sein Produzenten-Bruder Tristan begehen bei der ganzen Geschichte auch nicht den Fehler, sich zu ernst zu nehmen. Stattdessen fühlen sie ihren Film mit herrlich absurden Ideen: verrückte Doktoren sind ja Standard, aber auf welche Art und Weise die Zombies in diesem Film sogar noch nützlich für die Menschen sein können, ist schon irgendwie verdammt witzig.

„Wyrmwood“ hat ähnlich wie „Mad Max“ keine große Story aufzuweisen, hat dafür aber genug genutztes Potenzial, um dem Zuschauer einen unterhaltsamen und kurzweiligen Zombie-Film zu liefern, der spannend, witzig und ordentlich blutig ist. Nach diesem Film wünscht man sich – oder zumindest ich – dass die Roache-Turner-Brüder aus ihrem „Wyrmwood“ eine Trilogie machen können wie ihr großes Vorbild „Mad Max“. Die Möglichkeiten, gerade mit dem Ende, sind durchaus da und dürften für noch ein paar witzige Filme sorgen. Ich bin gespannt…

Wertung: 8 von 10 Punkten (die Aussies wieder… witziger Zombie-Spaß von Down Under)

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7 Kommentare leave one →
  1. 7. August 2015 10:46

    Hier muss ich gestehen, dass ich ihn nicht sooo schlecht fand, auch wenn er bei mir nur 4 Punkte bekam, aber ich stand massiv unter dem Einfluss der extrem negativen Resonanz um mich herum und dachte – äh der kann nicht gut sein, wenn ihn alle hassen. Manchmal ist es auch besser einen Film alleine zu gucken :))

    • donpozuelo permalink*
      7. August 2015 16:35

      😀 Auf jeden Fall… aber sowas darfst du nicht mehr machen. Scheiß auf den Einfluss der Nein-Sager. Rebelliere! Erhebe dich aus der Masse!!! 😀 Revolution!!!! 😀

      Nein, im Ernst. Ich kann durchaus verstehen, wenn Leute ihn nicht mögen würden, aber es ist schon ein verdammt witziger Film, der mit viel Liebe gemacht wurde und dem ich echt wünsche, dass mehr Leute ihn sehen, mögen und somit vielleicht dazu beitragen, dass wir noch einen zweiten Teil zu sehen bekommen.

  2. 8. August 2015 19:24

    Oh wie schön! Das Kung-Fury-Prinzip für Mad Max mit Zombies … also wenn das keine herausragend irren Voraussetzungen sind … xD Vermutlich kann man ihn aufgrund der Ähnlichkeit zu Mad Max nur genial oder grottig finden, da habe ich nämlich bisher kaum eine „Naja, ganz okay“-Meinung gehört, sondern nur „YEAAAHHH!! :D“ und „Wie kann man DAS denn toll finden?!?!“ ^^

    • donpozuelo permalink*
      9. August 2015 22:16

      Hmm… ja… gar kein schlechter Vergleich mit „Kung Fury“. Das haut ganz gut hin. Auf jeden Fall ist „Wyrmwood“ echt witzig und verdient ähnlich viel Anerkennung wie „Kung Fury“

      • 9. August 2015 23:14

        Na dann hoffen wir mal, dass er ihn auch bekommt. Der Trailer hat zumindest bei Youtube mehrere Tausend Aufrufe, also so unbekannt kann er nicht mehr sein. Ohne Youtube geht promotionstechnisch ja heute fast nüscht mehr. 😉

        • donpozuelo permalink*
          10. August 2015 09:26

          Das ist wohl wahr… zu wünschen wäre es ihnen, wenn’s mehr Leute sehen würden.

  3. 12. August 2015 08:11

    Volle Zustimmung, das war ein netter kleiner Zombie-Film, der Spaß machte.

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