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Bubi-Samurai mit falschem Schwert

29. Juli 2015

So, erst mal genug von Comic-Verfilmungen??? Alle schon „Ant-Man“ gesehen??? Gut, dann widmen wir uns mal wieder den Filmen, die keine Comic-Verfilmungen sind. Und was gibt es da besseres als Manga-Verfilmungen anzusprechen? 😀 Ich weiß, blöder Witz, verzeiht mir das… und um darüber schnell hinwegzutäuschen, fange ich auch gleich – und zwar mit der „Rurouni Kenshin“-Trilogie.

Das ist, wie gesagt, die Verfilmung des gleichnamigen Mangas. Im ersten Film „Rurouni Kenshin“ lernen wir den ehemaligen Auftragskiller Battosai kennen, der mittlerweile aber als wandernder Ronin Kenshin (Takeru Satoh) unterwegs ist. Als ein anderer Killer aber den Namen Battosai verwendet, muss Kenshin wieder ran – mit der Ausnahme, dass er nie wieder töten will und deswegen ein Schwert bei sich trägt, dessen Schneide umgekehrt wurde. Teil 2 und 3, „Rurouni Kenshin: Kyoto Inferno“ und „Rurouni Kenshin: The Legend Ends“, wird eine größere Story erzählt. Hier muss Kenshin gegen den größenwahnsinnigen Shishio (Tatsuya Fujiwara) antreten – ebenfalls ein ehemaliger Auftragskiller, der sich von der Regierung verraten fühlt und diese nun stürzen will.

The prettiest pretty samurai ever…

Warum ich hier jetzt nicht jeden Film einzeln groß besprechen will, liegt einfach daran, dass die gesamte Trilogie wirklich gut als Trilogie funktioniert. Teil 1 bietet eine gute Einführung in die wichtigsten Charaktere, bildet sich doch um Kenshin eine kleine Gruppe von Freunden und Mitstreitern, die natürlich in den weiteren Filmen zur Belastung in der Hinsicht werden, als das sie zur Zielscheibe für jeden werden, der Kenshin ans Leder möchte. Teil 2 und 3 nutzt dann dieses Vorwissen aus, um das Ganze sehr viel größer und epischer zu gestalten.

Was mich sehr positiv in der „Rurouni Kenshin“-Trilogie überrascht hat, ist das – ich drücke mich jetzt mal vorsichtig aus – Bodenständige. Als ich Manga hörte, dachte ich noch, dass ist jetzt hier Samurai-Action vermischt mit Magie und Fantasy a la „47 Ronin“ oder so (ja, ich weiß auch nicht, woher das kommt… tut mir Leid!!!). Zum Glück aber hält sich das extrem in Grenzen – gerade mal im ersten Teil gibt es einen Kämpfer, der irgendwie die Leute so in seinen Bann ziehen kann, dass sie aufhören zu atmen. Ansonsten aber wird sich hier auf die gute und altmodische Art der Schädel eingekloppt.

Das ist natürlich für so eine Hochglanz-Verfilmung nicht unbedingt „dark and gritty“, wie man so schön neudeutsch sagen würde, sondern teilweise sehr sauber. Das könnte man durchaus auch als negativ betrachten, wenn das Ganze nicht so verdammt cool aussehen würde. Die Kampf-Szenen sind wirklich beeindruckend und sorgen schon für Herzrasen… und das Gute: Die Kämpfe variieren sehr, was gerade bei so einer Trilogie, die ja hauptsächlich davon lebt, sehr lobenswert ist.

Denn ganz ehrlich, besonders stark ist die Story nicht. Im ersten Teil hat mir die Geschichte noch am besten gefallen. Wahrscheinlich auch, weil hier in einem Film eine Story erzählt wird: da gibt’s dann einen fiesen Drogenboss, einen Killer mit falschem Namen, einen Love-Interest und jede Menge böser Buben. Die Geschichte in Teil 2 und 3 wirkt extrem gestreckt, wobei sich Teil 3 dann ein bisschen zieht wie Kaugummi. Da wird dann kurz, wie für einen dritten Teil üblich, ein bisschen Vorgeschichte vermittelt (und der Cliffhanger vom zweiten Teil aufgeklärt). Dann gibt’s ein bisschen Gelaber, bevor das Ganze in einer fetten, fetten Kampf-Orgie endet.

Die Trilogie überzeugt also mehr auf der Action- als auf der Story-Seite, was sicherlich Fans der Mangas etwas sauer aufstoßen könnte. Was mir besonders sauer aufgestoßen ist, war Hauptdarsteller Takeru Satoh. Für einen abgekämpften Ronin war der mir einfach zu glatt, zu androgyn, zu jung, zu unverbraucht, um wirklich so schwer unter seiner Vergangenheit zu leiden. Okay, wenn man sich den Manga mal anschaut, passt er schon wieder ziemlich gut, aber so insgesamt war der gute Mann für mich sehr gewöhnungsbedürftig. Immerhin entwickelt er sich im Laufe der Trilogie weiter und ich mich mit ihm, sodass man ihm zum Ende hin die Rolle sogar gut abkauft.

Die „Rurouni Kenshin“-Trilogie ist halt viel Stil, viel Bumm-Bumm und Gekämpfe mit nur wenig Story. Aber irgendwie kann man das hier ein bisschen verschmerzen… denn man wird schön abgelenkt. Aber letztendlich muss man schon Fan von Samurai-Filmen oder Manga-Fan oder beides sein… ansonsten könnte die wenig abwechslungsreiche und doch recht vorhersehbare Story schneller langweiligen als bei so einer Trilogie gut ist.

Wertung:

Rurouni Kenshin – 8 von 10 Punkten (interessante Einführung, die noch am vielfältigsten von allen drei Filmen ist)

Rurouni Kenshin: Kyoto Inferno – 7 von 10 Punkten (es wird epischer im Erzählstrang, weicht aber auch nicht sonderlich von den Grundelementen des ersten Films ab)

Rurouni Kenshin: The Legend Ends – 6 von 10 Punkten (der obligatorische, aber eigentlich überflüssige dritte Teil)

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6 Kommentare leave one →
  1. 29. Juli 2015 21:31

    Habe immer mit mir gerungen, ob ich die Filme mal schaue, aber da ich den Manga nicht kenne, war das Interesse wohl doch nicht groß genug. Mit dem Hauptdarsteller bin ich auch nicht so unbedingt zufrieden – sieht für mich einfach zu „harmlos“ aus. Kennst du den Manga?

    • donpozuelo permalink*
      30. Juli 2015 20:42

      Leider nicht… ich hab mir zwar mal ein paar Sachen im Netz zum Manga angeschaut, und da passt der Darsteller dann eigentlich fasst auch schon wieder sehr gut, aber ich glaube auch einfach, dass mich das als Manga nicht lange bei der Stange halten würde.

  2. 31. Juli 2015 22:22

    Der Manga lebt auch an vielen Stellen vom Humor und von Kenshins teilweise sogar depperter Art, die eben gerade im krassen Kontrast zu seiner Vergangenheit steht. Wenn man dieses neue Wesen des Hauptcharakters jetzt rausfallen lässt und sich nur auf die ernste (und jawohl, sehr dramatische! :D) Hintergrundstory fokussiert, dann passt der „niedliche“ Kenshin da vermutlich einfach nicht mehr rein. Also zumindest klingt es bei dir so als seien die Filme doch reine Action-Schwertfuchtelei-Werke, in denen man relativ wenig lacht. ^^

    • donpozuelo permalink*
      2. August 2015 22:39

      Ah… gut zu wissen. Von dem Humor und der depperten Art ist leider nicht wirklich was im Film zu sehen. Hat man sich wahrscheinlich nicht getraut, obwohl die ganze Trilogie mit ein bisschen sehr viel mehr Humor sehr viel besser gewesen wäre. So bleibt es tatsächlich reine „Action-Schwertfuchtelei“, wie du so schön sagst. So als Nicht-Manga-Kenner war’s unterhaltsam, aber als Leser ist man sicherlich enttäuscht…

      • 3. August 2015 11:07

        Na dann weiß ich ja welche Mangaumsetzung ich nicht schauen werde. Nee, ich fand den Manga sehr emotional – inklusive viel Humor. Da wurde dann also echt ausgewählt, was schicker wirkt. Immer diese Humorverweigerer … ~.~

        • donpozuelo permalink*
          3. August 2015 11:25

          Jupp… total schlimm…

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