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Klein, aber oho…

22. Juli 2015

Es ist schon verrückt… früher waren Phasen für mich irgendwie eher etwas, was in den Bereich der Wissenschaft passte. Phase 1 von Experiment XY. Doch mittlerweile sind wir ja schon dazu übergegangen, diese Phasen-Zählung bei Filmen anzuwenden. Natürlich nur bei den Marvel-Filmen, aber vielleicht passt es auch… vielleicht ist das gesamte Marvel Cinematic Universe ein riesiges Film-Experiment, um zu sehen, wie lange man es schafft, den Zuschauer mit Superhelden zu zu scheißen. Wie lange wird es dauern, bis selbst der letzte Fanboy (also so Leute wie ich) die Schnauze voll davon hat, Superhelden dabei zu beobachten, die einmal mehr die Welt retten. In welcher Phase mag das Disney-Marvel-Experiment seinen Höhepunkt finden? Welche Bedingungen könnten dazu beitragen, das Experiment weiter am Leben zu erhalten?

Nun, im Falle von Marvel scheint die Devise einfach mal zu lauten: Wir machen weiter! Und das hat ja schon zwei Phasen über gut funktioniert. Denn Marvels zweite Phase endet dieses Jahr nicht mit „The Avengers: Age of Ultron“, sondern mit einem scheinbar unscheinbaren Typen namens „Ant-Man“. Also ein komplett Neuer im MCU beendet Phase 2 und läutet Phase 3 ein, die mit „Civil War“ ja auf einiges hoffen lässt.

Aber erstmal zurück zu „Ant-Man“… „Ant-Man“… der Typ, der sich mit Hilfe seines Anzugs und des berüchtigten Pym-Partikels auf die Größe einer Ameise schrumpfen lassen kann. „Ant-Man“… ein Neuer, was also heißt, wir bekommen eine weitere Origin-Story, um zu verstehen, wer dieser Typ ist.

Damit sehe ich überhaupt nicht aus wie eine Ameise…

Falsch!!! Denn schließlich ist „Ant-Man“ die Art von Marvel-Experiment gewesen, auf die wir uns alle sehr gefreut haben. Okay, vielleicht haben wir komisch geguckt, als ausgerechnet Paul Rudd als Scott Lang a.k.a. The New Ant-Man gecastet wurde. Und vielleicht haben wir uns auch am Kopf gekratzt, als es hieß, Michael Douglas würde den alten Ant-Man Hank Pym spielen. Doch das haben wir alles in Kauf genommen, denn schließlich sollte Edgar Wright die Regie übernehmen – nach seinem eigenen Drehbuch. Der Mann, der uns die Cornetto-Trilogie und Scott Pilgrim geschenkt hat, könnte selbst an einem Superhelden, der sich schrumpft und mit Ameisen zusammenarbeitet, noch einen tollen Film machen. Doch dann war Wright plötzlich raus aus dem Projekt, Komödien-Regisseur („Der Ja-Sager“ mit Jim Carrey stammt von ihm) Peyton Reed kam an Bord… und die Welt verzweifelte.

Reed hatte keine wirkliche Chance. Würde „Ant-Man“ schlecht werden, wäre es, weil man Wright hat gehen lassen. Würde der Film gut werden, würde man es allein dem grandiosen Wright zuschieben, der ja so ein tolles Drehbuch und so gute Vorarbeit geleistet hat. Wahrscheinlich wird man uns erst in ein paar Wochen, Monaten oder Jahren erzählen, was von diesem „Ant-Man“ noch von Wright stammt und was nicht…

Aber egal, was auch dabei rauskommen wird, „Ant-Man“ ist einmal mehr ein gelungenes Marvel-Experiment. Denn nach all dem Stirnrunzeln kann man doch mit Fug und Recht behaupten: „Ant-Man“ macht einfach nur Spaß. Reed (oder auch Wright) verzichten auf die klassische Origin-Story. Klar, wir müssen auch wieder ein bisschen den Lern-Prozess durchstehen, aber das wirkt hier jetzt nicht so extrem, da es nicht die „Hauptmission“ des Films ist. Peyton Reeds „Ant-Man“ ist viel mehr als das: Hauptsächlich ist „Ant-Man“ Marvels Antwort auf Filme wie „Ocean’s Eleven“ – nur statt einem Team schöner Hollywood-Stars gibt’s halt viele Ameisen und Paul Rudd.

Und Paul Rudd macht seine Sache so richtig gut. Er ist ein sympathischer kleiner Ganove, der nicht vor hat, die Welt zu retten. Er will sich nur um seine Familie kümmern. Womit dann auch klar werden sollte, dass „Ant-Man“ ein Film ist, der nicht über sich hinausschießt. Hier werden keine Städte zerstört, hier ist nicht sofort die ganze Welt in Gefahr. Das ist erfrischend.

Erfrischend ist dabei auch, wie gut Reed Komik und Action miteinander vermischt. Bei den komischen Momente möchte ich mit großer Sicherheit behaupten, dass die wirklich noch von Edgar Wright stammen, denn „Ant-Man“ hat so viele herrlich absurde Momente, die nicht immer nur durch das Schrumpfen zustande kommen. Hier darf dann vor allem Paul Rudd punkten, aber auch Michael Pena überzeugt… und das ist ziemlich stark. Denn Penas Charakter hätte wohl in jedem anderen Film einfach nur tierisch genervt, in „Ant-Man“ funktioniert seine kleine Sidekick-Rolle bestens. (Danke, Edgar Wright?!?!?!)

Für mich ist „Ant-Man“ was die Komik angeht sogar noch eine Stufe über „Guardians of the Galaxy“. Dazu kommt eine wirklich realistisch wirkende Schrumpf-Sicht, die viele fantastische Möglichkeiten für irrwitzige Kämpfe bietet (die Zugszene aus dem Trailer ist noch lange nicht alles). Egal, ob es nun von Edgar Wright oder von Peyton Reed stammt, die Mischung aus Heist-Movie, Komödie und Action-Film funktioniert in „Ant-Man“ bestens.

Wertung: 9 von 10 Punkten (der Neuzugang „Ant-Man“ überzeugt auf ganzer Linie durch eine ordentliche Prise Humor… gut so!!!)

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12 Kommentare leave one →
  1. 22. Juli 2015 20:36

    Ganz genau, dieser Film macht total Spaß und ich war so angenehm überrascht, gerade weil ich so gar kein Paul Rudd Fan bin. Bei mir auch auf jeden Fall 9 Punkte 😀

    • donpozuelo permalink*
      22. Juli 2015 23:04

      😉 Wie kann man kein Paul-Rudd-Fan sein? Ich mag zwar irgendwie auch die wenigsten seiner Filme, aber ihn an sich seh ich schon sehr gern.

      • 23. Juli 2015 18:31

        Ach was, der ist so ein Schluffi-Typ, ich weiß nicht…hier passte es gerade so, sonst finde ich ihn so weinerlich…dieser Hundeblick- nee 🙂

        • donpozuelo permalink*
          29. Juli 2015 18:40

          😀 Ich mag ihn… aber gut… 😀

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