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Not Nice!

15. Juli 2015

In jeden Horror-Film gehört eine ordentliche Prise Sex. Schon komisch, warum Sex und Gewalt immer so in Verbindung gebracht werden… vielleicht soll uns beides in Wallung bringen. Auf jeden Fall braucht jeder Horror-Film wenigstens eine Sex-Szene, wenigstens eine Sex-Bombe, die kurz vor ihrem Ableben noch einmal ihre Implantate ordentlich zur Geltung bringen kann, bevor sie (in den meisten Fällen zumindest) eine schöne Leiche abliefert.

Dass man das mit der Silikon-Dame auch ein bisschen weiter ausbauen kann, hat sich Regisseur Trevor Matthews auch gedacht und es dann auch prompt in seinem Debüt umgesetzt. Und das Ganze natürlich auch passenderweise „Girlhouse“ genannt.

Darin geht es um die Studentin Kylie (Ali Cobrin), die nach dem Tod ihres Vaters versucht, ihrer Mutter nicht mehr so auf den Taschen zu liegen. Um aber ihr Studium weiter zu finanzieren, braucht Kylie Geld. Zum Glück sieht Kylie auch ziemlich geilie aus und hat keine Probleme damit, sich vor einer Kamera nackig zu machen, weswegen sie sich bereit erklärt, ins „Girlhouse“ zu ziehen. Eine Art Porno-Big-Brother-Haus, in dem mehrere Mädels sich vor der Web-Cam räkeln, befummeln und auch ordentlich zur Sache gehen. Klingt in Kylies Ohren ziemlich gut, scheint es auch zu sein, bis der User Loverboy (der Rapper Slaine) sich in sie verliebt. Loverboy ist (natürlich) ein echter kleiner Psychopath, der sich Kylie offenbart, aber durch die anderen Mädels im Haus veralbert wird. Wütend auf die Damen findet Loverboy (natürlich ein Ass in Sachen IT) heraus, wo das „Girlhouse“ ist und begibt sich dorthin… um die hübschen Damen zu eliminieren.

The weird beauty and the sexy beast… not by Disney

Wie schon gesagt, „Girlhouse“ erweitert die eine klischeehafte Porno-Dame in einem Horror-Film mit gleich einer Handvoll davon. Deswegen besteht die erste dreiviertel Stunde des Films gefühlt auch nur aus ein bisschen Zickenterror und viel nackter Haut. Aber irgendwie kann man Matthews deswegen nicht einmal böse sein, inszeniert er das Ganze doch so typisch amerikanisch, dass man es ihm als Kanadier fast schon wieder als kritischen Blick auf die Amis abnehmen mag. Die ganze Geschichte mit dem Porno fürs Studium ist natürlich ein bisschen… naja… ein guter Grund, um ordentlich nackte Haut zu zeigen, bevor es so richtig losgeht. Aber es steckt ja auch ein bisschen Wahrheit dahinter, kennen wir doch alle die Stories von Studentinnen, die für ihre Studiengebühren etwas andere Wege der Geldbeschaffung eingeschlagen haben. Also warum nicht…

Zumindest schafft es Matthews das gerade seine Hauptdarstellerin Ali Cobrin sympathisch rüberkommt. Irgendwie sind sie ja alle ganz nett in diesem „Girlhouse“, zumal dieser Film erstaunlich wenig Zickenterror hat. Stattdessen baut Matthews eine süße kleine Love-Story mit Kylies Freund Ben (Adam DiMarco) ein, der natürlich seit dem Kindergarten in sie verliebt ist und natürlich durch einen Freund, der Kylie im „Girl House“ angafft, von ihrer Arbeit dort erfährt…

Aber wenn man den ganzen Sex- und Liebes-Kram hinter sich gelassen hat, wird „Girlhouse“ zu einem unterhaltsamen kleinen Slasher-Film. Da zieht sich Loverboy eine merkwürdige Frauenmaske über den Kopf und mordet sich durch die Damen… mal mit der Axt, mal auch mit einem Dildo (ja, genau… da erlangt „Deep Throat“ eine ganz neue Bedeutung), aber auf jeden Fall immer sehr slasher-freudig sehenswert. Dazu kommt dann eine Finale, das ordentlich bei dem von „Das Schweigen der Lämmer“ abgekupfert hat.

Alles in allem ist „Girlhouse“ das, was der Titel verspricht… ein Haus voller Girls. Der Film ist zur Hälfte kleiner Soft-Porno, zu anderen Hälfte ordentlicher Slasher und irgendwo ganz tief versteckt auch ein bisschen Drama… aber das auch wirklich nur ganz tief versteckt. Angucken kann man sich das Ganze aber, wenn man mal gerade Bock auf schönen Unsinn hat, alle mal. Es ist auf jeden Fall ein unterhaltsamer Film… der zwar nicht viel Neues bieten kann, aber das auch gar nicht so unbedingt will. Was auch irgendwie okay ist… für dieses eine Mal 😉

Wertung: 6 von 10 Punkten (Loverboy im Girlhouse… tut weh…)

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8 Kommentare leave one →
  1. 15. Juli 2015 11:12

    XD Hach, herrlich, was du für Filme vorstellst. Mal eine andere Art von Cluedo: War es Baron Loverboy im Schlafzimmer mit einem Dildo?!

    • donpozuelo permalink*
      15. Juli 2015 19:34

      😀 Ich versuche halt immer ein bisschen Abwechslung einzubringen… und „Baron Loverboy“… herrlich… ich sehe direkt ein viktorianisches Remake des Films vor meinen Augen ablaufen 😀

      • 15. Juli 2015 20:39

        Also falls dir mal langweilig werden sollte, viktorianische Konkubinen/Mätressen-Horror-Filme gibts auf Youtube bestimmt nich so häufig. Das könnte der nächste Kung Fury werden! 😀

        • donpozuelo permalink*
          17. Juli 2015 00:05

          Das klingt tatsächlich nicht schlecht… ich behalte das mal im Hinterkopf… 😀 (und werde dich dann später bei meinen Dankesreden immer lobend erwähnen)

        • 17. Juli 2015 07:32

          Jiaaa, guter Plan! Ich wollte schon immer mal in einer „Ich danke der Academy“-Rede erwähnt werden. ^^ Hoffen wir mal, dass es nicht die für die goldene Himbeere ist … 😀

        • donpozuelo permalink*
          19. Juli 2015 21:05

          Pahh… von wegen Goldene Himbeere… 😀 das wird schon…

        • 19. Juli 2015 22:39

          Mindestens fünf Oscars und der Webvideopreis, ich seh schon 😀

        • donpozuelo permalink*
          21. Juli 2015 13:12

          😀 Ich mag, wie du denkst… sehr gut…

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