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Ist der Bär ein Mensch?

26. Juni 2015

Seth MacFarlane ist der Mann der vielen Stimmen, aber sein Gesicht bzw. sein schauspielerisches Talent sollte er dann doch lieber nicht zeigen. Wie er ja schon sehr schön in seinem letzten Film „A Million Ways To Die In The West“ bewiesen hat. Da hatte MacFarlane einfach nicht genügend Charme, um diesem kleinen Loser-Cowboy gerecht zu werden. „Schuster, bleib bei deinen Leisten!“ möchte man da sagen. MacFarlane funktioniert halt einfach besser über seine Gags und seine Stimmen. Und beides ist jetzt wieder da… in der Fortsetzung von „Ted“, dem fluchenden, kiffenden Teddy, der durch den Wunsch eines kleinen Jungen zum Leben erwachte.

Nach seinem ersten Abenteuer ist Ted jetzt wieder da. Mittlerweile ist er Tami-Lynn (Jessica Barth) verheiratet und würde natürlich auch gern Nachwuchs haben. Was für so einen Teddy nicht so einfach ist. Bleibt nur die Möglichkeit, einen Samenspender zu finden oder zu adoptieren. Doch im Laufe seiner Bemühungen fällt dem amerikanischen Rechtssystem plötzlich auf, dass Ted eigentlich kein richtiger Mensch ist. Kein Individuum, das Ansprüche stellen darf. Er ist halt nur Eigentum von John (Mark Wahlberg). Mit Johns Hilfe und der fragwürdigen Expertise der jungen Anwältin Sam (Amanda Seyfried) versucht Ted nun, sein Recht auf Mensch-Sein zu bekommen.

ted 2

Man merkt es wahrscheinlich schon an der Inhaltsangabe, „Ted 2“ schlägt eine andere Richtung ein als der erste Teil. Und das ist auch gut so. Als ich das erste Mal von einer Fortsetzung hörte, hatte ich Bedenken: Würde das jetzt einfach nur eine billige Weiterführung mit ein paar neuen Gags sein? Würde man einfach nur wieder Mark Wahlberg mit einem Teddy kiffen sehen? Nein! Das muss man MacFarlane ja hoch anrechnen, er hat gute Ideen und setzt die auch gut um.

So ist „Ted 2“ halt nicht einfach wie „Ted“, sondern vielmehr ein bisschen Road-Movie, ein bisschen Gerichtsdrama, ein Nerd-Fest voller Cameos und Zitate und natürlich auch nach wie vor Bühne für ein paar richtig üble Witze, bei denen man zwar laut lacht, sich danach aber auch ein bisschen schämt… für dieses Lachen. Und das Beste daran ist, dass MacFarlane es schafft, drei „Amanda-Seyfried-sieht-wie-Gollum-aus“-Witze zu machen… und Seyfried selbst baut sie perfekt aus.

MacFarlane hat halt einfach dieses seltsame Talent Witze über alles mögliche zu machen und mittlerweile nimmt es ihm keiner mehr so wirklich übel. Man kennt es halt. Man kennt ihn halt. Man weiß, dass Serien wie „Family Guy“ und „American Dad“ kein Blatt vor den Mund nehmen und da jeder, aber wirklich jeder sein Fett wegkriegt. Und so ist es dann auch in „Ted 2“. Es gibt schöne Seitenhiebe auf die amerikanische Sichtweise auf „Andersartige“ (hier kann man dann in Teds Bestreben als Mensch anerkannt zu werden jede andere Gemeinschaft reininterpretieren, die mit den gleichen Problemen zu kämpfen hat), es gibt offensichtliche Witze unter der Gürtellinie, es gibt Ironisches, Geschmackloses… halt genau das, was man von MacFarlane erwartet. Und wer mit ihm nicht klarkommt, der wird auch mit diesem Film nicht klar kommen.

„Ted“-Fans können sich aber auf eine wirklich gelungene Fortsetzung freuen. MacFarlane liefert kein billigen Aufguss des ersten Films, sondern führt eigentlich sehr logisch fort, was er begonnen hat. Zudem gibt es halt in „Ted 2“ auch sehr viel mehr Momente, in den Ulk-Nudel MacFarlane wirklich ernsthaft ernstere Töne anschlägt, um dann neben all der Ironie auch ganz offensichtlich zum Nachdenken anzuregen. Ob das nun so plakativ gemusst hätte, bleibt mal dahin gestellt, aber es funktioniert und verleiht der Fortsetzung zusätzlich noch ein Unterscheidungsmerkmal zum Vorgänger.

Neben MacFarlane als Ted und Mark Wahlberg, der sich nach seinem Ausflug mit Robotern nun wieder mit seinem Teddy rumärgert, steht Amanda Seyfried für Mila Kunis ein. Als ebenfalls nicht so ganz dem Cannabis abgeneigte junge Anwältin passt sie tatsächlich viel besser zu den Thunder-Buddies als Mila Kunis. Sie ist zwar scheinbar eine von ihnen, aber eben auch nicht so nerdig und irgendwo immer noch ein bisschen der Anker für die beiden Chaoten.

Man könnte vielleicht ein bisschen nörgeln, dass der ganze Film einfach etwas zu lang geworden ist. Aber wer will schon nörgeln??? „Ted 2“ macht Spaß und das reicht…

Wertung: 8 von 10 Punkten (was wohl im dritten Teil kommt??? Ted als Präsident???)

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5 Kommentare leave one →
  1. 26. Juni 2015 18:34

    Oh. Das hatte ich nicht erwartet. Ich dachte ja, dass der 2. Teil gnadenlos abstürzen würde. Aber ok.

    Werde trotzdem auf nen Stream warten. Mehr ist mir ted nicht wert.

    • donpozuelo permalink*
      28. Juni 2015 22:08

      Haha… ja, ich hab’s auch nicht für möglich gehalten, aber er war tatsächlich sehr unterhaltsam.

  2. Hylia permalink
    27. Juni 2015 22:05

    Werde ich nicht anschauen, wegen dem „Witz“, der Transsexuelle als abartig bezeichnet.

    • donpozuelo permalink*
      28. Juni 2015 22:10

      Das kann ich gut verstehen, auf der anderen Seite sollte man solche Sachen gerade einem Seth MacFarlane vielleicht auch nicht zu krumm nehmen. Schließlich macht er „Witze“ über so ziemlich alles und jeden…

      • Hylia permalink
        28. Juni 2015 22:27

        Nein, sollte man nicht, da es kein Witz ist, zu sagen „Das ist abartig.“ Ich kann über schwarzen Humor lachen, aber „Das ist abartig.“ zu sagen, ist kein schwarzer Humor sondern straight dummes Gelaber. Seth McFarlane ist für mich schon seit Jahren der wohl ekelhafteste, unlustigste und unsympathischste Mensch auf dem Planeten Erde.

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