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I am a firestarter

3. Juni 2015

Joe Carnahans Einstand in die Welt der großen Filme war „Smokin’ Aces“ – ein Film, von dem ich nach wie vor nicht so recht weiß, ob ich ihn gut finden soll oder nicht. Carnahans Versuch, ein bisschen wie Tarantino zu sein, war in seinen Action-Einlagen schon recht unterhaltsam, von der Story her aber ziemlich großer Mist. Dieser Mist war aber nichts im Vergleich zu seinem zweiten Film, in dem er mal eben Fernseh-Kult unter einem riesigen Haufen Mist begrub… „The A-Team“ war unterirdischer als unterirdisch, weswegen Carnahan für mich auch erst einmal gestrichen war. Deshalb überspringe ich „The Grey“, den ich nach wie vor nicht gesehen habe, und widme mich dann nach anfänglichem Zögern nun doch seinem vierten Film „Stretch“… und dieser Film hat mir tatsächlich ein wenig den Glauben an Carnahan zurück gegeben.

Stretch (Patrick Wilson) kam nach L.A., um Schauspieler zu werden. Doch daraus wurde nichts. Dann lernte er zufällig die Frau seiner Träume kennen, doch auch daraus wurde nichts. Stattdessen fährt er jetzt als Chauffeur Hollywoods Prominenz durch die Gegend und versucht verzweifelt an 6000 Dollar zu kommen, die er seinem Buchmacher schuldet. Da kommt der Job, den exzentrischen Milliardär Karos (Chris Pine) durch die Gegend zu fahren… und der Gute gibt angeblich großzügiges Trinkgeld. Allerdings verlangt er eine Menge von Stretch, der in einer Nacht so richtig über sich hinauswachsen muss.

So kommst du mir nicht ins Auto…

„Be a firestarter“, sagt Karos immer wieder… aber Stretch braucht erst ein bisschen, um dahin zu kommen. Aber der Weg, den Stretch gehen muss, um selber zum Firestarter zu werden, ist tatsächlich äußerst amüsant. Mit „Stretch“ beweist Carnahan endlich mal, dass er doch irgendwie verstanden hat, was eine Action-Komödie ausmacht. Zwar strotzt der Film jetzt nicht wirklich vor Innovationen, aber aus der simplen „Hole etwas für mich ab und bringe es mir“-Mission wird hier ein echt unterhaltsamer und verrückter Trip durch ein nächtliches L.A. Denn Stretch bekommt es mit den verschiedenen Nachteulen zu tun, die die Stadt der Engel zu bieten hat…

Carnahan erzählt die Geschichte schnell und ohne, das ihm die Luft ausgeht. Aber das die verhältnismäßig simple Story trotzdem gut funktioniert, liegt an einem äußerst spielwütigen Cast, den Carnahan teilweise sehr schön gegen den Strich besetzt hat. Allen voran ist Patrick Wilson. Als Motor (Chauffeur-Wortwitz… 😉 ) des Films überzeugt der Gute auf ganzer Linie. Gekonnt spielt er den Wandel vom überforderten Underdog bis hin zum Firestarter und man fiebert zum Ende hin richtig mit ihm mit, würde man ihm doch so gerne eine Erholungspause gönnen. Verdient hat er sie auf jeden Fall… in Anbetracht der Dinge, die er so zu bewerkstelligen hat.

Doch Wilson hat jemanden an seiner Seite, der ihm fast ein wenig die Schau stiehlt – und dieser Jemand ist Chris Pine. Unser Captain Kirk ist hier mit Zottelbart kaum wieder zu erkennen und kostet sein komisch-verrücktes Talent mal so richtig aus. Hier muss er nicht Action-Schönling sein, sondern darf ein kauziger Sonderling mit merkwürdigen Gelüsten sein. Und das zelebrieren sowohl er als auch Carnahan in zahlreichen irrwitzigen Szenen bestens aus.

Neben Wilson und Pine glänzen dann noch Ed Helms als merkwürdiges Gewissen von Stretch und Jessica Alba als süße Telefonistin. Dazu gibt’s schöne Cameos, von denen ich euch jetzt nicht wirklich viel verraten möchte, weil gerade einer echt zum Brüllen ist und auch echt unerwartet kommt.

„Stretch“ lebt von Carnahans schnellem Erzählstil, der uns und Stretch nur selten Zeit zum Verschnaufen lässt und den bestens aufgelegten Darstellern. Die verleihen dem Film das nötige Etwas, um gekonnt darüber hinwegzutäuschen, dass wir das alles eigentlich schon tausendmal gesehen haben. Der Film ist kurzweilig und vor allem sehr unterhaltsam – ein schöner kleiner Film, dem nur noch The Prodigys „Firestarter“ im Abspann gefehlt hätte (so oft wie hier von Firestartern gesprochen wird)

Wertung: 8 von 10 Punkten (endlich mal wieder ein positive Überraschung von Joe Carnahan)

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2 Kommentare leave one →
  1. 3. Juni 2015 08:25

    Ich fand Smokin Aces ganz cool. Sicher kein Meisterwerk, aber der hat diesen alten Tarantino/Ritchie-Style damals recht gut eingefangen und mich gut unterhalten. Allerdings hab ich früher auch so ziemlich alles abgefeiert, was in diese Richtung geht. Muss ich mir vielleicht noch mal angucken.
    Ans A-Team hab ich mich noch nicht rangetraut. Werd ich wohl mal für den Blog gucken. Kann eigentlich nur Müll sein.
    The Grey sagt mir gerade nicht viel. War das der mit den Wölfen?

    • donpozuelo permalink*
      3. Juni 2015 12:49

      Der Stil von „Smokin‘ Aces“ war schon sehr cool, aber die Story war halt echt übel… Beim „A-Team“ ist dann alles einfach nur eine Katastrophe… und ja, „The Grey“ ist der mit Liam Neeson, der gegen Wölfe kämpft.

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